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Die TSV Lingenfeld: Knipser, Laufwunder, Flügelflitzer
„Endlich geschafft!“ Das haben sich Spieler und Fans der TSV Lingenfeld gedacht. Die Mannschaft eröffnet am 13. August die Meisterschaft – in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt mit dem Spiel beim FV Heiligenstein.
Nach drei Jahren verlassen die Rot-Weißen wieder die ungeliebte B-Klasse mit vielen Spielen gegen zweite Mannschaften vor wenig Zuschauern. Sie freuen sich nun auf Lokalderbys vor großer Kulisse gegen den SV Weingarten, den FV Berghausen oder den FV Heiligenstein. In 22 Saisonspielen blieb die TSV ungeschlagen und musste nur 15 Gegentreffer hinnehmen. In der Aufstiegsrunde Süd/Ost kamen vier von fünf Unentschieden dazu.
Ein eingeschworener Haufen
„Wir hatten intern das Ziel Aufstieg ausgegeben. Die Jungs haben das sehr souverän gelöst. Wir sind ein eingeschworener Haufen mit erfahrenen Spielern, die schon viele Jahre zusammen sind“, sagt Spielertrainer Christopher Hock. Der 37-jährige Defensivspieler war sieben Jahre Profi bei SV Waldhof, TSG Hoffenheim und Sportfreunde Siegen. Er geht in sein achtes Jahr am Hirschgraben. In den ersten fünf Jahren war er spielender Cotrainer.
Der kopfballstarke Hock stand jede Minute auf dem Platz. Der Trainingsfleißigste war Tom Geier. Cotrainer Michael Grill ist ein Knipser, er erzielte 20 Treffer und geht in allen drei Halbzeiten voraus. Kapitän Lukas Patzelt gilt als Laufwunder. Richtig durchgestartet ist Nicolai Bölke, der Flügelflitzer mit der Pferdelunge. Der Hundenarr Lars Schmitt ist von allen am flexibelsten einsetzbar. Motivator und Schreihals Lorenz Schwager erzielt lieber schwere als einfache Tore. Serafettin Yöndem ist für Hock der beste Zweikämpfer im Team. Der routinierte und kopfballstarke Philipp Penz zeigte in den wichtigen Partien seine besten Leistungen. Keeper Jonas Gruhn wäre auch als Feldspieler eine Option. Nach Gruhns schwerer Schulterverletzung sprang der fast 40-jährige Steffen Reddies nach mehrjähriger Pause in die Bresche.
Die Mannschaft bleibt zusammen
Die Zuverlässigkeit in Person verkörpert der stilbewusste Maik Ciminski. Der durstige Linksfuß Simon Hartmann schlägt die meisten Standards. Der ballsichere Mittelfeldregisseur Kerim Yüksel konnte verletzungsbedingt nur neun Spiele bestreiten. Das gleiche Schicksal hatte der offensive Außenbahnspieler Nicolas Altschuck, er stand nur siebenmal auf dem Platz. Der vielseitige Marcel Köhler gibt immer alles. Vom ballsicheren Armend Lulaj wünscht sich Hock eine höhere Traininsgbeteiligung.
Marco Wittmer kehrte im Winter zurück und war fortan bei jeder Übungseinheit dabei. Das kickende Vorstandsmitglied Tim Hofmann besitzt einen Hockeyschlägerfuß, Fabian Reissner ist ein bissiger Allrounder. Eisenlunge Lukas Schimpf kam wegen seines Studiums in Berlin nur auf vier Einsätze. Routinier Axel Theis springt ein, wenn er gebraucht wird. Das trifft auch auf Marco Lechnauer zu, der die abwesenden Hock und Grill kurzzeitig als Coach vertrat. Dominik Bonifart gibt in gleich mehreren Bereichen Vollgas.
Die Mannschaft bleibt zusammen. Mehrere Akteure sind schon um die 30, deshalb wird der Kader mit fünf Neuzugängen verjüngt: Torhüter Dennis Nagel (FV Rußheim) sowie die Feldspieler Linus Steinmetz (A-Junioren FC Speyer 09), Tim Fischer (TuS Knittelsheim), Yasin Buyruk (TuRa Otterstadt) und Jannic Beditsch (TuS Niederkirchen). Alle Neuen wohnen im Ort oder haben schon für die TSV gespielt.
Landesminister kommt mit Geld vorbei
Während der Coronazeit hat sich einiges getan. Der neue Naturrasenplatz soll ab Oktober bespielbar sein. Grill- und Spielplatz wurden erneuert, ein neuer Jugendraum soll entstehen. Kürzlich weilte Landesminister Alexander Schweitzer am Hirschgraben. Er hatte 13.300 Euro Fördermittel für die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED-Technik dabei.
Die Abschlussfahrt ging nach Prag. Mit Kerim Yüksel (zum TuS Knittelsheim) gibt es doch einen Abgang.