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Montag, 09. April 2018 Drucken

Haßloch

„Geburtstagsständchen“ mit Lobeshymne

HASSLOCH: Musikverein feiert mit Jubiläumskonzert des Konzertanten Blasorchesters 60-jähriges Bestehen – Zimnol seit 25 Jahren Dirigent

Von Jutta Meyer

Ein eindrucksvolles Jubiläumskonzert veranstaltete der Musikverein, der 60 Jahre alt wird, und dessen Konzertantes Blasorchester seit 25 Jahren von Franz Zimnol dirigiert wird. Zimnol hatte ein anspruchsvolles Programm erarbeitet, das von den Instrumentalisten Können und Einsatz forderte.

Gelungener Einstieg war die schwungvolle „Festive Overture“ von Alfred Reed. Nach „An American in Paris“ von George Gershwin und der Filmmusik aus „Die Planeten“ war ein erster Höhepunkt die Darbietung der exzellenten Flötistin Tanja Weis, die „Rhapsodie for Flute“ spielte. Der Moderator Stefan Weis erklärte zuvor die Entstehung und Bedeutung der Flöte. Seine Erläuterungen zu den einzelnen Stücken ermöglichten es den Zuhörern, sich besser in die einzelnen Darbietungen einzufühlen.

Karin Flörchinger, die am Fuße des mächtigen Berges Pilatus in der Schweiz aufgewachsen ist, brachte den Konzertbesuchern die Legenden, die sich um diesen Berg ranken, in ihrer Muttersprache nahe, bevor das Orchester mit „Mountain of Dragons“ von Steven Reinike beeindruckte. Temperamentvoll präsentierte das Blasorchester „Wonderful Town“ von Leonard Bernstein. Einen „verrückten Notenmix“ erlebte das Publikum bei „Wrong Note Rag“ ebenfalls von Bernstein. Bei „Oblivion“ von Astor Piazolla, einem der bekanntesten Tangos des Komponisten, entlockte Rainer Dietz seinem Sopransaxophon bezaubernde Töne. Bei „Mambo Greats“ brillierte die Schlagzeuggruppe des Orchesters. Musikalisch perfekt umgesetzt wurde vom Orchester „Autumn Leaves“ von Joseph Kosma.

Einen weiteren Höhepunkt erlebte das Publikum bei der Darbietung „Big Bands in Concert“ aus der Swing-Ära. Kompositionen von Glenn Miller, Duke Ellington, Tommy Dorsey und Stan Kenton bestimmten den unvergleichlichen Sound. Langanhaltender Beifall war der Dank des Publikums für diese wunderbaren Darbetungen. Mit einer kleinen Zugabe verabschiedeten sich die Musiker.

Der Vorsitzende des Konzertanten Blasorchesters Jürgen Geibert gab einen kurzen Einblick in die Geschichte des Musikvereins, der 60 Jahre besteht. Im September 1953 fanden sich im Lokal Keller zwecks Gründung einer größeren Blaskapelle 23 junge Musikinteressierte ein. Initiatoren waren Georg Ohlinger und Fritz Deck. Der Bläserchor des evangelischen Kirchenvereins hatte sich gerade aufgelöst, und die ersten Proben der neuen Kapelle fanden unter dem Dirigenten Georg Ohlinger in der Werkstatt von Theo und Eugen Himmighöfer in der Kirchgasse statt. Am 30. September 1958 fand in der Weinstube Löwer mit 31 Musikfreunden die Gründung des Musikvereins statt. Kapellmeister Siegfried Salten übernahm die Leitung, sein Nachfolger wurde Ralf Rudolph. Mit Stücken aus dem Bereich der modernen und symphonischen Blasmusik brachte man das Orchester auf den Weg.

1993 übergab Ralf Rudolph den Dirigentenstab an Franz Zimnol, der das Orchester nun seit 25 Jahren leitet. „Mit ihm haben wir eine musikalische Reise angetreten, die weit über das hinausgeht, was alltäglich ist und jenseits davon liegt, was man sich 1958 vorstellen konnte“, so Vorsitzender Jürgen Geibert. Zimnol bezeichnete er als einen Dirigenten, der ein hohes Maß an Musikalität besitze und einen wesentlichen Teil dazu beigetragen habe, dass sich das Blasorchester zu einem außerordentlichen Ensemble entwickelt habe. Zimnol komponiert, arrangiert und sucht mit den Musikern zusammen neue Wege. Sein Fleiß habe sich auch im Weihnachtskonzert gezeigt, bei dem er zum Beispiel für die Neubearbeitung für Blasorchester mehr als 140 Stunden investierte. „Unser großer Respekt und unsere große Anerkennung gebühren ihm für sein nun 25-jähriges Engagement für den Verein und das Orchester“, sagte Geibert.

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