Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Schlusslicht TuS Diedesfeld gegen Spitzenreiter TSG Deidesheim

Thomas Müller steht mit den Schnorreswacklern auf der Bühne. Sie parodieren die Originalmusiker zur Playback-Musik.
Thomas Müller steht mit den Schnorreswacklern auf der Bühne. Sie parodieren die Originalmusiker zur Playback-Musik.

Ein Jugendtrainer des TuS Diedesfeld schaut sich oft Spiele des A-Klasse-Teams an. Nur an Karneval ist er anderweitig beschäftigt.

In der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt beginnt an diesem Wochenende bereits die Rückrunde der Hauptrunde. Wenn dabei morgen, Sonntag, 15 Uhr, Schlusslicht TuS Diedesfeld den Tabellenführer TSG Deidesheim empfängt, befindet sich mit Thomas Müller ein Zuschauer auf dem Gelände, der manchem TuS-Spieler die fußballerischen Grundlagen beigebracht hat. Müller prägt aber auch noch in einer ganz anderen Funktion das kulturelle Leben in Diedesfeld.

„Wenn ich mir Spiele unserer aktiven Mannschaften ansehe, ist für mich vor allem interessant zu sehen, wie sich meine früheren Schützlinge entwickelt haben“, erzählt Thomas Müller. Er ist nämlich seit neun Jahren Trainer der Diedesfelder E- und F-Junioren. Die Kinder, die er zu Beginn seiner ehrenamtlichen Tätigkeit betreut hat, haben inzwischen das Erwachsenenalter erreicht. Einige spielen nun in der Ersten oder Zweiten Mannschaft des TuS Diedesfeld. „Ich bin dazu gekommen, da mein Sohn 2012 mit dem Fußballsport beginnen wollte, es aber in Diedesfeld für die jüngsten Spieler keinen Trainer gegeben hat. So habe ich mich bereiterklärt, dieses Amt zu übernehmen, fand Spaß daran und mache es deshalb auch heute noch“, erzählt er und blickt gerne zurück. Selbst habe er nie Fußball gespielt und beweise dadurch, dass man auch ohne fußballerische Erfahrung als Trainer arbeiten könne.

Per Zufall Schnorreswackler

Müller setzt sich aber nicht nur ehrenamtlich im Sportbereich ein, sondern geht noch einem anderen, sehr zeitintensiven Hobby nach – vor allem wenn die Fastnachtszeit beginnt. Auch dies kam eher zufällig zustande. „Ein Freund hat mich vor ein paar Jahren angesprochen, ob ich bei den Schnorreswacklern mitmachen möchte. Ich habe dann zugesagt und war von Beginn an begeistert. Seit zwei Jahren bin ich auch deren Erster Vorsitzender“, berichtet er. Bei den Schnorreswacklern handele es sich um eine Formation, die bei den Diedesfelder Prunksitzungen auftrete und zu Playbackeinspielungen die Originale parodiere. „Selbst singen wir nicht“, stellt er klar.

Ohne Lampenfieber

In jeder Saison organisiert der KV Diedesfelder Flendes vier Prunksitzungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen und bei der Müller mit den Schnorreswacklern immer dabei ist. „Alle Veranstaltungen sind mit jeweils 200 Gästen ausverkauft. Und inzwischen macht es mir richtig Spaß, vor Leuten auf der Bühne zu stehen“, verrät der engagierte Diedesfelder. Das Lampenfieber habe er schnell abgelegt. Auch während der Corona-Pandemie seien sie aufgetreten, allerdings seien die Aufführungen nur per Livestream zu sehen gewesen.

Im Derby am Sonntag gegen die scheinbar übermächtige TSG Deidesheim traut er den Diedesfelder Fußballern durchaus eine Überraschung zu. Immerhin gelang diesen am vergangenen Sonntag nach fünf Niederlagen zum Saisonauftakt der erste Sieg. Und dies ausgerechnet bei der SG Edesheim/Roschbach/Hainfeld, die am Wochenende zuvor mit einem 2:2-Unentschieden in Deidesheim dem morgigen Gegner den ersten Punktverlust dieser Saison beschert hatte. Den Diedesfelder Siegtreffer zum 2:1-Erfolg in Roschbach erzielte übrigens Trainer Markus Loh in der letzten Spielminute, nachdem er sich erst zwei Minuten zuvor selbst eingewechselt hatte. „Da sollte doch jetzt auch zumindest ein Unentschieden möglich sein“, überlegt Müller optimistisch. Eine 0:6-Schlappe wie am ersten Spieltag in Deidesheim erwarte er keinesfalls.

Termine

  • Landesliga: SV Viktoria Herxheim - SV Geinsheim (Samstag, 16 Uhr);
  • Bezirksliga: VfB Haßloch - VTG Queichhambach (Sonntag, 16 Uhr);
  • A-Klasse: TuS Diedesfeld - TSG Deidesheim (Sonntag, 15 Uhr).
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