Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Haßloch bezwingt Hochdorf

Lieferten sich ein packendes Duell: Hochdorfs Kapitän Nikola Sorda (am Ball) und der Haßlocher Julius Herbert.
Lieferten sich ein packendes Duell: Hochdorfs Kapitän Nikola Sorda (am Ball) und der Haßlocher Julius Herbert.

Nun ist Drittligist TSG Haßloch doch noch in Schwung gekommen. Das Team von Trainer Thomas Müller zeigte im Kurpfalz-Cup-Rückspiel gegen den TV Hochdorf ein ganz anderes Gesicht als vor zwei Wochen. Der Lohn: ein verdienter 36:27-Erfolg.

Zwei Minuten vor dem Abpfiff erhoben sich alle Akteure auf der Auswechselbank und applaudierten. Sie freuten sich nicht nur über den zu diesem Zeitpunkt schon feststehenden 36:27 (18:11)-Sieg, sondern sie feierten auch den jungen Torhüter Loic Modzinski. Der 22-Jährige, der bisher im Schatten von Daniel Schlingmann und Marco Bitz stand, hatte gerade gegen Emanuel Novo pariert. Es war seine zehnte Parade nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Hälfte.

Modzinski strahlte nach dem Abpfiff. Die Einsatzzeit über 30 Minuten tat ihm gut. „Ich bin froh, dass ich heute länger als sonst spielen durfte. Es ist nicht einfach hinter Hochkarätern wie Daniel und Marco“, meinte Modzinski. Er enttäuschte die Erwartungen am Samstag nicht und steht ja noch am Anfang seiner Karriere. Dabei war das Eigengewächs der Bären schon fast weg. Oberligist Worms buhlte lange um ihn, aber Modzinski hielt der TSG die Treue. Wichtig war ihm auch die Nähe zu seinem Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker beim Hempel und Schweitzer in Lachen-Speyerdorf. Auch die Konkurrenz im TSG-Kader scheut er nicht: „Ich kann von Daniel und Marco viel lernen, ich darf mit dem Drittliga-Kader trainieren und hole mir die Spielpraxis in der zweiten Mannschaft.“

Eine Frage des Kopfes

Mit seinen Paraden trug Modzinski mit dazu bei, dass die Haßlocher ihre Führung souverän verteidigen konnten. Das Team war deutlich besser als in den vergangenen Wochen. In der Abwehr wurde mit Leidenschaft verteidigt, und in der Offensive hatte die TSG den nötigen Zug zum Tor. „Wir haben zuletzt deutlich besser trainiert, auch mit anderen Belastungen, deshalb haben viel weniger technische Fehler gemacht und in der Abwehr auch gut gestanden“, meinte Denni Djozic. „Wir wissen, dass wir es können. Es ist bei uns auch eine Frage des Kopfes.“ Auch Trainer Thomas Müller war zufrieden: „Die Einstellung war positiv. Ich bin froh, dass die Mannschaft das erkannt und heute ein anderes Gesicht gezeigt hat.“

Eine schwere Aufgabe hatte Julius Herbert am Kreis der Bären. Der 25 Jahre alte Lehramtsstudent lieferte sich über weite Strecken ein Duell mit dem Hochdorfer Kapitän Nikola Sorda. Dabei konnte sich Herbert immer wieder an der Sechs-Meter-Linie durchsetzen und bot gegen den Liga-Rivalen eine seiner besten Partien. „Heute hat fast alles gepasst. Das Zusammenspiel mit Dennis Götz war deutlich besser als zuletzt. Es macht Spaß“, so Herbert. Man hat den Eindruck, dass die Nachverpflichtung von Lino Messerschmidt auf der Kreisläuferposition ihn beflügelt hat. Der Konkurrenzkampf läuft. Doch Herbert sieht das gelassen: „Darüber mache ich mir keine Gedanken, jeder wird seine Spielanteile bekommen“.

Der Auftritt der TSG Haßloch ist auch deshalb beachtlich, da sie auf Daniel Schlingmann (Urlaub) und Elvis Borodovskis (Länderspiele mit Lettland) verzichten musste. Der Kurpfalz-Cup ist eine Freundschaftsrunde einiger Mannschaften aus Baden und der Pfalz.

So spielten sie

TSG Haßloch: Bitz (4 Paraden/11 Tore), Modzinski (10/13) – Surblys (3), Götz (1), Triebskorn (4) – Djozic (12/2), Zech (2) – Julius Herbert (5), Hannes (2), Gregori (2), Kern, Konstantin Herbert (2), Seelos (1), Albert (1), Olschefski (1).

TV Hochdorf: Schwenken (11/33) – Kernaya (11/6), Lenz (6), Gerdon – Friedmann (3), Dietz – Sorda (3) – Böckly (1), Dorra, Maier (1), Novo (2), Obenauer, Illic.

Spielfilm: 3:3 (7.), 7:5 12.), 11:6 (17.) 16:9 (25.), 18:11 (30.), 22:15 (36.), 26:19 (43.), 30:21 (50.), 34:26 (57.), 36:27 (60.) – Zeitstrafen: 2/4 – Siebenmeter: 2/2 - 7/6 – Beste Spieler: Modzinski, Julius Herbert, Djozic - Sorda, Kernaya, Lenz – Schiedsrichter: Bentz/Weiler (Eckbachtal/Kandel).

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