Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Aldi-Pläne sorgen für Streit in Rheingönheim

Bleibt TVR-Vorsitzender: Heinz Zengerle.
Bleibt TVR-Vorsitzender: Heinz Zengerle.

Die Pläne für einen Aldi-Neubau mitten in Rheingönheim sorgen für kontroverse Diskussionen: Der TV Rheingönheim will einen Teil seines Vereinsgrundstücks an den Discounter verkaufen und mit dem Geld Sportanlagen modernisieren. Der Ortsbeirat sieht das kritisch und fordert mehr Transparenz und Beteiligung. Denn es geht auch um städtische Flächen und die Dorfentwicklung.

Im südlichsten Stadtteil Ludwigshafens, auf einem Teil des Geländes des TV Rheingönheim (TVR) in der Bürgermeister-Horlacher-Straße, soll ein neuer Aldi-Supermarkt gebaut werden. Weichen müssten dafür die vereinseigenen Tennisplätze sowie die Beachanlage. Die Vorstandschaft hatte darüber längst die Mitglieder informiert und um zahlreiches Erscheinen bei der Mitgliederversammlung Ende Oktober für die Abstimmung über den Verkauf des Geländes gebeten. Mit 108 Anwesenden sei die Teilnahme dann auch rekordverdächtig hoch ausgefallen, teilte der Verein nun mit.

„Der Verkauf stellt eine große Chance für den 1878 gegründeten Verein dar, denn der direkt an die vereinseigene Turnhalle angrenzende Sportplatz lädt seit Jahren leider weniger zum Sport ein“, sagen die Verantwortlichen. In den nächsten Jahren soll daher der Vereinsführung zufolge das verbliebene Gelände großflächig umgebaut und modernisiert werden. Zentraler Bestandteil soll ein sogenannter Multisport-Court werden. „Dieser mit einem Spezialboden ausgestattete Platz ermöglicht das Ausüben vielfältigster Sportarten unter freiem Himmel“, heißt es in einer Presseerklärung des TVR.

Ortsvorsteher vermittelt Gespräche mit Aldi

Dass dieses Konzept die allermeisten Vereinsmitglieder überzeugt hat, davon zeugt das Abstimmungsergebnis über den Teilverkauf des Vereinsgrundstücks: „Das von der Vorstandschaft vorgestellte Konzept wurde mit einer überragenden Mehrheit angenommen, was einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft für den Verein bedeutet“, so die Verantwortlichen. Bei den darauffolgenden Neuwahlen wurde Heinz Zengerle in seinem Amt als Vorsitzender einstimmig bestätigt, als zweite Vorsitzende wurde Christine Schmiel gewählt.

Durch die Vermittlung von Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) hatte es bereits Anfang des Jahres Gespräche des Vereins mit Vertretern der Firma Aldi gegeben. Diese hätten den Sportlern ein interessantes Angebot gemacht, hieß es damals.

„Glücksfall“ für den Verein

Wie seinerzeit berichtet, will Aldi eine neue Filiale auf dem Gelände der beiden Tennisplätze bauen, das der Verein schon seit Jahrzehnten von der Stadt gepachtet hat. Aber auch das Areal des Beachplatzes und ein Grundstücksstreifen werden für den Supermarkt-Neubau benötigt. Diese Flächen gehören dem Verein. „Wir müssen in die Zukunft schauen. Weil das ganze Gelände bisher nicht ausreichend genutzt werden konnte, ist es ein Glücksfall, dass sich Aldi hier ansiedeln will“, bilanzierte der Vereinsvorsitzende. Es gebe hier die Chance für den Verein, ein völlig neu gestaltetes Gelände zu bekommen und die immer wieder geforderte sportliche Neuausrichtung mit neuen Sportmöglichkeiten zu verwirklichen. Dafür hat er nun auch grünes Licht von den Mitgliedern bekommen.

Im Ortsbeirat sorgte diese Entwicklung am Mittwochabend für eine hitzige Diskussion. Allen voran forderte die SPD-Fraktion, dass der Ortsbeirat an den Entscheidungen über die Zukunft des Geländes mitten im Stadtteil stärker beteiligt werden müsse. Denn es gehe auch um städtische Grundstücke. Denkbar wären dort auch Wohnbebauung oder zum Beispiel eine Tagespflege-Einrichtung. Der Ortsbeirat will über die Gutachten, die die Stadtverwaltung angeblich zu den Plänen schon beauftragt hat, informiert werden, über verschiedene Möglichkeiten für das Gelände mit allen Beteiligten diskutieren und erst dann entscheiden.

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