Bogenschießen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Weltklasse-Athlet auf Werbetour

Thomas Bugger (im Hintergrund) reagiert auf einen Vergleich allergisch. Er liebt und lebt seinen Sport.
Thomas Bugger (im Hintergrund) reagiert auf einen Vergleich allergisch. Er liebt und lebt seinen Sport.

Thomas Bugger gehört zu den ganz Großen in seinem Sport. Er ist dreifacher Weltrekordler, viermaliger Europameister. Nun geht er sozusagen auf eine Missionar-Tour, um Menschen für das Bogenschießen zu begeistern. Beim RSC Ludwigshafen legt der 58-Jährige diese Woche los. Der Verein hat unterdessen Einiges vor.

Bogenschießen ist olympisch und dennoch eine einfache Sportart – oder auch nicht. „Das lernt man ziemlich schnell – nach zwei Wochen Training haben auch Anfänger den Dreh längst raus und treffen das anvisierte Ziel leicht. Nur: Wer sich bei dieser Disziplin spezialisiert und sportlich einmal höher hinauswill, braucht Disziplin, Trainingsfleiß und Willen.“ Der den Neulingen diese Maxime mit auf den Weg gibt, muss es wissen: Thomas Brugger, dreifacher Weltrekordler, viermaliger Europameister und 24-facher deutscher Meister in mehreren Disziplinen hat selber erst vor 13 Jahren mit dieser Sportart begonnen und gehört heute längst zur Weltklasse.

Der 58 Jahre alte ehemalige Laborleiter der BASF will für das Bogenschießen als Sportart „Begeisterung wecken und es hierzulande weiterbringen“ – und deshalb stellt er sich ehrenamtlich als sprachmächtiger und lebhafter Trainer für Kinder und Jugendliche zur Verfügung.

Der Radsportclub (RSC) Ludwigshafen, der seit zwei Jahren mit inzwischen 26 Bogenschützen eine nur auf den ersten Blick „sportartfremde“ Abteilung unterhält, nutzte diese Möglichkeit und gab einer kleinen Anfängerschar die Chance, mit einem der Größten dieser Disziplin im Innenraum der Radrennbahn in Friesenheim gemeinsam die ersten Pfeile fliegen zu lassen. Brugger: „Wie man sieht, lernen die Kinder das schnell. Mit anderen Worten: Man wird schnell gut…“

Der in Rödersheim-Gronau lebende Weltklasse-Bogenschütze gehört dem Schützenclub Bad Dürkheim an und hat mit seiner erst seit 2009 betriebenen Sportleidenschaft als Bogenschütze nur ein Problem: Wenn Laien als Erstes einen Zusammenhang mit dem legendären englischen Volkshelden und Rebellen Robin Hood herstellen, wird er fast giftig. „Ich kann das nicht hören. Bogenschießen ist in unseren Tagen etwas völlig anderes und vor allem: etwas völlig Friedliches“, betont er.

Und so gestaltete er auch seine ersten Trainingseinheiten für die Anfänger beim RSC Ludwigshafen. Nach einer heiteren, aber intensiven Stunde auf dem Rasen des Rennbahn-Innenraums ließ er auf kleine, aufgeblasene Luftballone schießen – die nicht ausbleibenden Treffer wurden begeistert bejubelt.

Das Training mit den Anfängern zeigte den „Kiebitzen“ auch, wie fröhlich diese Sportart gestaltet werden kann. „Es ist ein Sport für die ganze Familie,“ weiß Alexander Braun, „da können Vater, Mutter und Kinder gleichzeitig in ihren Altersklassen oder auch einfach gegeneinander antreten.“ Der Architekt aus Mannheim, der mittlerweile dem RSC-Vorstand als Vertreter seiner Sportart angehört, baut zur Zeit eine Jugendabteilung auf und hat als nächsten Termin für einen Schnupperkurs und Infoabend den 24. Mai, 18 Uhr, auf der Radrennbahn (Eingang Neuwiesenstraße) terminiert. Braun: „Die Corona-Pandemie hat uns beim Organisieren der Jugendabteilung leider ziemlich stark zurückgeworfen – das wollen wir jetzt aufholen.“

Deutsche Meister im Klub

Bei den Anfängertrainings stehen auf dem weitläufigen Parcours gleich mehrere erfolgreiche Bogenschützen als Instruktoren für die Neulinge zur Verfügung. Der 58 Jahre alte Braun zum Beispiel, der selber deutscher Meister mit dem Blankbogen ist. Cheftrainer ist Jochen Bollhöfer, SAP-Berater aus Böhl-Iggelheim, den eine RSC-Statistik als elffachen deutschen Meister in Feld und Halle ausweist. Er hat stets seine Tochter Lena zur Seite. Die elf Jahre alte Gymnasiastin hat das Talent als Bogenschützin von ihrem Vater geerbt und wurde in ihrer Altersklasse bereits dreimal deutsche Meisterin. Das Trio wird den RSC Ludwigshafen bei den Regionalmeisterschaften am Sonntag in Elmstein und am 22. Mai in Jockgrim vertreten. Dann ist als vierte RSC-Bogenschützin auch Leandra Jäger dabei.

Den „Einstieg“ in diese Sportart, deren „Fachsprache“ die Newcomer gewissermaßen „nebenbei“ erlernen, macht der RSC Ludwigshafen den Anfängern jeden Alters leicht: „Es muss sich keiner erst einen Bogen und Pfeile kaufen – das stellen wir zunächst alles aus unseren Beständen zur Verfügung,“ sagte Braun.

Noch Fragen?

Anmeldungen zum Schnupperkurs am 24. Mai unter: rsc-info@x-freunde.de

Jeden Dienstag ab 18 Uhr und jeden Sonntag ab 16 Uhr können Neulinge auf dem Gelände der Radrennbahn üben. Weitere Infos gibt es unter 0176 / 41 878 301.

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