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Dienstag, 18. Dezember 2018 Drucken

Ludwigshafen: Kultur Regional

Stille Töne zur Weihnachtszeit

„So um 5“-Kammerkonzert in der Philharmonie

Von Gabor Halasz

Gesang, Oboe und Gitarre waren angesagt beim letzten Konzert der Kammermusikreihe „So um 5“ für dieses Jahr. Ans Werk gingen in der Ludwigshafener Philharmonie die norwegische Sopranistin Bodil Victoria Arnesen, die philharmonische Oboistin Petra Fluhr und Gitarristin Heike Matthiesen, die im Sommer schon gemeinsam eine Skandinavien-Tournee absolvierten. Auf ihrem Programm standen Musiken deutscher und norwegischer Romantik.

Um von hinten anzufangen: Ganz im Zeichen von Weihnachten stand der zweite Teil des Konzerts, mit Kompositionen von Grieg, des österreichischen Tonsetzers Ferdinand Rebay (1880 bis 1953) und des im 19. Jahrhundert in Frankreich mit seinen Opern und Balletten erfolgreichen Elsässers Adolphe Adam. Den Schlusspunkt setzte dann ein Werk rheinland-pfälzischer Provenienz, mit drei Weihnachtsliedern des Mainzers Peter Cornelius (Komponist der Spieloper „Der Barbier von Bagdad): „Christbaum“, „Die Hirten“ und „Die Könige“.

Der erste Teil gehörte der deutschen Romantik, was für vier Lieder von Schubert – „Nacht und Träume“, Ständchen, „Ave Maria“ und „An die Musik“ – uneingeschränkt galt. Bei Ferdinand Rebays zweiter Sonate in G-Dur für Oboe und Gitarre hatte man es noch mit Spätestromantik zu tun. Bei den Drei Miniaturen für Gitarre solo der 1947 in Amsterdam geborenen, in England aufgewachsenen und in Deutschland lebenden Komponistin Maria Linnemann war dagegen lediglich die Themenwahl romantisch: norwegische Sagen, „Die Meerjungfrau“, „Das Schaf auf dem Berg“ und „Fossegrim“ (ein Geige spielender Wassergeist oder Troll).

Auf jeden Fall aber erfuhr dieses Stück sehr kompetente, gewandte Wiedergabe mit exquisiten stillen Tönen durch Heike Matthiesen. Anschließend, in Rebays zweiter Sonate in G-Dur für Oboe und Gitarre, fand Matthiesen eine vorzügliche, mit kammermusikalischem Feinschliff spielende Partnerin in Petra Fluhr. Die Oboistin agierte überlegen, kultiviert, artikulierte durchweg gestochen klar und setzte auf bewegliche, sensibel ausgehörte Dynamik. Im langsamen Satz nahm Fluhr durch kluge Phrasierung und ausdrucksvolle sangliche Legatobögen für sich ein.

Schließlich die Sängerin. Bodil Victoria Arnesen gebietet über eine klangvolle, in der Höhe hell leuchtende, selten schön gefärbte Sopranstimme. Was besonders im zweiten Teil, des Programms von exquisiter Wirkung war. Zudem erwies sich die Sängerin als hoch sensible Gestalterin, bei der Ausdruck und Spannung stets groß geschrieben standen.

Dies allerdings barg auch Gefahren. Bei Schuberts Ständchen, „Ave Maria“ und „An die Musik“, verleitete Arnesen ihr stets präsenter gestalterischer Anspruch, ihr unbedingter Wille zum Nachdruck zu interpretatorischen Überzeichnungen. Dabei kam es in Musik und Text zu Überpointierungen. Und in der tiefen Lage wirkte Arnesens Stimme eher fahl.

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