Kirrweiler
Das dritte Kunstpfad-Objekt steht
„Leichtigkeit“ heißt die etwa 2,4 Meter hohe Skulptur, die am Sonntag nach einem Kunst-Spaziergang entlang eines kleinen Kunsthandwerkermarkts, der zur Kirrweilerer Kerwe gehörte, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Musikalisch begleitet wurde dieser Spaziergang von dem Saxophonduo „Sax two walk“. Der Tenorsaxophonist Sebastian Nagel und der Baritonsaxophonist Paul Stoltze schafften es mühelos, gleichzeitig zu laufen und zu spielen. Mit dabei war auch der Bildhauer Markus Bäcker, der Schöpfer der Skulptur. Unter dem Namen Lilau gestaltet er in der Westpfalz Skulpturen aus Stahl, Holz und Stein und verkauft sie international.
„Leichtigkeit ist im Leben wichtig“, sagt der Künstler
Bei der Sammlung und Bewertung von Vorschlägen für dieses dritte Kunstobjekt für den Kirrweilerer Kunstpfad seien acht Arbeiten in die engere Wahl gekommen, darunter zwei von Markus Bäcker, berichtete Herbert Pauser, der Organisator des Skulpturenpfads, der durch die Gemarkungen von Kirrweiler, Maikammer und St. Martin führen soll. Der Titel „Leichtigkeit“ steht bei Bäcker für eine ganze Serie ähnlich aufgebauter Arbeiten. „Leichtigkeit ist im Leben wichtig“, man solle das Leben leicht nehmen, begründet Bäcker seine Vorliebe für diesen Namen, und ergänzt: „Leichtigkeit ist quasi mein Markenzeichen.“ Dass das mit der Leichtigkeit nicht immer ganz leicht ist, davon konnte der Kirrweilerer Bürgermeister Ralf Metzger berichten. Er hatte Bäcker am Freitag geholfen die „Leichtigkeit“ am Kunstpfad entlang des Kropsbaches, auf einer Fläche zwischen Spielplatz und Schwanenweiher, aufzustellen. Dabei habe ein Betonfundament gegossen, ein Stahlsockel und letztendlich die Holzskulptur aufgestellt werden müssen, erläuterte Metzger. „Es war nicht leicht, die ,Leichtigkeit’ aufzustellen, danach war ich fertig“, gestand der pensionierte Lehrer und ehrenamtliche Bürgermeister.
Die Skulptur wirkt vierteilig, doch sie besteht aus einem Stück
Die Skulptur „Leichtigkeit“ scheint aus vier gleich großen Rechtecken, die leicht schräg aufeinander stehen und nach verschiedenen Seiten ausgerichtet sind, zu bestehen. Doch dieser Eindruck täuscht, denn es ist ein durchgehendes Holzstück. Es steckt ein beachtliches handwerkliches Können darin, die Skulptur so zu gestalten, dass der Eindruck entsteht, sie würde aus mehreren Teilen bestehen. Das Holz fühlt sich dabei rau an, und es ist rau bearbeitet, Abdrücke von Werkzeugen sind zu erkennen, die Strukturen sind eher grob gestaltet, die Oberfläche ist teils splittrig. Das Holz hat unterschiedliche Brauntöne, ist teils schwarz. Durch eine spezielle Beize, die unter anderem aus Essig und Metall bestehe, seien diese unterschiedlichen Farbtöne entstanden, berichtete Lilau.
Große Kerben in der Außenseite der Skulptur tragen dazu bei, dass sie wirklich leicht, fast zart und elegant wirkt. Durch Sonnenlicht werde dieser Eindruck noch verstärkt, was am Sonntag angesichts der Wetterlage nicht überprüft werden konnte. Beim Betrachten der Holzskulptur entsteht jedenfalls der Eindruck einer menschlichen Figur. Verstärkt wird diese Wahrnehmung noch dadurch, dass die „Leichtigkeit“ mitten auf einer Wiese steht. Lilau allerdings teilt diese anthropomorphe Interpretation nicht: „Es geht nur um die Leichtigkeit“, so Lilau.
Es sei wichtig die Kunstszene zu unterstützen, betonte Dietmar Seefeldt, Landrat des Kreises Südliche Weinstraße. Auch weil Kunst und Wein, Wein und Kultur zusammengehörten. Kunst bringe Schönheit in das Leben, sagte die Kirrweilerer Weinprinzessin Marlen Kober.
Das vierte Kunstpfad-Objekt ist schon in Planung
Im September vergangenen Jahres war der Kunstpfad Kirrweiler eröffnet und die beiden ersten Kunstobjeke – „Three Pillars“ von Karin van der Molen und „Hambacher Tor“ von Roger Rigorth – aufgestellt worden. Das nächste Objekt soll nun im Frühjahr 2023 folgen. Finanziert und verantwortet wird es im Unterschied zu den drei Vorgängern aber nicht von der Gemeinde, sondern von dem im vergangenen Jahr aufgelösten Verein „Kirrweiler Fasnachtsbrüder“. Der erst 1995 gegründete Verein sei aufgelöst worden, weil es an Aktiven fehlte und nach der geplanten Sanierung der Schulturnhalle kein Veranstaltungsort mehr zur Verfügung stehe, so Karl-Ludwig Vatter, bis zur Auflösung Vorsitzender und jetzt Liquidator der „Fasnachtsbrüder“. Mit dem Vereinsvermögen solle ein Kunstobjekt bezahlt werden, das mit Fasnacht in Verbindung stehe. Wie dieses aussehen könnte, wollen einige ehemalige Fasnachtsbrüder in Absprache mit Herbert Pauser festlegen. Mit der Ausführung soll dann der Duttweilerer Bildhauer Bernhard Mathäss beauftragt werden, der auch bereits im benachbarten Maikammer zum Zuge kam. Seine Sandstein-Hand war als eines von zwei Objekten für die dortige Kunstpfad-Premiere ausgewählt worden und soll am 16. Oktober eingeweiht werden.