Gewichtheben
AC Mutterstadt hat noch eine kleine Chance aufs Finale
Mit diesem Ergebnis war im Vorfeld nicht zu rechnen. Die Gastgeber gingen als Tabellenvierter mit zuletzt starken Leistungen vor den eigenen Fans als Favorit in den vorletzten Saisonkampf. Doch es sollte anders kommen. Das hatte auch mit Max Lang zu tun. Der Mutterstadter Nationalheber stahl mit einer international sehr guten Leistung von 184 Kilopunkten als Relativbester allen Athleten die Show. „Ja, ich bin sechs Wochen vor der EM gut drauf. Das wollte ich im Wettkampf unter Beweis stellen. Am Ende waren das sogar noch mehr Punkte als geplant“, sagte der AC-Mannschaftskapitän.
Für das Reißen hatten sich die Mutterstadter eine besondere Taktik zurechtgelegt. Die „starken Mädels“ Sarah Davies, Myrthe Timmermans und Nina Schroth griffen in der ersten Gruppe zum Eisen. Die Rechnung ging mit 325,5:321 Kilopunkten für den ACM auf – und der erste Punkt war unter Dach und Fach. „Wir wollten mit der Aufstellung Druck aufbauen und vielleicht sogar etwas provozieren. Im Stoßen sollten unsere starken Herren die letzten Versuche machen. Das war der Plan“, verriet der Sportliche Leiter Stefan Mohr.
Max Lang mit Topwert des Abends
Im Stoßen baute der ACM sogar seinen Vorsprung noch weiter aus. Allerdings profitierten die Gäste auch vom Fehlen des französischen Tophebers Bernardine Kingue Matam und der Verletzung seines Landsmannes Redon Manushi, der im Stoßen nicht mehr an seine Leistungsgrenzen gehen konnte.
Absolut in Richtung Leistungsgrenze ging dafür Max Lang. Seine 186 Kilogramm waren der Topwert des Abends. Aber auch die 160 Kilogramm von Daniel Siegel sowie die 155 Kilogramm von Björn Hertrampf konnten sich sehen lassen. Am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die für den nicht einkalkulierten 3:0 Erfolg sorgte. Das wiederum begeisterte „Anführer“ Max Lang: „Prognosen im Vorfeld interessieren mich nicht. Meine Devise ist es, von Versuch zu Versuch schauen. Da haben sich alle aus der Mannschaft bravourös geschlagen. Über 800 Kilopunkte sind in dieser Besetzung ein Topergebnis für uns.“
Rechenspiele für das Finale
Ehrliche Glückwünsche gab es nach dem Wettkampf vom früheren AC-Heber Thomas Schweizer: „Sehr gerne hätte ich als Durlacher Trainer den ersten Sieg über meinen alten Verein eingefahren. Aber verschiedene Dinge haben einfach nicht gepasst, so dass Mutterstadt verdient den Sieg mitgenommen hat. Ich drücke die Daumen, dass sie jetzt auch noch das Finale erreichen“, sagte Schweizer.
Das Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 29. April – voraussichtlich in Samswegen – kann der Traditionsclub trotz allem nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Dafür benötigt es Schützenhilfe vom amtierenden Deutschen Meister AV 03 Speyer. Wenn der ACM seinen Heimkampf gegen den TSV BW Schwedt am 25. März mit 3:0 gewinnt, die Domstädter im Auswärtskampf einen Punkt beim SV Germania Obrigheim mit nach Hause bringen, würde Mutterstadt im letzten Moment noch auf den Finalzug springen. Unmöglich ist das für die Mannschaft von Max Lang in keinem Fall.