Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel 88 neue Wohnungen in Mundenheim-West

Die vier Neubauten in Mundenheim-West.
Die vier Neubauten in Mundenheim-West.

Neuer Name, neue Häuser: Die Flurstraße heißt jetzt Wachtenburgstraße. Die kommunale Wohnbaugesellschaft GAG hat dort vier Mehrfamilienhäusern errichtet. 88 neue öffentlich geförderte Wohnungen sind entstanden und mittlerweile alle belegt. Ein Neuanfang für das Problemviertel Mundenheim-West.

Wo früher heruntergekommene Reihenhäuser standen, stehen heute Neubauten mit farbenfrohen Markierungen. Seit einem Jahr sind die von der GAG errichteten Mehrfamilienhäuser bezugsfertig. „Es gab einen großen Ansturm auf die Wohnungen wegen ihrer Ausstattung und der schönen Lage“, berichtet Constanze Kraus von der GAG.

Diana Freising lebt seit September gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Wachtenburgstraße in Haus Nummer 15, das eine blaue Markierung trägt. Ihre zwölfjährige Tochter ist stark pflegebedürftig und konnte in dem früheren Wohnkomplex, in dem die Familie im Stadtteil West lebte, bald nicht mehr die Stufen hinauflaufen. Aus diesem Grund musste die Familie umziehen. In der Wachtenburgstraße fanden die Freisings ein neues Zuhause. Die Familie lebt im vierten Stockwerk, das mit einem Aufzug ganz bequem zu erreichen ist.

Barrierefreie Räume

Die 40-jährige Mutter zweier Kinder ist glücklich über die neue Wohnung, und die Miete der Wohnung sei bezahlbar. Auch das Umfeld stimmt: „Ich kann nicht klagen, die Nachbarschaft ist super“, sagt sie zufrieden. Ihre beste Freundin Birgit Bub lebt in der Nachbarschaft, ist aus der Gartenstadt nach Mundenheim und in das Haus Nummer 11 gezogen. „Die Wohnung ist Eins-a“, schwärmt die 54-Jährige. Sie freut sich besonders über die behindertengerechten Räumlichkeiten, die sie mit ihrem Rollstuhl gut befahren kann. „Die Räume sind schön groß und ich habe sogar einen eigenen Balkon“, erzählt Bub. Sie hatte von Nachbarn in der Gartenstadt von den Neubauten in Mundenheim gehört und ist im April umgezogen.

Das neue Zuhause von Diana Fierling.
Das neue Zuhause von Diana Fierling.

Dass Menschen mit großer Freude nach Mundenheim-West ziehen, ist eine neue Erfahrung. Anwohner der Wachtenburgstraße – ehemals Flurstraße – hatten es in der Vergangenheit bei der Job- oder Wohnungssuche schwer: Die Straße galt aufgrund der vielen Obdachlosenunterkünfte als sozialer Brennpunkt und war keine gute Adresse. Im September 2019 wurden die Obdachlosenunterkünfte in der Kropsburgstraße, die an die Wachtenburgstraße grenzt, schließlich abgerissen. Die Stadtverwaltung und die GAG planten für Mundenheim-West einen Neuanfang.

Vorbild für weitere Neubauten

In Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Diringer & Scheidel aus Mannheim wurde zunächst ein Konzept für den Neubau in der Ebernburgstraße nahe der Wachtenburgstraße ausgearbeitet. Das war zugleich der Startschuss für die Umbaupläne in der früheren Flurstraße. „Der Neubau in der Ebernburgstraße war der Musterblock für die vier Häuser, die wir heute offiziell einweihen möchten“, meinte Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) am Freitag. Sie ist seit 1994 im Ortsbeirat tätig und wünscht sich, das Gebiet rund um die Wachtenburgstraße langfristig weiterzuentwickeln und auszubauen. Die Neubauten in Mundenheim-West könnten zum Vorbild für ähnliche Bauprojekte in der Bayreuther Straße werden, meint Simon.

Dabei kann sie sich auf die volle Unterstützung der Oberbürgermeisterin verlassen. Seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren, erzählt Jutta Steinruck (SPD), sei es ihr ein persönliches Anliegen gewesen, mehr bezahlbaren Wohnraum in Ludwigshafen zu schaffen. Gemeinsam mit Wolfgang van Vliet, dem Vorstand der GAG Ludwigshafen, wurden die vier Neubauten mit insgesamt 88 Wohnungen angegangen. So sind in zwei Jahren 24 Zwei-Zimmer-Wohnungen, 48 Drei-Zimmer-Wohnungen und 16 Vier-Zimmer-Wohnungen entstanden.

Weitere Sozialwohnungen geplant

In den vergangenen Wochen sind die letzten Wohnungen in der Wachtenburgstraße bezogen worden. „Durch die sehr gute öffentliche Förderung ist es gelungen, den Mietpreis auf 6,40 Euro pro Quadratmeter festzulegen“, sagt van Vliet. Die günstige Miete sei für Menschen gedacht, die sich ansonsten die hohen Mietpreise in der Stadt nicht leisten könnten und es schwer hätten, eine Wohnung zu finden.

Die GAG hat knapp 19 Millionen Euro in die Neubauten investiert. Über vier Millionen Euro kamen als Zuschuss seitens der Investitions- und Strukturbank vom Land Rheinland-Pfalz. Die GAG fühlt sich nach eigenen Angaben dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet. In Oggersheim werden in der Adolf-Diesterweg-Straße bald weitere 84 öffentlich geförderte Wohnungen eingeweiht werden, diesmal in fünf Gebäuden.

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