Ludwigshafen
Seit über drei Monaten keine Infektion mehr im BASF-Werk
Der Chemiekonzern habe sich mit Blick auf Covid-19 zwei Ziele gesetzt, erklärte Liebelt. Erstens: Die Menschen schützen. Zweitens: Den systemrelevanten Betrieb aufrechterhalten. Beides sei gelungen. „Diese Ziele haben wir erreicht“, sagte Liebelt. Seit über drei Monaten habe es keine nachweisbare Corona-Übertragung von Mitarbeiter zu Mitarbeiter mehr auf dem Werksgelände gegeben. „Wir haben keinen einzigen Betrieb wegen Corona anhalten müssen“, antwortete er auf Habecks entsprechende Nachfrage.
Innerhalb seiner Sommerreise machte der Politiker Station in Ludwigshafen, informierte sich – wie berichtet – im Stammwerk über umweltschonende Produktionsverfahren und besichtigte eine im Bau befindliche Testanlage, bei der künftig CO2-frei Wasserstoff aus Methan (Erd- oder Biogas) hergestellt werden soll.
Milliarden für die Forschung
So erfuhr Habeck etwa, dass die BASF global über zwei Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung steckt, mehr als 11.000 Mitarbeiter in rund 70 Standorten in diesem Bereich beschäftigt und der Konzern allein im Vorjahr gut 1000 neue Patente angemeldet hat.
Daneben ging es aber auch darum, wie die Verantwortlichen am weltweit größten Chemiestandort mit der Pandemie umgehen. Zum Schutz vor Corona am Verbundstandort habe die BASF ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, erläuterte Liebelt zu Habecks Frage, inwiefern Abläufe in der Produktion geändert werden mussten.
Konzept aus drei Bausteinen
Dieses Paket basiere auf einem Pyramidenmodell aus drei Bausteinen: der Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln inklusive der Aufforderung an die Belegschaft, bei Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben. Unter dem Motto „Heimarbeit, wenn möglich“ wurde die Anzahl von Personen, die am Standort in Kontakt kommen können, stark reduziert. Liebelt zufolge haben bis zu 15.000 Aniliner Homeoffice genutzt. Und für spezielle Gruppen wurden Regeln festgelegt. Diese beinhalten eine Maskenpflicht, die Bereitstellung von Reservepersonal, die Bildung von Mini-Teams sowie kontaktlose Schichtübergaben.
Sehr geringe Infektionsrate
Dieses Konzept habe sich bisher bewährt, bilanzierte Liebelt. Während die Anzahl aller bundesweiten Infektionsfälle (mehr als 200.000) eine Rate von 250 pro 100.000 Menschen ergebe, liege diese im BASF-Verbund bei lediglich 20 pro 100.000 Menschen, verdeutlichte Liebelt.
Die BASF macht keine Angaben zur Anzahl der bisher infizierten Aniliner und zu deren Gesundheitszustand. Die Werkärzte selbst machen keine Test, teilte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mit.