Handball
Rote Karte und andere Offenbacher Hypotheken
Nach 60 hart umkämpften Minuten entführen die Sportfreunde Budenheim nach dem 20:20 in der 44. Minute beide Punkte aus der Queichtalhalle. 24:29 endet das Spiel. Dem heimischen TV Offenbach reicht am Ende einfach die Puste nicht. Ihm fehlen viele Spieler.
Beide Trainer konnten nicht ihre Stammformation aufbieten. Offenbachs Holger Schwab veränderte seine erfolgreiche Derby-Sieben auf drei Positionen: Sebastian Mohra übernahm auf halb links für seinen erkrankten Bruder Philipp, Außenspieler Maximilian Staats ging in Abwesenheit von Mario Fuchs und Simon Gensheimer an den Kreis und der rechtzeitig fitte Felix Müller für Florian Pfaffmann ins Tor. Budenheims Volker Schuster fehlten seine etatmäßigen Schützen im Rückraum, allen voran Top-Torjäger Stefan Corazolla.
Ganz schlechter Start: 2:9
Die Partie startete für die Hausherren denkbar schlecht. 3:0 führten die Mainzer Gäste nach vier, 9:2 trotz TVO-Auszeit und Wechsel am Kreis nach zwölf Minuten. Der 17-Jährige Felix Klein kam zu seinem Debüt in der Männer-Oberliga, er ist für die Offenbacher A-Jugend und das Pfalzliga-Team aktiv. Er sollte besser machen, was Staats nicht schaffte: die freien Chancen am Kreis veredeln. Denn so sehr der TVO in Rückstand geriet und sich im Angriff mühte, so schlecht war er nicht. Einzig die Würfe fanden zu selten den Weg ins Tor.
Sebastian Mohra sieht Rot
Bei Budenheims Treffer zum 3:11 (15.) dann der Schock für den TVO: Sebastian Mohra kommt den einen Schritt zu spät, trifft Torschütze Manuel Kühn im Gesicht und entschuldigt sich direkt. Die Rote Karte sieht er dennoch, eine sehr harte Entscheidung. Gab es bis dato keine Aufreger und nur eine Gelbe Karte im Spiel.
Maximilian Daum ersetzte Mohra im Rückraum, Niklas Klein und Bruder Lukas rutschten je eine Position weiter nach links. Es schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Sie verkürzte innerhalb sechs Minuten auf 8:12 (21.) und zwang Schuster zu einer Budenheimer Auszeit. Beim 11:14 (28.) war der TVO auf drei Tore dran, mit 12:16 ging es in die Kabinen.
Der 17:17-Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel war der TVO weiterhin voll da: Felix Kunz trifft zum 17:17 (40.), Tino Gläßgen zum 20:20 (44.). In Führung ging der TVO trotz dreier Chancen allerdings nicht. Und so kam, was wohl kommen musste: Mangels Wechselalternativen zollte der TVO seiner großen Aufholjagd Tribut. Budenheim forcierte die Würfe aus der zweiten Reihen und traf jetzt wieder. Nach dem 20:24 kam der TVO nicht mehr heran, das 23:27 (57) durch Grethen war die Entscheidung.
Was die Trainer sagen
„Ein großes Kompliment an meine Mannschaft für diese kämpferische Leistung“, sagte Schwab nach dem Abpfiff. „Die Hypothek, den Acht-Tore-Rückstand wieder aufzuholen, war am Ende zu groß. Nach dem 20:20 war die Kraft weg.“ Schuster war sehr froh über beide Punkte in einem „schweren Auswärtsspiel“: „Wir wissen, wie umkämpft es hier in Offenbach immer ist. Leider waren beide nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, das war sicher kein richtig gutes Oberliga-Spiel.“
So spielten sie
TV Offenbach: Müller (Schwarzweller, Kirchner) – Niklas Klein (7/1), Lukas Klein (4/1), Sebastian Mohra (2) – Gläßgen (5), Bader (1) – Staats (1) – Felix Klein, Daum (3), Kunz (1), Benz
SF Budenheim: Ketelear (Sturm) – Grethen (5/2), Kühn (4), Märker (2) – Hess (1), Weil (5) – Schieke (8) – Ludwig (1), Tessnow (2), Becker (1), Henke, Acar
Spielfilm: 0:3 (5. Minute), 3:11 (15.), 8:12 (21.), 12:16 (Halbzeit), 17:17 (40.), 20:20 (44.), 20:24 (49.), 24:29 (Ende) - Zeitstrafen: 0:4 – Rote Karte: Sebastian Mohra (15.) - Siebenmeter: 4/1 – 3/2 – Beste Spieler: Niklas Klein – Schieke, Grethen – Zuschauer: 180 – Schiedsrichter: Towae/Eckert (St. Ingbert/Illtal)