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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

„Wir fordern einen besseren Fahrplan“

Interview: Altriper Juso-Ortsgruppe um Jean Pierre Kaub (29) neu gegründet – Mitglieder kandidieren bei Kommunalwahlen

Der Öffentliche Personennahverkehr funktioniert nicht gut genug, finden die Jusos in Altrip.

Der Öffentliche Personennahverkehr funktioniert nicht gut genug, finden die Jusos in Altrip. ( Foto: Lenz)

«Altrip.»Vier junge Altriper haben vor Kurzem die Ortsgruppe der Jungsozialisten neu gegründet. Der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation ist Jean Pierre Kaub. Was die Beweggründe und Ziele der Altriper Jusos sind, berichtet der 29-Jährige im Interview.

Herr Kaub, was hat Ihre Mitstreiter Lukas Bärenz, Florian Stadler, Robin Schunk und Sie dazu bewogen, die Jusos in Altrip neu zu gründen?

Die Sorge um die Attraktivität der Demokratie in der Breite. Vor Ort brechen gerade ganz viele Strukturen ein, weil niemand mehr da ist, der sich engagiert, und alles für selbstverständlich genommen wird. Ohne Leute, die diese Strukturen tragen, ist auch bei uns in Deutschland nur sehr wenig selbstverständlich. Deshalb möchten wir den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Ort ein Ansprechpartner sein.

 

Wie alt sind Ihre Mitglieder?

Zwischen 21 und 29 Jahren, aber nur noch bis zum 23. Januar. Dann werde ich 30.

 

Sind Sie damit für die Jungsozialisten nicht ein bisschen zu alt?

Nein, die Altersgrenze dafür verläuft in der SPD bei 35 Jahren. Ich hab’ also noch ein paar gute Jahre vor mir.

 

Die SPD kämpft zurzeit mit stetig schwindender Wählergunst. Wie wollen Sie diesem Trend entgegenwirken und Altriper Jugendliche für die politischen Ideale Ihrer Mutterpartei gewinnen?

Ich glaube, nicht die Ideale sind das Problem. Soziale Gerechtigkeit ist ein Thema, für das es sich auch 2019 zu kämpfen lohnt, und das wird es auch in der Zukunft sein. Bei uns vor Ort werden ja nicht die großen Fragen der Republik verhandelt. Bei uns geht es darum, ob ein paar Bäume für ein Ärztehaus gefällt werden dürfen, ob es bezahlbaren Wohnraum für jeden Geldbeutel gibt, ob die Kinderspielplätze gut sind, und ob man mit dem Bus gut aus der Stadt nach Hause kommt. Das sind alles Themen, die die Leute vor Ort bewegen, da kommt es wenig darauf an, ob in Berlin oder in Mainz gute oder nicht so gute Arbeit geleistet wird, sondern mehr darauf, was hier vor Ort passiert.

 

Was möchten Sie in Altrip denn bewirken?

Kurzfristig möchten wir konkrete Verbesserungen für die Altersgruppen, die wir vertreten, erreichen. Mittelfristig möchten wir das Zusammenwachsen von Strukturen in der Verbandsgemeinde Rheinauen vorantreiben und langfristig junge Menschen dazu animieren, sich zu engagieren.

 

Wie sollen diese Verbesserungen aussehen?

Aktuell funktioniert der ÖPNV gerade mal eben so. Das isoliert Altriper Jugendliche von Klassenkameraden in der Stadt, denn nichts funktioniert so, dass man selbstständig ohne Auto und halbwegs spontan etwas tun kann. Wir fordern, dass mit Experten der RNV der Fahrplan überarbeitet wird – für eine bessere Taktung und Anbindung. Außerdem fordern wir eine andere Lösung für den Abendverkehr und eine bessere Kopplung an die Nachtbusse in Ludwigshafen.

 

Wo hapert es aus Sicht junger Leute sonst noch?

Wir könnten uns vorstellen, dass bei der Renovierung des Reginozentrums ein Bandproberaum im Keller eingerichtet wird, um Möglichkeiten zu schaffen, sich musikalisch und kreativ in Altrip zu betätigen.

 

Wie wollen Sie Ihre Zielgruppe, die jungen Altriper, erreichen?

Wir werden während des Wahlkampfs erst einmal auf direkte Ansprache setzen. Des Weiteren entwickeln wir gerade eine Social-Media-Strategie und wollen nach der Wahl gemeinsam ein tragfähiges Konzept erarbeiten, wie wir Jugendliche und junge Erwachsene erreichen können.

 

Stichwort Wahlkampf. Sie werden also bei den Kommunalwahlen im Mai antreten?

Ja, wir werden alle vier zur Wahl antreten. Außerdem sitzt einer von uns Jusos (Lukas Bärenz, Anm. der Redaktion) bereits im Ortsgemeinderat.

 

Wie geht es bis dahin weiter?

Wir wollen im Wahlkampf auf die Konzeptlosigkeit und allgemeine Trostlosigkeit der Kinderspielplätze in Altrip hinweisen. Dazu ist für den 19. Februar um 15 Uhr ein öffentlicher Spaziergang über alle Kinderspielplätze mit anschließender Diskussion bei Kaffee und Kuchen im Reginozentrum geplant.

 

Noch Fragen?

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.facebook.com/JuSosAltrip. |

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