Ludwigshafen
Was der neue Biergarten-Betreiber an der Blies vorhat
Marc-André Unger strahlt. Für den 33-Jährigen ist der Blieskönig das erste eigene Unternehmen. „Darauf habe ich immer hingearbeitet“, sagt er. Immerhin habe er noch als Schüler seine ersten Gehversuche in der Gastronomie unternommen – damals in einem der Outlets in der 2005 eröffneten Mannheimer SAP-Arena. „Und seit dem Studium bin ich immer weiter in Richtung Gastronomie gerutscht“, erzählt er lachend. Denn seine eigentliche Studienrichtung, er hatte in Mainz das Fach der Geowissenschaften belegt, hat damit nun wirklich nichts zu tun. „Aber in Mainz habe ich im ,Aposto’ gearbeitet und mich dabei innerhalb von fünf Jahren zur Bar-Leitung hochgearbeitet.“ Zurück in der Region ging es zu L’Osteria, Gaststätte am Mannheimer Wasserturm. Er war in Restaurantmanagement und in der Restaurantleitung tätig und absolvierte nebenher eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie.
Für die nächste Gastro-Erfahrung ging es vor einem Jahr wieder zurück nach Ludwigshafen, wo Unger ein Jahr in der Vereinsgaststätte des WSV Vorwärts mitgearbeitet hat – eine ganz andere Richtung als die bisherige Systemgastronomie und ein gezielter Schritt. „Ich wollte mal etwas ganz anderes erleben“, sagt er.
Immerhin hat Unger dabei bereits die Nähe zum Seeufer schätzen gelernt und zugeschlagen, als er von den Abwanderungsgedanken der bisherigen Betreiber des „Blieskönigs“ erfahren hat. „Als sich die Chance bot, musste ich nicht lange überlegen.“
Der alte Charme soll bleiben
Der Plan für die Selbstständigkeit war da schon länger im Hinterkopf. Und im Biergarten an der Blies, den er als Pächter vom Förderverein übernommen hat, könne er auf eine gute Grundlage aufbauen. „Das Konzept war gut und wird vom Charakter her deshalb auch so weitergeführt.“ Also eine Mischung aus Gemütlichkeit mit moderaten Preisen und der ein oder anderen Veranstaltung im Laufe der Saison. „Es bleibt beim alten Charme mit der ein oder anderen Neuerung.“
Ein paar neue Salate, einige neue Flammkuchenbeläge und eventuell Pizza oder Baguettebrötchen schweben ihm vor. Die bisherigen Biersorten Schöfferhofer und Allgäuer Büble werden um ein frisches Kölsch ergänzt, und es gibt einen Winzer-Wechsel zu Seiberth-Wein Hambach mit einer bekannten Weinlage und einer nicht unwichtigen Änderung: „Er bringt auch wieder Dubbegläser mit.“ Darüber hinaus hat Unger vorgearbeitet. Er will vier hausgemachte Limonaden und zwei Eisteesorten als Erfrischung anbieten.
Hoffen auf sonnige Saison
Nun hofft Unger natürlich auf eine sonnige Saison, die für ihn schon begonnen hat. „Wir haben seit Ostern geöffnet.“ Der richtige Start soll aber mit dem Beginn der Badesaison erfolgen. Und dann ist ihm eines noch ganz wichtig: „Ich bin jetzt hier zwar der neue Pächter, aber die eigentlichen ,Blieskönige’ sind die Leute in meinem Team.“ Dabei habe er einen Teil des bisherigen Personals übernommen. Er hofft außerdem noch auf einige Saisonkräfte, beispielsweise von der benachbarten Hochschule, oder auch Schüler. Allein sei das Unternehmen schließlich nicht zu stemmen, auch wenn er als Chef selbst an jedem Tag vor Ort sein will.
Unger will sein Konzept erst einmal in diesem Sommer laufen lassen. „Danach habe ich eventuell noch weitere Pläne. Aber Vieles will ich jetzt erst einmal abwarten.“ So sieht er bei den Öffnungszeiten noch Luft. Aktuell hat er bei gutem Wetter ab 15 Uhr geöffnet. Mit Saisonbeginn gibt es schon ab 10 Uhr Speisen und Getränke. „Im Sommer werden wir eventuell bis 22 Uhr öffnen.“ Insgesamt ist der Oggersheimer rundherum optimistisch: „Es ist alles für eine erfolgreiche Saison gerichtet.“ Und als Geowissenschaftler hat er sogar ein bisschen Erfahrung mit der Wettervorhersage.