Fußball
Die Viktoria setzt das i-Tüpfelchen und ist Meister
Samstag, 17.58 Uhr: Der Fußballhimmel über dem Herxheimer Krönungsbusch hängt voller Geigen. Mit dem 4:0 (3:0)-Erfolg im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten FSV Offenbach vor 850 Zuschauern hat die Viktoria Herxheim bereits vier Spieltage vor Rundenschluss den Meistertitel in der Fußball-Landesliga Ost in der Tasche. Sie kehrt nach 16 Jahren in die Verbandsliga zurück.
Großer Jubel und Freudentänze der Spieler, Bierduschen für Spieler und Trainer, Freudengesänge auf den Rängen, blau-weiße Rauchwolken. Alle waren sich einig: Das ist der schönste Lohn für harte Arbeit. Nach der überschäumenden Freude auf dem Feld in mit „Meister 2022/23“ bedruckten T-Shirts ging die Party später im Sportheim weiter. Die Viktoria ist im Jahr ihres 110-jährigen Bestehens in einem kollektiven Freudentaumel.
Glückwünsche von allen Seiten
Glückwünsche gab es von allen Seiten. Offenbachs Coach Daniel Jahnke gratulierte als einer der Ersten seinem Pendant Jens Bodemer: „Die Viktoria ist die beste Mannschaft der Liga und ein verdienter Meister.“ Jahnke anerkannte die tolle Leistung der Herxheimer im Spiel gegen seine Mannschaft. „Unsere Defensivabteilung hat kein Rezept gefunden, um den Angriff der Einheimischen in den Griff zu bekommen.“
Der FSV hatte sich fest vorgenommen, dieses Spiel aus Prestigegründen zu gewinnen. Dies sei leider nicht geglückt, weil die erste Hälfte buchstäblich verpennt worden sei, so Jahnke. Nun gelte es, sich intensiv auf die Relegationsspiele um den Aufstieg zur Verbandsliga mit dem West-Zweiten zu konzentrieren. Der FSV müsse jetzt abwarten, wer in der West-Staffel als Vizemeister die Nase vorne habe.
„Ein ehrlicher Titel“
FSV-Geschäftsführer Reinhold Lutz: „Respekt und Glückwunsch zu der Leistung der Viktoria, die von der ersten Stunde an auf das Ziel Aufstieg hingearbeitet hat. Wir sind mit dem Sturm der Viktoria nicht zurechtgekommen und haben selbst keine zwingende Torchance verbuchen können.“ Lutz grübelte darüber, ob die Viktoria in dieser Partie so stark oder der FSV Offenbach so schlecht gewesen sei. Eine Antwort hatte er nicht.
Viktoria-Coach Bodemer („Wir haben unser erklärtes Ziel erreicht und dies vorzeitig“) bekam viele Glückwünsche. Sein Kompliment galt seinem Team, das als gut funktionierende Einheit brilliert habe. Vorteil war, quasi alle Positionen ohne spürbaren Niveau-Verlust doppelt besetzen zu können. Er wechselte Luis Liebel, Marco Krucker, der die Viktoria verlassen wird, Sebastian Trapp und für die letzten Minuten Sandro Wetzka und Max Liebel ein. Aus der Vorstandsetage der Viktoria hieß es: „Das ist ein ehrlicher Titel. Der Trainer, der Trainerstab und die Mannschaft haben großartig gearbeitet.“
Baltrusch schießt das erste Tor
Die Mannschaft begann das Spiel rasant, wirkte entschlossen und schnürte den FSV Offenbach, der tief verteidigte, ein. Nach einer Linksflanke war Kevin Christoph Baltrusch (21.) zur Stelle und ließ Mika Stabel keine Abwehrchance. Die Viktoria drückte weiter, Mario Schädler (29.) vollstreckte zum 2:0. Mihai-Lucian Petrescu sorgte mit seinen Maßflanken für große Unruhe in der FSV-Abwehr. Davon profitierte schließlich auch Torjäger Sascha Banspach (41.), der per Kopfball zum 3:0 erhöhte. In Abschnitt zwei drosselte die Viktoria das Tempo, Offenbachs Angriff blieben aber fruchtlos. Fabian Clever, der vor wenigen Tagen sein 26. Lebensjahr vollendete, erzielte noch das 4:0 (76.).
So spielten sie
Viktoria Herxheim: Streib – Trauth, Schultz, Schädler (75. Krucker), Gehrlein – Tiator, Clever (87. Wetzka), Meinzer - Petrescu (81. Trapp), Baltrusch (65. Luis Liebel), Banspach (88. Max Liebel)
FSV Offenbach: Stabel – Glaser, Inser (24. Felix), Born, Keakavocy - Mittenbühler, Hayes, Wagner (85. Gorin), Knoblauch (46. Bajraktari) – Szadorf (83.Schäfer), Dörrzapf (81. Gaab)