Deidesheim / Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: In Mußbach, Deidesheim und Diedesfeld viel Arbeit in der Zwangspause

Daniel Walter (links), Jugendleiter der SG Mußbach, und Trainer Lukas Neu schauen sich die Teppichfliesen an, mit denen die Trib
Daniel Walter (links), Jugendleiter der SG Mußbach, und Trainer Lukas Neu schauen sich die Teppichfliesen an, mit denen die Tribüne in der neu geschaffenen Lounge ausgestattet werden soll.

Dass vor Ende März erneut in der A-Klasse um Punkte gespielt wird, davon gehen die Verantwortlichen bei der TSG Deidesheim, dem TuS Diedesfeld und der SG Mußbach nicht aus. Aber auch ohne Trainings- und Spielbetrieb gibt es in diesen Vereinen viel zu tun. Wein musste vor Weihnachten geliefert werden. Und eine Lounge mit Pay-TV entsteht.

Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten VfB Iggelheim führt die TSG Deidesheim die Tabelle der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt, Staffel West, an. Die Deidesheimer befanden sich bis Oktober auf dem besten Weg, sich früh den Wiederaufstieg in die Bezirksliga Vorderpfalz zu sichern, wurden jedoch wegen der coronabedingten Saisonunterbrechung jäh gestoppt.

Auch beim Tabellendritten TuS Diedesfeld und dem Schlusslicht SG Mußbach, die nur fünf Zähler voneinander getrennt sind, ist die zukünftige Klassenzugehörigkeit völlig offen. Sowohl Auf- als auch Abstieg sind aufgrund der Ausgeglichenheit der nur acht Teams umfassenden Spielklasse möglich. In allen Vereinen nutzt man indes die lange Zwangspause, um die Infrastruktur zu verbessern.

Von wegen Pause

„Die Stimmung ist bei uns trotz des ruhenden Spiel- und Trainingsbetriebs okay. Natürlich wollen die Jungs lieber auf dem Platz stehen, aber die Gesundheit steht über allem. Einige halten sich mit einer App fit“, erzählt Andreas Anslinger, Fußball-Abteilungsleiter der TSG Deidesheim. Zu zukünftigen Zu- und Abgängen könne er noch nichts sagen. „Wir haben noch nicht einmal 30 Prozent dieser Saison hinter uns. Deshalb ist es zu früh, um Neues vermelden zu können. Wir müssen erst einmal schauen, ob beziehungsweise wann es überhaupt weitergeht. Das eine oder andere Gespräch findet natürlich statt“, sagt er zu den Planungen. „Vor Ende März wird sicher kein Ball rollen“, prognostiziert er.

Eine Ruhepause gebe es jedoch nicht. „Der Bau unseres neues Kunstrasens spannt die Mannschaften voll ein. Wir haben Gruppen gebildet, die sich gleichmäßig mit Eigenleistungen einbringen. Das ist auch schön, denn so bleiben wir alle ständig in Kontakt“, stellt er fest. „Alle drei aktiven Mannschaften, die Senioren und auch die Jugendspieler packen mit an und können es kaum erwarten, auf unserer schönen Anlage wieder kicken zu können“, verkündet Anslinger stolz. Losgelöst davon seien alle damit beschäftigt gewesen, den im Herbst präsentierten TSG-Wein noch rechtzeitig vor Weihnachten auszuliefern.

Planungen beginnen

Beim TuS Diedesfeld ist vorgesehen, losgelöst von der zukünftigen Klassenzugehörigkeit, nach dem Jahreswechsel mit den Planungen für die Zukunft zu beginnen. Zu- und Abgänge stehen laut Spielleiter Bernd Dehm noch nicht fest. Bis zur Saisonunterbrechung sei die Stimmung bei allen Mannschaften und Trainern sehr gut gewesen. Über die Entscheidung des Verbands seien jedoch viele unglücklich, wenn auch das Verständnis für diese Maßnahme da sei. „Die Spieler trainieren für sich alleine, um sich halbwegs fit zu halten. Darunter leidet natürlich der Kontakt untereinander“, erzählt Dehm. Nach dem Lockdown sei jedenfalls eine mehrwöchige Vorbereitung nötig, „um alle wieder auf einen vernünftigen Stand zu bringen“, sagt er. Ob im März tatsächlich gespielt werden könne, sei für ihn keinesfalls sicher.

