Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wird neue Stadtstraße zur Helmut-Kohl-Allee?

Die Umbenennung der Rheinallee in Helmut-Kohl-Allee scheiterte im Herbst 2017.
Die Umbenennung der Rheinallee in Helmut-Kohl-Allee scheiterte im Herbst 2017.

Es kommt wieder Bewegung in die Debatte, in welcher Form Ludwigshafen seinen am 16. Juni 2017 verstorbenen Ehrenbürger Helmut Kohl im Stadtbild würdigen sollte. Nach RHEINPFALZ-Informationen will die CDU in der nächsten Stadtratssitzung am 14. Juni vorschlagen, die neu geplante Stadtstraße Helmut-Kohl-Allee zu taufen. Entsprechende Überlegungen bestätige Peter Uebel als CDU-Fraktionschef im Stadtrat am Montag auf Anfrage.

„Wir führen darüber Gespräche mit anderen Fraktionen im Stadtrat, denn es geht uns um ein größtmögliches Einvernehmen in der Frage, wie wir Altbundeskanzler Helmut Kohl im Stadtbild ehren können“, sagte der 57-Jährige. Der Austausch habe sich pandemiebedingt verzögert, noch gebe es keinen festen Zeitplan. „Insofern ist alles abhängig vom Verlauf der Gespräche. Aber es ist uns als CDU Ludwigshafen natürlich ein Herzensanliegen, eine angemessene Würdigung Kohls zu realisieren. Dafür wäre eine zentrale neue Straße eine gute Option“, betonte Uebel.

„Hinzu kommt, dass die Straße besonders wichtig ist für die Verbindung über den Rhein und deshalb auch auf der Grundlage einer absoluten Ausnahmeregelung vom Bund gefördert werden kann. Mit Blick auf die Schwierigkeiten im ersten Versuch spricht für unsere Idee auch die Tatsache, dass die Straße bisher keine direkten Anwohner hat, also keine Adressänderungen oder Ähnliches erforderlich wären.“

Die 860 Meter lange Stadtstraße ist als ebenerdiger Ersatz für die Hochstraße Nord (B 44) geplant, die irreparabel beschädigt ist und abgerissen werden muss. Bis 2030 soll die Stadtstraße fertiggestellt sein. Baustart soll 2025 sein.

Rückschlag im OB-Wahlkampf

Im OB-Wahlkampf 2017 war die CDU mit ihrem Vorschlag gescheitert, die Rheinallee in Süd nach dem in Friesenheim aufgewachsenen Oggersheimer zu benennen, der in Speyer begraben liegt. Anlieger der Rheinallee und dort ansässige Gewerbetreibende hatten sich damals gegen die Umbenennung ausgesprochen und über 1000 Protestunterschriften gesammelt. Uebel kandidierte damals für den Oberbürgermeisterposten gegen Jutta Steinruck (SPD) und unterlag in der Stichwahl.

Der misslungene Versuch, wenige Monate nach Kohls Tod eine Straße nach dem Altkanzler zu benennen, war für ihn ein Rückschlag im OB-Wahlkampf. Im Anschluss wurde die Debatte vertagt – bis nach der Kommunalwahl 2019. Das Thema Kohl sollte aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Die CDU erhielt das Vorschlagsrecht. Doch der Prozess versandete weiter, obwohl sich die Fraktionen im Stadtrat grundsätzlich darüber einig waren, Kohl im Stadtbild zu würdigen.

Neu entfacht wurde die Diskussion in den vergangenen Tagen, nachdem der Bundestag am 6. Mai das Gesetz zur Errichtung einer Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung beschlossen hatte. Es sieht die Errichtung eines Helmut-Kohl-Zentrums in Berlin vor – nicht in Ludwigshafen. Für den Änderungsantrag der FDP, den Sitz der Stiftung auf Oggersheim festzulegen, stimmten lediglich die Liberalen.

Kohls Witwe lehnt das Vorhaben ab

Das Kohl-Zentrum soll der Öffentlichkeit zugänglich sein und eine ständige zeitgeschichtliche Ausstellung über das Leben und Wirken des Pfälzers und Kanzlers der Deutschen Einheit beherbergen. Sonderschauen und Veranstaltungen sind ebenfalls vorgesehen. Im aktuellen Haushalt sind 2,94 Millionen Euro für die Kohl-Stiftung eingestellt. Das Gesetzesvorhaben hat nicht die Zustimmung der Alleinerbin Helmut Kohls: Seine Witwe Maike Kohl-Richter (57) teilte mit, das Projekt der großen Koalition widerspreche dem letzten Willen ihres Mannes.

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