Wallhalben
Warum die Blums und Wolfs in Wallhalben Urlaub machen sollen
Kennen Sie die Blums, die Schwabs, die Wolfs oder die Probsts, die manchmal auch Brauch heißen? Dies alles sind fiktive Familien oder Personen, die vier typische Tourismus-Zielgruppen in der Südwestpfalz repräsentieren sollen. „Das sind auch unsere Gäste“, sagte Lea Straßer von der Touristinfo Pfälzer Mühlenland der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.
Straßer stellte im Tourismusausschuss der Verbandsgemeinde das touristische Konzept in Anlehnung an die Tourismusstrategie der Pfalz-Touristik vor. Diese gebe die Richtung vor, wo es hingehen soll, sagte Michaela Herbort, die Geschäftsführerin der Südwestpfalz-Touristik. Man stehe in Konkurrenz zu Nachbarregionen wie der Eifel. Stets müsse die Frage beantwortet werden, warum der Urlauber aus den Niederlanden zum Beispiel an der Eifel vorbei und in die Pfalz fahren soll, in die Südwestpfalz und dort am Ende in die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Um diese Urlauber anzulocken, müssten hier vor Ort das Angebot stimmen und die Gastgeber bereit sein, auf Wünsche der Gäste einzugehen.
Patrick Sema ist ein Probst
Es reiche heutzutage ganz sicher nicht mehr, wenn man einfach die Wohnung, in der die Oma lebte, jetzt kurzerhand zur Ferienwohnung erklärt. „Da erwarten die Gäste auch bei uns längst viel, viel mehr“, unterstrich Herbort.
Was erwartet wird, das skizzieren die anfangs genannten Zielgruppen. Den Probsts/Brauchs, die etwa aus den Niederlanden und Großbritannien anreisen, ist eine genaue Planung wichtig, weshalb sie auf Prospekte und Karten viel Wert legen. Diese Gäste haben hohe Anforderungen an die Qualität. „Ich bin ein Probst“, bekannte Verbandsbürgermeister Patrick Sema (SPD) schmunzelnd bei der Beschreibung der Zielgruppen.
Besser werden muss die Region zum Beispiel, wenn sie die Schwabs erreichen will. Für diese Touristengruppe ist ein funktionierender Nahverkehr wichtig. Bei diesem gebe es in der Region noch viel zu verbessern.
Feiern, wandern und Fahrrad fahren
Grundsätzlich, meinte Lea Straßer für die Verbandsgemeinde, bestätige das Tourismuskonzept des Landes die Arbeit, die in der Verbandsgemeinde mit der Touristinfo Pfälzer Mühlenland gemacht werde. Wandern, Natur, Radfahren, Wein und Kulinarik stehen hoch im Kurs. In diesen Sparten gelte es – wobei der Wein in der VG außer Acht gelassen werden darf - Angebote zu schaffen. Punkte würden hier kombiniert – zum Beispiel mit Wandern und Feiern bei den Mühlentagen oder Radfahren und Feiern beim Autofreien Wallhalbtal.
Die eingeschlagene Richtung stimme. Die digitale Transformation gelte es zu verstärken und hochwertige Strukturen zu entwickeln. Zum Beispiel in Form eines zertifizierten Premiumwanderweges. Einheitliche Beschilderung an Rad- und Wanderwegen sei ganz wichtig.
Gemeinsames Tourismus-Center für die Region?
Es zeige sich immer wieder, dass gedruckte Broschüren und Karten im Tourismus unverzichtbar sind – auch wenn jedes Angebot digital vorhanden sei, so die Touristikerinnen.
In der Verbandsgemeinde, erläuterte Lea Straßer, sind jetzt neue Marketingmaßnahmen geplant. So gibt es eine Verlagerung hin zu Anzeigen in hochwertigen Reisemagazinen.
Größere Veranstaltungen wie der Sickinger Grumbeermarkt sollen – das wird derzeit geprüft – in Zukunft über Radiospots beworben werden. Weil Broschüren unerlässlich sind, soll im ersten Halbjahr 2024 der Wanderführer „Wanderspaß im Pfälzer Mühlenland überarbeitet werden, kündigte Straßer an.
Aktuell, das war mit ein Grund, warum Herbort an der Ausschusssitzung teilgenommen hat, wird untersucht, ob in der Südwestpfalz ein sogenanntes Touristisches Service Center (TSC) etabliert werden kann. Geprüft wird, ob der Landkreis Südwestpfalz und die zugehörigen Verbandsgemeinden Hauenstein, Pirmasens-Land, Zweibrücken-Land, Thaleischweiler-Wallhalben, Rodalben, Waldfischbach-Burgalben sowie der beiden kreisfreien Städte Pirmasens und Zweibrücken ein gemeinsames Touristik Service Center etablieren sollten, um im touristischen Bereich überregional deutlich stärker wahrgenommen zu werden. Sollte dieser TSC-Prozess am Jahresende zu dem Ergebnis kommen, dass es sinnvoll ist, die touristischen Aufgaben zu bündeln, wären die bislang geplanten Marketingmaßnahmen für das Pfälzer Mühlenland vom Tisch. Denn dann würden die Marketingmaßnahmen beim TSC gebündelt.
