Unterwegs auf der A65 RHEINPFALZ Plus Artikel Camper, E-Mobilisten und Raupen: Was so alles an einem Rasthof passiert

Die Raststätte Pfälzer Weinstraße Ost aus der Vogelperspektive.
Die Raststätte Pfälzer Weinstraße Ost aus der Vogelperspektive.

An der A65 befinden sich zwischen Landau und Edenkoben zwei Raststätten. Während an den Benzin- und Dieselzapfsäulen nichts los ist, werden die E-Ladesäulen rege genutzt. Und eines ist klar: Viele scheinen es trotz Rast eilig zu haben.

Abbiegen, Tempo drosseln, ein weiß-blaues Schild mit gekreuztem Besteck weist den Weg. Die Fahnen des Raststättenbetreibers knattern im Wind. An einer Autobahnraststätte hält man meist nur kurz. Die meisten scheinen diesen Ort schnell wieder verlassen zu wollen. Man kann an den Stationen aufs WC, und auch der Hund kann sein Geschäft verrichten. Man kann dort auch etwas essen und trinken, sich die Beine vertreten oder die Kinder auf dem Spielplatz spielen lassen.

Auf der A65 gibt es zwischen Landau und Edenkoben die beiden Tank- und Rastanlagen Pfälzer Weinstraße West und Ost. Vor allem in der Ferienzeit herrscht hier zwischen Abgasen und Blech oft buntes Gewusel. An diesem Freitag, außerhalb der Ferienzeit, bleibt so ein Treiben aus, es geht auf beiden Seiten ruhig und nahezu beschaulich zu. So kennt man es eigentlich gar nicht, da man selbst ja zumeist nur an Rasthöfen anhält, wenn man in den Urlaub fährt. Diesmal macht der Reporter eine andere Erfahrung.

Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner

Ein paar Spatzen picken die Brötchenkrümel auf, die auf dem Bordstein liegen. Mehr oder minder direkt vor einem Schild, dass darauf aufmerksam macht, dass sich seit 2014 in Europa die hochansteckende Afrikanische Schweinepest ausbreitet und Millionen Haus- und Wildschweine bedroht. Deshalb sollen Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter geworfen werden, da die für den Menschen ungefährliche Krankheit durch Lebensmittel übertragen werden kann. Ein paar Meter daneben steht ein Schild mit dem Hinweis „Achtung, Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner“. Die Raupen treiben hier wohl ihr Unwesen.

Das Ehepaar Lindner aus Nürtingen verbrachte ein paar Tage in der Pfalz und machte Rast am Rasthof an der A65.
Das Ehepaar Lindner aus Nürtingen verbrachte ein paar Tage in der Pfalz und machte Rast am Rasthof an der A65.

Ein paar Laster parken und die Fahrer ziehen ihre Vorhänge zu. Sie sind müde und wollen schlafen. Vereinzelt fahren auch Autos die Raststätte an. Interview-Versuche scheitern, denn die Autofahrer, die an der Raststätte an der Autobahn halten, machen nicht wirklich Pause. Viele scheinen es eilig zu haben. Warum sind die Leute so gehetzt? Es scheint so, als wollten alle wieder so schnell wie möglich ins Auto, um weiter zu düsen. Jeder befriedigt schnell sein ganz eigenes Bedürfnis und dann geht die „Reise“ weiter. Eins fällt dabei auf und verwundert nicht: Alle wollen möglichst nah am Eingang der Raststätte parken.

Besuch der Mandelblüte

Ein Mann mit langen grauen Haaren und einem Regenschirm in der Hand läuft die paar Meter zurück zu seinem Auto, um zu schauen, ob er es auch wirklich abgeschlossen hat. Das hat er. Dann steigt ein anderer Mann mit blauer Jacke und gelbem T-Shirt aus seinem Wagen. Andy, seinen Nachnamen will er nicht nennen, ist gebürtig aus Schottland und gerade auf dem Weg nach Essen. Mehr möchte er nicht von sich preisgeben. Das sei alles nicht interessant, sagt er auf Englisch. Er geht in die Raststätte, kauft sich eine Flasche Multivitaminsaft und dann fährt er weiter.

An der Raststätte gibt es auch E-Ladesäulen.
An der Raststätte gibt es auch E-Ladesäulen.

Eine Weile später rollt ein Wohnmobil auf den Parkplatz. Darin ist das Ehepaar Lindner unterwegs. Bei ihnen ist es genau umgekehrt wie bei Andy – sie wollen ihre Vornamen nicht nennen. Sie erzählen, dass sie schon öfter in der Gegend rund um Landau und Neustadt waren und jetzt Rast machen, um zu überlegen, wo sie die Nacht mit ihrem Wohnmobil verbringen werden. St. Martin gefalle ihnen sehr gut und diesmal wollten sie während ihres Aufenthalts in der Südpfalz auch bei der Mandelblüte in Gimmeldingen vorbei schauen.

E-Mobilisten laden ihre Autos

Manche fahren in den Urlaub, andere sind auf Geschäftsreise und machen Halt an der „Regenerationsstätte“. So auch ein Geschäftsmann aus dem Elsass, der sich mit seinem Elektroauto auf dem Rückweg von Frankfurt befindet. 260 Kilometer kann er mit einer ganzen Ladung fahren. Jetzt geht der Saft aus und er muss tanken. Der Mann nutzt einen der Schnellladepunkte, der auf eine Ladeleistung von bis zu 300 kW ausgelegt ist.

Jetzt könnte die Fahrt schon weitergehen.
Jetzt könnte die Fahrt schon weitergehen.

Pro Kilowattstunde müsse er einen knappen Euro zahlen. „Günstig ist das nicht“, findet der Elsässer. Aber in Frankreich gebe es kaum funktionierende Lademöglichkeiten, sagt er. Deshalb lädt er in Deutschland. Und die Station hier liege auf seinem Weg. Überhaupt sei in Deutschland die Infrastruktur der Ladestationen besser. „Und die Säulen, auch an anderen Raststätten, funktionieren – zumindest meistens“, sagt der Mann. Allerdings seien die Stationen oft belegt und man müsse etwas Zeit einplanen. Nach 45 Minuten ist sein Fahrzeug geladen, nun kann er seine Fahrt fortsetzen.

Die beiden Raststätten Pfälzer Weinstraße Ost und West, die sich an der A65 kurz vor beziehungsweise nach der Anschlussstelle Edenkoben befinden, gehören zur Unternehmensgruppe Tank und Rast. Nach eigenen Angaben ist Tank und Rast der führende Anbieter von Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie, Kraftstoff und Schnellladeinfrastruktur auf den Autobahnen in Deutschland. Gemeinsam mit Franchisepartnern betreibe Tank und Rast im deutschen Autobahnnetz rund 360 Tankstellen und rund 400 Raststätten. Rund 500 Millionen Reisende besuchen jedes Jahr die Servicebetriebe von Tank & Rast, teilt ein Sprecher mit.

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