Handball
VTV Mundenheim nach Niederlage gegen Dansenberg auf Abstiegsplatz
VTV-Trainer Steffen Schneider war bedient. „Ich versuche generell immer positiv zu bleiben“, schickte der 34-Jährige voraus, bis er mit nur 20 Worten zum Rundumschlag ausholte: „Ich habe bei uns heute niemanden gesehen, der gezeigt hat, dass er nächstes Jahr in der Dritten Liga spielen will.“ Rums. Der Satz hatte gesessen. Zumal er die 60 Minuten zuvor deutlich wiedergab. Kampfgeist und Spielwitz, die die VTV-Mannschaft noch in der Vorrunde ausgezeichnet hatten, waren gegen routinierte und vor allem hochmotivierte Dansenberger nicht mehr zu erkennen. Ganz so einfach, wie es Luka Wilbrandt, mit fünf Treffern noch erfolgreichster VTV-Angreifer, in seiner Bilanz sah („Wir haben ein paar dumme Tore bekommen und vorne zu viele freie Bälle verworfen“), wollte Schneider das Spiel seiner Mannschaft nicht abhaken. „Es war niemand dabei, der Verantwortung übernommen hat“, schob Schneider hinterher. „Wenn ich wirklich nicht absteigen will, dann muss ich von Anfang an eine andere Körpersprache zeigen“, schimpfte er.
Gäste gleich tonangebend
Tatsächlich waren die Gäste von Beginn an tonangebend, lagen nach nur fünf Minuten mit 4:1 in Führung. Es waren die Routiniers, die dabei die Verantwortung übernahmen. Jan Claussen zum Beispiel, der von der Spielmacherposition seine Außen und Sebastian Bösing am Kreis ins Spiel brachte, und natürlich Gunnar Dietrich, der zwar nur zwei Treffer selbst erzielte, aber trotzdem zu den Taktgebern im Angriff zählte und ein entscheidender Baustein im Abwehrverbund der Gäste war. „Wir haben eine sehr gute Abwehr gestellt. Darauf konnten wir aufbauen“, nannte der Routinier selbst einen der Schlüssel zum Erfolg.
Nur ein einziges Mal geriet das Konstrukt des TuS ein kleines bisschen ins Wanken. Luka Wilbrandt hatte gerade den 5:5-Ausgleich für die VTV erzielt (9.). „Dann haben wir zwei Bälle in der Abwehr erobert, aber den Gegenstoß jeweils nicht zu Ende gespielt bekommen. Auf der anderen Seite macht Dansenberg aus zwei Gegenstößen zwei Tore“, so Schneider. Anstelle eines möglichen 7:5 liefen die Mundenheimer mit 5:7 wieder einem Rückstand hinterher. Ein Rückstand, der für die Mannschaft in der Verfassung vom Samstag zu groß war, weil elementare Grundlagen des Handballspiels fehlten.
TuS gnadenlos effektiv
Die zeigten dafür die Dansenberger. Marco Sliwa, der an diesem Abend auf der Bank tonangebend war, nannte einen Grund dafür: „Wir haben von Anfang an sehr präzise gespielt und waren vor allem im Angriff sehr effektiv“, zählte er die größten Unterschiede auf. Sliwa sprach sogar von der „konsequentesten Chancenverwertung“ in der bisherigen Saison. Tatsächlich brachten die VTV-Torhüter kaum eine Hand an den Ball. Schneider wechselte munter durch. Nach Janik Kunz kam Nico Klein und nach der Pause Adrian Cule. Ein „Push von hinten heraus“, wie ihn sich Schneider erhofft hatte, kam von keinem.
So mussten die Gastgeber schon vor der Pause den Kontakt abreißen lassen, zog Dansenberg auf 15:10 davon. Und an eine Aufholjagd war nicht zu denken – im Gegenteil. Zehn Minuten vor dem Abpfiff sah es sogar richtig bitter aus. Beim 18:28 (54.), lagen die Gäste zehn Tore vorne, nahmen dann aber den Fuß vom Gaspedal und erlaubten den VTV zumindest noch ein wenig Ergebniskosmetik, auch wenn die von den beiden verdienten Roten Karten gegen Bastian Schleidweiler (54.) und Marco Binnes (55.) überschattet wurde. Aber der TuS hatte den Sieg da schon längst abgehakt, feierte den verdienten Derbysieg in fremder Halle.
Bei den VTV beginnt hingegen nun nicht nur die Ursachenforschung, sondern die Aufarbeitung. „Wir haben Absprachen, Trainingsinhalte und die Ergebnisse von Videoanalysen nicht auf die Platte gebracht.“ Das alles wird in den letzten drei Saisonspielen im Kampf gegen den Abstieg aber dringend nötig sein. Und natürlich eine andere Körpersprache mit mehr Überzeugung.