Großbundenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Bundeswehr die Windkraft in Großbundenbach verhindern könnte

Im Umkreis von Polygon-Anlagen gibt es Schutzzonen.
Im Umkreis von Polygon-Anlagen gibt es Schutzzonen.

Bundeswehr und Polygone könnten den Großbundenbacher Windpark verhindern. Deshalb gibt es Gesprächsbedarf mit den Streitkräften. Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Glasfaserausbau.

Das Verteidigungsministerium ruderte beim Thema Polygone zwar zurück, was seine ersten Forderungen zu einer erweiterten Schutzzone betrifft. Doch es könnte nun den Windrädern an den Kragen gehen. Im Vorjahr bat das Verteidigungsministerium Gemeinden im Umkreis von fünf Kilometern um Polygone – das ist eine Einrichtung zur Übung von Luftverteidigungsszenarien – um Stellungnahmen. Das Ministerium beabsichtigt nämlich, den Schutzbereich um diese Anlagen zu erweitern; mit der Vorgabe, dass in einer Höhe von 373 Metern über dem Meeresspiegel nicht mehr gebaut werden dürfe, ohne zuvor eine Genehmigung der Bundeswehr einzuholen. Das sorgte nicht nur in Großbundenbach für einen Aufschrei der Entrüstung. Denn von diesem erweiterten und streng gehaltenen Schutzbereich waren in der Verbandsgemeinde auch Käshofen, Kleinbundenbach, Battweiler und Contwig betroffen. Weil ein Polygon bei Mörsbach steht. Die Forderung „betrifft die Ortsgemeinde Großbundenbach fast komplett. Lediglich der äußerste Zipfel in Richtung Käshofen wäre nicht betroffen“, eröffnete Bürgermeister Dieter Glahn den Mitgliedern des Rats vor einem Jahr. Weshalb die Großbundenbacher Stellungnahme, wie die der Verbandsgemeinde und aus den anderen Dörfern, ablehnend ausfielen.

Nun gibt es Neuigkeiten zum Thema. Demnach beabsichtigt das Verteidigungsministerium, in den betroffenen Dörfern Neubauten bis zu einer Höhe von 22 Metern im Prinzip zuzulassen. Alles, was darüber hinausgeht, soll wohl weiterhin unter Vorbehalt stehen. Was dazu führt, dass das Ministerium den Neubau des Großbundenbacher Windparks verhindern könnte. Wiesbach plant eigentlich, vier Windräder südlich hinter der Hochspannungsleitung in Richtung Oberauerbach, hinter dem Erlenhof, bauen zu lassen – mit einer Distanz von rund 1200 Metern zum Ortsrand und 900 Metern zum Erlenhof. Abo-Wind, der mögliche Investor, spricht hier von bis zu 30 Millionen Euro an Investitionen. Bei einem Rotordurchmesser von 170 Metern und einer Nabenhöhe von etwa 165 Metern erreichen die Windräder eine Gesamthöhe von rund 250 Metern. Die Bundeswehr und ihre Polygone könnte die Pläne für den Windpark Großbundenbach durchkreuzen. Das macht eine erneute Stellungnahme des Rates zum Thema erforderlich. Über die wird in der Sitzung des Rates gesprochen.

Rat will an Stellungnahme festhalten

„Wir sind der Meinung, dass wir uns mit der Bundeswehr zusammensetzen und darüber sprechen müssen, ob es nicht doch Flächen gibt, auf denen Windräder die Übungen der Luftverteidigung zwischen den Polygonen nicht behindern“, meint Glahn. Dem Rat liegt in diesem Zusammenhang folgender Beschlussvorschlag vor: Der Ortsgemeinderat hält an den bisher von Seiten der Ortsgemeinde und der Verbandsgemeinde vorgetragenen Stellungnahmen fest und weist ergänzend darauf hin, dass die Polygone auch in Vergangenheit ohne Ausweitung des Schutzbereichs funktioniert hatten.

Weniger intensiv dürfte über Pläne gesprochen werden, eine Absichtserklärung mit der UGG zum Glasfaserausbau einzugehen. UGG möchte, wie in anderen Städten und Dörfern, auch in Großbundenbach kostenlos ein Glasfasernetz auszubauen. Zwar betont Glahn, dass die Internetverbindungen der Großbundenbacher, aufgrund der Nähe zu einem Verteiler der Telekom, grundsätzlich gut sei. „Aber nicht so gut wie bei einer Glasfaserverbindung. Glasfaser, das muss man machen und das kostet uns mit UGG ja kein Geld.“

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