Fußball
Messer, Drohungen, Pyro: Der Staffelleiterin reicht’s
Monika Zluga ist seit vielen Jahren im Fußball als Staffelleiterin tätig. Die Schwanheimerin gilt als besonnen und reflektiert. Bei der Rückrundenbesprechung der A-Klasse Südpfalz und C-Klasse West war sie ungewohnt emotional und zeichnete ein düsteres Bild: „Bei uns im Fußballkreis Südpfalz passieren Dinge, die sonst nirgends im ganzen Verbandsgebiet vorkommen.“
Wegen der Vielzahl an negativen Vorkommnissen wurde für den Kreis Südpfalz vor der Saison eine eigene Spruchkammer gegründet. Auf drei Vorfälle in der Vorrunde der A-Klasse Süd ging Zluga explizit ein: Fünf Rote Karten für den TSV Landau beim Heimspiel gegen die SG Freckenfeld/Winden, Sperren für sieben Spieler des TuS Wollmesheim, weil sich der Schiedsrichter nach der Partie bei Phönix Bellheim bedroht fühlte. Zum Einsatz von Polizei und Rettungswagen beim Spiel TuS Wollmesheim - SG Klingenmünster/Göcklingen/Eschbach sagte sie: „Da laufen zwei Vermummte mit dem Messer auf den Platz. Mein Sohn spielt selbst Fußball. Ich frage mich auch als Mutter, was denn noch alles passieren muss.“
„Keiner will etwas gesehen haben“
Zluga bemängelte die Stellungnahmen von Schiedsrichter und Vereinsoffiziellen nach der Partie: „Keiner will richtig etwas gesehen haben.“ Trotz mehrfacher Nachfragen war es nicht möglich, dem Sportgericht verwertbares Material zu liefern. Deshalb gab es keine Strafen. Michael Koser vom ASV Eschbach wehrte sich: „Beide Vereine haben gemeinsam dafür gesorgt, dass nicht mehr passiert. Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Deshalb sollte man auch mal einen Schlussstrich ziehen.“
Wenig Einsicht
Die Fair-Play-Wertung unterstreicht Zlugas Ausführungen. Die Anzahl der Gelben und Roten Karten (488 und 20) ist jetzt schon fast so hoch wie in der kompletten Vorsaison. Sie kritisierte den Einsatz von Pyrotechnik auf beiden Seiten bei der Partie Phönix Bellheim - VfB Hochstadt als „strafbare Handlung“. Die Gäste waren vorher schon zuvor beim Pokalspiel in Frankweiler damit aufgefallen. Doch Zluga stieß auf wenig Einsicht, sie zitierte einen Hochstadter Vertreter: „Unsere jungen Fans sind halt so, wir sind froh, dass wir sie haben.“ Beim nächsten Vorfall kündigte sie eine Strafe in vierstelliger Höhe an.
Sechs Spiele nachzuholen
Im Kampf um den Titel traut sie dem FV Neuburg zu, in den Zweikampf zwischen dem TSV Landau und dem SV Erlenbach einzugreifen. Vor der Saison lehnten die Vereinsvertreter mehrheitlich ihren Vorschlag ab, den Dezemberspieltag auf einen Wochentag im Herbst vorzuziehen. Wegen der vielen Ausfälle bat sie, für die kommende Saison nochmals darüber nachzudenken oder bei vorhandenem Kunstrasenplatz das Heimrecht zu tauschen. Sechs Partien müssen nachgeholt werden, zwei Vereine sind mit zwei Spielen im Rückstand.
Thema Zeitstrafe
Die TSG Jockgrim II eröffnet das Jahr am 18. Februar gegen den FVP Maximiliansau, eine Woche später beginnt die Rückrunde. Unterschiedliche Reaktionen gab es auf die vieldiskutierte Wiedereinführung der Zeitstrafe, die bisher 64-mal verhängt wurde. Jochen Winter vom FV Neuburg: „Da wurde unnötig viel Wirbel gemacht. Mancher Spieler hat sich jetzt besser im Griff.“ Albrecht Kaufmann vom SV Erlenbach lobte das Management der Referees mit der neuen Regel. Ralf Flick (SV Minfeld) fiel die Milde der Schiris in der Schlussphase auf: „Da wird bei manchem rotwürdigen Foul gerne eine Zeitstrafe verhängt.“
Widerspruch kam aus Landau. TSV-Spielleiter Aydin Tas: „Es ist wie befürchtet viel mehr Unruhe im Spiel.“ Wollmesheims Vorsitzender Stefan Burkgard sprach sich für Gelb-Rot mit anschließender automatischer Sperre für ein Spiel wie in Baden aus.
Falsche Angaben
Der Kreisvorsitzende Karl Schlimmer kündigte die Wiedereinführung der Gesichtskontrolle vor Spielen an, weil zu viele falsche Angaben gemacht würden. Er monierte fehlende Eingaben der Spielergebnisse ins Internet: „Dafür bekommen wir vom DFB Geld. Wenn ein Spiel fehlt, fällt das weg.“ Der FVP Maximiliansau hatte die Eingabe bei seinen jüngsten drei Heimspielen vergessen. Schlimmer regte die Partnerschaft mit einem elsässischen Verein im Pamina-Projekt an, die Erfahrungen des SV Klingenmünster mit dem SC Rittershoffen seien durchweg positiv.