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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

Die Auserkorene

Närrische Hoheiten (1): Janina I. ist Prinzessin der Tusnesia Neuhofen – Beide Elternteile im Karnevalsverein aktiv – Eines ihrer Kleider hat sie selbst entworfen

Von Markus Müller

Großer Tüllrock und Spitze: Janina I., Prinzessin der Tusnesia Neuhofen, führt die Narren unter anderem in Blau durch die Kampagne.

Großer Tüllrock und Spitze: Janina I., Prinzessin der Tusnesia Neuhofen, führt die Narren unter anderem in Blau durch die Kampagne. ( Foto: Privat/frei)

«Neuhofen.»Ihre Mama war einst Kinderprinzessin, nun ist Janina Kaspar „große“ Prinzessin der Tusnesia. Als Janina I. zeigt die 18-Jährige den Neuhofener Narren in dieser Kampagne, wo es langgeht.

„Es war mir in die Wiege gelegt, dass ich eines Tages Prinzessin werde“, sagt Janina Kaspar. Denn neben ihrer Mama, die in Mädchenjahren Nachwuchshoheit war und jetzt die Aktiven-Garde sowie die Showtanzgruppe trainiert, ist ihr Papa Jürgen Sitzungspräsident. Außerdem ist er Vizepräsident der Neuhofener Fasnachter. Seine Tochter ist seit ihrem dritten Lebensjahr dabei, hat sich durch alle Garden getanzt, war Tanzmariechen und stand auch schon in der Bütt. „Ich hab’ also alles gemacht, was in der Fasnacht dazu gehört“, sagt sie.

Dass sie mal Tusnesia-Tollität wird, sei daher klar gewesen. Womit nur die Frage blieb, wann genau. „Dann kamen unser Präsident Markus Buchmann und unser Ehrenpräsident Hauke Jahn auf mich zu und fragten mich, in welcher Kampagne ich mir das vorstellen könnte – zum Beispiel nächstes Jahr“, berichtet Janina I. Das Duo hat gewusst, dass die junge Dame nächstes Jahr mit ihrer dreijährigen Ausbildung zur Kauffrau im Büromanagement fertig wird. „Aber ich habe ihnen gesagt, dass es dieses Jahr schon passt“, erzählt sie. Die vielen Termine einer Fasnachtsprinzessin lassen sich in ihrem Fall nämlich problemlos mit dem Beruf vereinbaren, „da meine Arbeitszeiten von 7 bis 16 Uhr sind und die ganzen Veranstaltungen abends“.

Auf ihre Amtszeit hat sich Janina I. ganz unbürokratisch vorbereitet. „Wenn man einige Jahre dabei ist, sucht man sich von jeder Kampagne ein bisschen was aus, das einem für die eigene gefällt, unterhält sich mit anderen Prinzessinnen und geht schließlich seinen eigenen Weg“, sagt sie. Zu Beginn sei das Schöne am Prinzessin-Sein vor allem, zeigen zu können, „dass man den Verein und Neuhofen repräsentiert“.

Zweifellos ein Höhepunkt sei der Krönungsball gewesen, bei dem die neue Regentin ihre närrischen Amtsgeschäfte übernahm und Krone sowie Zepter in Empfang nehmen durfte. Aber auch „das Ordensfest, zu dem bei uns viele andere Vereine kommen“ sei etwas ganz Besonderes gewesen, sagt sie. Noch schöner ist die Kampagne für Janina I., da mehrere Freunde ebenfalls Mitglieder der Tusnesia sind, mitfeiern und sie unterstützen. Ihre Inthronisation haben allein 20 ihrer Leute mitverfolgt, verrät sie.

Bei der bisweilen für manche Hoheit schwierigen Suche nach einer passenden Garderobe hat Janina I. relatives Glück gehabt: Sie hat ein Faible für türkische Brautmode und kennt privat türkische Frauen, die entsprechende Kleider anfertigen. „Ich habe drei anprobiert, die mir gepasst und gefallen haben. Ich habe sie gesehen und mich sofort in sie verliebt“, berichtet die 18-Jährige. Dabei habe sie Tüllkleider bevorzugt. „Es sollte etwas sein, das man nicht so oft sieht und schon viele Spitzen und Glitzer haben“, nennt sie weitere wichtige Kriterien. Bei der Auswahl der Kleider haben ihr sowohl ihre Eltern als auch gute Freunde geholfen. Das vierte Kleid hat sie selbst entworfen, um eine Dopplung zu vermeiden. „Ich möchte nicht irgendwann einer anderen Prinzessin begegnen, die dasselbe Kleid trägt wie ich“, erläutert die 18-Jährige. So verfügt sie jetzt über ein blaues, ein rosa-lachsfarbenes, ein lilafarbenes und ein brombeerrotes Exemplar.

In ihrer Freizeit hat Janina I. bis vor vier Jahren auch noch Rhythmische Sportgymnastik betrieben. Dieses Hobby hat sie dann aber aus zeitlichen Gründen aufgegeben.

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