Handball
Eulen Ludwigshafen: Wiedersehen mit Stephan Just
Immer wieder lief er an der Seitenlinie in Höhe der Wechselzone entlang. Dann suchte er das Gespräch mit seinen Spielern. Erst Jakob Leun, dann Mika Sajenev, der U 21 Weltmeister. Die jungen Talente, die beim EHV Aue unter Vertrag stehen, möchte er fördern, ihnen zu mehr Spielzeit verhelfen: Stephan „Apollo“ Just ist nicht nur Cheftrainer im Erzgebirge, mithilfe der Kooperation mit Bundesligisten SC DHfK Leipzig will er den Nachwuchs voranbringen.
Nach drei Jahren war er wieder in Ludwigshafen. Diesmal mit dem EHV Aue, davor war er als Trainer des ASV Hamm-Westfalen hier. Es war für den gebürtigen Eisenacher die Rückkehr in die Vergangenheit. „Apollo“ trug von 2012 bis 2015 das Eulen-Trikot. Die Fans haben ihn nicht vergessen. Sie bereiteten ihm einen „warmen“ Empfang. Und Just genoss den Moment nach der Partie, die mit 40:29 (19:14) an die Gastgeber ging.
Viel Beifall
Der 44-Jährige erntete bei der Pressekonferenz viel Beifall, als er feststellte: „Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein. Ich hatte ja schon im Vorfeld gesagt, ich hatte hier drei wunderbare Jahre. Es ist immer wieder schön nach Ludwigshafen zu kommen.“ Es sei fantastisch, wie Apollo gefeiert werde, sagte Eulen-Coach Johannes Wohlrab, beeindruckt davon, wie die Eulen-Fans den Ex-Spieler empfingen. Das hat Wohlrab, der Fan der Fans, so auch noch nicht erlebt. Dann nahm Just zunächst Margot Heßler, die gute Seele der Geschäftsstelle, dann deren Ehemann, Gesellschafter Rudolf „Ringlo“ Heßler, und auch noch deren Tochter und Geschäftsführerin Lisa Heßler in die Arme.
Auch Ex-Kreisläufer Christian Klimek und Andrej Kogut, zwei der einstigen Weggefährten Justs, freuten sich auf das Wiedersehen mit dem ehemaligen Kollegen. „Wenn man sieht, welch einen Applaus ich hier bekommen habe, dann kann ich ja in Friesenheim nicht allzu viel falsch gemacht haben“, sagte Just. Zum Spiel stellte er fest: „Ein mehr als verdienter Sieg. Der Sieg ist auch in der Höhe verdient.“ Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er nur in der ersten Hälfte zufrieden. „Ein Spiel zu verlieren, ist keine Schande. Es geht immer um die Art und Weise, wie man verliert“, betonte er. Die kämpferische Einstellung habe er in der zweiten Hälfte bei seiner Mannschaft vermisst. „Das ärgert mich noch mehr als das Ergebnis“, sagte Just.
Starke rechte Seite
Die Zwillingsbrüder Finn und Jakob Leun standen noch lange mit ihrer Familie in der Halle zusammen. Diesmal ging das interne Duell an Finn, der sich mit seinen beiden Würfen aus dem rechten Rückraum in die Torschützenliste eintragen hat.
Es war der Abend der rechten Angriffsseite. Jannek Klein und Alexander Falk waren gegen die Aufsteiger in absoluter Torlaune. „Wichtig war heute, dass uns die einfachen Tore gelungen sind und wir uns absetzen konnten“, sagte Rechtsaußen Falk. Der 25-Jährige war einfach nicht zu bremsen. Jeder Wurf war diesmal ein Treffer. Das Eigengewächs traf neunmal.
Ein besonderes Tattoo
Jannek Klein, der immer wieder mit einer Wucht durch die Lücke marschierte und als Kämpfer vorausging, traf von neun Würfen sechs Mal. Da konnte ihn selbst ein Zusammenprall mit Sebastian Paraschiv nicht bremsen. Dazu passte sein Tattoo am linken Unterarm, das einen Löwen zeigt. „Das hat eigentlich keine Bedeutung. Ich könnte jetzt sagen, ich habe mich zwei Mal nach einer schweren Verletzung zurückgekämpft. Nein, es hat mir einfach gefallen. Und so lange es keinen Totenkopf ist, hat es meine Mama mir auch erlaubt“, erklärte Klein. Dagegen sei seine Oma von „diesem Sch…“ nicht begeistert gewesen. Man spürte bei ihm seine Freude über den deutlichen Sieg. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass der Trainer nicht mit allem einverstanden gewesen sei. „Wir waren in der Endphase zu schludrig und haben noch zu viele Gegentore bekommen“, sagte Klein.
Am Mittwoch (19 Uhr) geht’s im Sportzentrum des TV Hochdorf im Pokal gegen Liga-Rivalen VfL Eintracht Hagen. Zwei Tage später geht es in der Liga beim Aufstiegsfavoriten TuS N-Lübbecke weiter. Tickets für den Pokal-Partie gibt’s in der Geschäftsstelle der Eulen, online und an der Abendkasse.