Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wirtschaftsförderung: Unternehmen halten der Stadt die Treue – und investieren

2022 eröffnet: Das „Cubex One “ in Nachbarschaft zum Uniklinikum ist das mittlerweile achte Gründerzentrum in Mannheim.
2022 eröffnet: Das »Cubex One « in Nachbarschaft zum Uniklinikum ist das mittlerweile achte Gründerzentrum in Mannheim.

Strahlende Gesichter bei der Mannheimer Wirtschaftsförderung. „Die positive Entwicklung am Standort setzt sich fort“, vermeldete Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch (CDU) bei der Vorstellung des Jahresberichts. Besonders erfreulich sind dabei die Investitionen am Standort. Für Grötsch ist das ein klares Zeichen.

Rund 250 Millionen Euro verbaut das Unternehmen Roche aktuell am Standort Mannheim, bei ABB in Käfertal entsteht ein Innovationszentrum, Traktorbauer John Deere investiert in eine Farbgebungsanlage und Fuchs Petrolub baut gerade für 25 Millionen Euro eine neue Konzernzentrale – und das sind nur einige Beispiele laufender oder geplanter Bauprojekte in Mannheim. Für Grötsch drückt sich durch diese Tätigkeiten die Identifikation mit dem Standort am besten aus. „Und die Sicherung von Arbeitsplätzen geht damit einher.“

Die aktive Begleitung von Bestandsunternehmen und Neuansiedlungen ist das erklärte Ziel der Mannheimer Wirtschaftsförderung. „Das geht vom Erstkontakt über die Behördenmoderation bis zur Inbetriebnahme und Umsetzung“, erklärte der stellvertretende Fachbereichsleiter Elmar Bourdon. So werde eine Vertrauensbasis mit direkten Ansprechpartnern geschaffen, die sich im Umkehrschluss durch Identifikation auszahlt: „90 Prozent der befragten Unternehmen sind mit dem Unternehmensstandort zufrieden, 79 Prozent bewerten die Arbeit der Wirtschaftsförderung positiv, und 91 Prozent bewerten die Kompetenz der jeweiligen Ansprechpartner positiv“, zählte Grötsch auf.

Bericht als Hochglanzbroschüre

Das führe zu einer im bundesweiten Städtevergleich ungewöhnlich hohen Loyalität von 93 Prozent bei der Frage nach der Standortverbundenheit. „86 Prozent der Betriebe betrachten Mannheim als den perfekten Standort“, freute sich Grötsch. Man spüre zwar nach wie vor die Auswirkungen der Pandemie, aber die Gesamtentwicklung sei sehr positiv. „Die Zahlen steigen wieder.“

Präsentiert werden die Zahlen in einer Hochglanzbroschüre, mit der sich der Fachbereich auch ein klein wenig selbst auf die Schulter klopft. Dafür gebe es allerdings auch gute Gründe, befand Fachbereichsleiterin Christine Ram. „Die Wirtschaftsförderung hat im vergangenen Jahr wieder zahlreiche für den Standort wichtige Projekte vorantreiben können und setzt sich dafür ein, dass Unternehmen auch in Zukunft gute Bedingungen in Mannheim vorfinden.“ Das gelte für global agierende Konzerne ebenso wie für Existenzgründer.

Auch wieder mehr Arbeitsplätze

Überhaupt habe Mannheim gerade in Sachen Existenzgründungen das landesweit ohnehin schon überdurchschnittliche Niveau sogar noch ein wenig ausgebaut. Beweis dafür sei die nach wie vor große Nachfrage nach Standorten in den Existenzgründerzentren. Und die Betreuung lasse sich an einer weiteren Zahl ablesen: „86 Prozent der Start-ups sind auch nach drei Jahren noch am Markt und am Standort Mannheim.“ Dabei habe sich die Struktur ein wenig gewandelt, von vornehmlich digitalen Unternehmensideen wieder zurück zu handfester Produktion. „Physische Unternehmen“, nennt Bourdon diese.

Der gesamte Mix spiegle sich auf dem Arbeitsmarkt wieder. So stieg die Anzahl der Beschäftigten auf 195.189 gegenüber 191.633 im Jahr 2021. Jede Menge guter Nachriten also. Die Arbeit wird den 36 Mitarbeitenden der Wirtschaftsförderung jedoch auch in Zukunft nicht ausgehen, ist sich Ram sicher. Als Grund dafür nannte sie etwa die strategischen Kompetenzfelder Medical Technology, Green Technology, Smart Industries und Social Economy. Außerdem haben sich die Wirtschaftsförderung und die acht größten Unternehmen am Standort angeschaut, ob es eventuell Synergien auf dem Weeg zur Klimaneutralität gibt. Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften sei eine weitere Baustelle, daneben werde die Innenentwicklung für Gewerbeflächen das zweite zentrale Thema der Zukunft werden, so Ram.

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