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Mittwoch, 24. Oktober 2018 Drucken

Landau

Tüftler öffnen ihre Trickkiste

Heimwerken ist das eine, Hacken und Maken das andere. Beim Machertag in der Landauer Süwegahalle zeigen Erfinder aus der Region, was sie so alles draufhaben. Dabei kombinieren sie tiefgehendes Technikverständnis mit spielerischen Elementen. Das Publikum darf selbst löten und programmieren.

Von Sebastian Böckmann

Das Plakat.

Das Plakat. ( Foto: Privat)

Ein Milchaufschäumer, der zum Zeichengerät umgebaut ist, einen Luftsessel, mit dem man mit Handy-steuerung durchs Zimmer fahren kann oder ein Gameboy, der als Musikinstrument dient – das alles sind Produkte findiger Tüftler, die sich zum ersten Macherdaach in Landau treffen.

Der Macherdaach ist die pfälzische Variante der Maker Faires, erläutert der Landauer Software-Designer Thomas Schwichtenberg, der einer der Organisatoren des Treffens ist. Dazu laden vier Gruppen aus der Region ein: die Linux User Group Landau (Linux ist ein freies Betriebssystem), der Verein Freifunk Südpfalz (der ein möglichst flächendeckendes, offenes W-Lan-Netzwerk aufbauen will), der Amateurfunk Ortsverband Landau sowie das Zentrum für Technikkultur Landau. Nach Angaben Schwichtenbergs ist der Macherdaach ein Treffpunkt für Hacker. Allerdings ausdrücklich nicht in der weit verbreiteten Bedeutung von Leuten, die in fremde Computer eindringen. „Diese Hacker sind in aller Regel ganz gewöhnliche Computerkriminelle“, sagt Schwichtenberg, der vor seinem Umzug nach Landau Vorsitzender von Chaos in KL war, einem Kaiserslauterer Ableger des Chaos Computer Clubs. „Uns geht es ums Machen“, betont Schwichtenberg, der Hacker als Menschen definiert, die sich ganz intensiv mit vorhandener Technik befassen, ergründen, wie und warum etwas so funktioniert wie es das tut, und die dann versuchen, etwas Neues daraus zu entwickeln.

Dabei werden oft auch moderne und traditionelle Technik kombiniert. Schwichtenberg nennt als Beispiel das selbstgeschreinerte Vogelhaus, das mit Temperatursensor und Kamera ausgestattet wird, damit man die Vögel beim Brüten beobachten kann.

Schwichtenberg weiß wovon er spricht. Er hat nach eigenen Angaben 2011 in Kaiserslautern einen Hackerspace mit gegründet, einen Treffpunkt für Technik-Freaks, in dem beispielsweise schon einmal aus einem Instrument aus der Medizintechnik ein Pfannkuchendrucker entstanden ist, mit Herdplatte, Pfannen und 13 Litern Teig, der dekorierte Pfannkuchen gebacken hat. Ähnliche Treffs gebe es bereits in Karlsruhe und Mannheim – „und künftig hoffentlich auch in Landau“.

Der Macherdaach steigt in der Süwegahalle auf dem Alten Messplatz. Die Resonanz sei gut, „es dürfte recht voll werden“, sagt der Organisator. Als Teilnehmer angemeldet haben sich unter anderem bereits eine Jugend-forscht-Gruppe aus Neustadt, Hobby-Bierbrauer, die Mikrocontroller zur exakten Temperaturführung einsetzen, ein Tüftler, der Elektrofahrzeuge baut, ein Musiker, der auf dem Gameboy Töne erzeugt und ein Aussteller, der einen selbst gebauten 3-D-Drucker und eine ebensolche computergesteuerte Fräse präsentiert.

Besucher können manches selbst ausprobieren und beispielsweise Anstecker mit Leuchtdioden zusammenlöten und programmieren. „Wer ein Kochrezept anwenden kann, der kann auch das“, verspricht Schwichtenberg.

Wie in der Pfalz üblich, ist für Essen und Getränke gesorgt. Um das Catering kümmert sich die Gaststätte „Suppe mag Brot“ aus der Südstadt. Für Kinder gibt es eine Krabbelecke.

Info

Macherdaach am Samstag, 27. Oktober, 10 bis 18 Uhr in der Süwegahalle Landau auf dem Alten Messplatz. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.macherdaa.ch

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