In den vergangenen Wochen seien unter Einhaltung der Hygieneregeln einige Arbeiten im Außenbereich erledigt worden. Aber da inzwischen ein harter Lockdown verhängt worden sei, ruhten auch diese Arbeiten. Ansonsten werde die Mitgliederdatei überarbeitet und optimiert.

Junge Spieler einbinden

„Bei uns versucht jeder, den Alltag irgendwie hinter sich zu bringen, und hofft, dass dieser Albtraum im Laufe des nächsten Jahres irgendwann endet“, sagte Lukas Neu, Trainer der SG Mußbach, zur derzeitigen Situation. „Gut ist natürlich, dass einige Spieler ihre Verletzungen in Ruhe auskurieren konnten. Andere halten sich mit regelmäßigen Laufeinheiten fit. Aber es gibt auch einige, welche die aktuelle Ruhe genießen, was völlig in Ordnung ist“, erzählt er. Neu ahnt, dass es wie im vergangenen Jahr wieder zu einem Saisonabbruch kommt. „Es drohen eine Annullierung und ein Neubeginn im Sommer. Ich befürchte jedenfalls, dass diese Saison nicht wie geplant im März fortgesetzt werden kann“, sagt er. Das erschwere natürlich die Planungen, aber alle Hausaufgaben seien trotzdem erledigt worden. „Wir haben den aktuellen Kader bereits für die kommende Saison gesichert. Außer Robert de Vel, der seine Laufbahn im Sommer beenden möchte, bleiben alle Spieler an Bord“, verkündet Neu stolz. Seiner Philosophie, zunehmend Jugendspieler einzubinden, wolle er treu bleiben. Die Gespräche mit den A-Junioren hätten bereits stattgefunden.

Lounge mit Pay-TV

Auch bei der SG Mußbach werde laut Neu derzeit gebaut. „Wir wollen die Strukturen weiter verbessern. Zurzeit entsteht eine neue Lounge mit Pay-TV. Und wir planen eine Fitnessraum inklusive Physiobereich. In dieser Entwicklung wird uns Corona nicht stoppen“, ist er sich sicher.

Im Keller unter dem Clubgebäude richten sich die Fußballer gerade eine Lounge ein. Der große Bildschirm hängt bereits an der Wand. „Wir können hier alle Fernsehsender streamen“, erzählt Jugendleiter Daniel Walter. Die Tribüne davor ist bereits gebaut, muss aber noch gefliest werden. „Wir nehmen schwarz-weiße Teppichfliesen – unsere Vereinsfarben“, verrät Walter. Kissen sollen ausgelegt werden. Und der Fußboden werde in dem 40 Quadratmeter großen Raum komplett mit Kunstrasen ausgelegt. Früher war hier einmal der Jugendraum. Und die Trikots der Spieler sind hier gelagert worden.

Verlosungen auf Instagram

Um diese Pläne zu finanzieren, hätten sie verschiedene Einnahmequellen, berichten Neu und Walter. Sie erhielten die Eintrittsgelder aus Spielen der Ersten und Zweiten Mannschaft. „Und wir schenken bei den Spielen aus“, ergänzen sie. „Die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf gehen an den Verein. Die Einnahmen von der Essenausgabe gehen an die Aktivität.“ Derzeit liefen die Planungen im Hintergrund. Über Instagram haben die Mußbacher zuletzt Supermarkt- und Imbissgutscheine verlost. Zum Abschluss waren am ersten Weihnachtsfeiertag Torwart-Handschuhe sowie ein Trikot und Fußballschuhe des Zweitligisten Jahn Regensburg in die Verlosung gegangen. Dort spielt der Cousin von Lukas Neu, Erik Wekesser. Bei dem Trikot handelt es sich um genau jenes Jersey, das Wekesser in der zweiten Hauptrunde um den DFB-Pokal beim 4:2-Erfolg seiner Regensburger beim SV Wehen Wiesbaden getragen hat. „Aber gewaschen“, betont Neu und lacht. Wekesser hatte Jahn Regensburg mit 1:0 in Führung gebracht. Der Erlös aus den Verlosungen soll einem Kindergarten gespendet werden.

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