Erlenbach / Vorderweidenthal
Lückenschluss im Radwegenetz: Baumaßnahmen sollen Anfang 2023 beginnen
Vor knapp zwei Jahren hat die RHEINPFALZ die Planung der beiden genannten Radwege vorgestellt. Seitdem ist es ruhig geworden um das Vorhaben, mit dem eine Lücke im Radwegenetz zwischen dem Dahner Felsenland und der Südlichen Weinstraße geschlossen werden soll. Offensichtlich ist aber doch viel Bewegung in dem Vorhaben. Wie Martin Schafft, Leiter des LBM Speyer, auf Anfrage mitteilte, liegt die Ausführungsplanung mittlerweile vor. Entlang der L490 seien aber zahlreiche Grundstückskäufe nötig. Bei der Mehrheit der Grundstücksteilflächen liege die Bauerlaubnis der Eigentümer vor, so Schafft. In wenigen Fällen fehle diese noch; hier müsse eventuell auf Grundlage des bestandskräftigen Planfeststellungsbeschlusses rechtzeitig vor Baubeginn die sogenannte Besitzeinweisung bei der SGD Süd – sie ist zuständige Enteignungsbehörde – beantragt werden.
Erneut Baustelle bei der Erlenbacher Kreuzung
Wenn dies so weit ist, könnte mit dem Bau des neuen Radweges zwischen Erlenbach und Vorderweidenthal begonnen werden – nur kurze Zeit nach der Fertigstellung des Straßenausbaus bei der Erlenbacher Kreuzung. Warum wurde der dort geplante Fahrbahnteiler für Radfahrer an der B427 eigentlich nicht schon beim Ausbau der B427 gebaut, wie es der Busenberger Bürgermeister Christof Müller vorgeschlagen hatte? Dazu erklärt Schafft: „Die Maßnahme des LBM Kaiserslautern auf der B427 zwischen Busenberg und der Erlenbacher Kreuzung 2021 war eine reine Fahrbahnerneuerungsmaßnahme. Bei der geplanten Querungshilfe auf der B427 für den neuen Radweg werden umfangreiche Maßnahmen, wie die Verlegung eines Fahrstreifens der B427 notwendig. Die Ausführungspläne lagen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vor.“
Auswirkung der Naturschutzmaßnahmen geprüft
Im Bauabschnitt Höhe Erlenbacher Kreuzung hemmte der Einwand des Naturschutzes die Baumaßnahme erheblich, weil hier ein Vogelschutzgebiet tangiert wird, in welchem unter anderem Neuntöter, Schwarzkehlchen, Sumpf- und Teichrohrsänger leben. Aus diesem Grund wurden hier Ausgleichsmaßnahmen insbesondere großwüchsige Hecken- und Strauchpflanzungen gefordert, welche damals aber auch direkt angepflanzt wurden.
Um die positiven Auswirkungen der Naturschutzmaßnahmen, ihre Funktionalität als Brut- und Nistplätze insbesondere der dort vorkommenden Vogelarten überprüfen zu können, wurde ein dreijähriges Monitoring gefordert. Den beiden Verbandsbürgermeistern – Michael Zwick aus Dahn und Hermann Bohrer aus Bad Bergzabern – hat diese schleppende Umsetzung jedoch nicht behagt, und beide setzten sich gemeinsam für eine zeitnahe Realisierung ein. Nach zwei Jahren kann nun vermeldet werden, dass dieses Monitoring erfolgreich abgeschlossen wurde. Der damit beauftragte Biologe hat mitgeteilt, dass die Maßnahmen wirksam seien und mit der Baumaßnahme aus seiner Sicht begonnen werden könne. Wegen des dortigen Vogelschutzgebietes dürfen die Bauarbeiten am Radweg in diesem Bereich (Bauabschnitt II) jedoch nur im Winterhalbjahr erfolgen.
Drei Bauabschnitte vorgesehen
Die Baumaßnahme erfolgt nach Angaben von Klaus Burkhart von der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland in drei Abschnitten. Von Januar bis August 2023 ist der Bauabschnitt I entlang der L490 geplant. Hierzu wird die Straße zwischen Erlenbacher Kreuzung und Vorderweidenthal für etwa sieben Monate komplett gesperrt. Die Umleitung führt über Birkenhördt.
Bauabschnitt II wird von September 2023 bis Januar 2024 andauern. Dieser führt von der Grünheckstraße in Erlenbach bis Sägemühle Vorderweidenthal. Hierzu erfolgt eine Sperrung der B427 von Busenberg her für etwa acht Wochen, wegen des herzustellenden Fahrbahnteilers westlich der Erlenbacher Kreuzung. Bauabschnitt III folgt schließlich im Februar und März 2024 in Richtung Darstein entlang der L490. Auch hier ist eine Straßensperrung zwischen Vorderweidenthal und Oberschlettenbach für etwa drei Wochen vorgesehen; eine Umleitung erfolgt über Völkersweiler.
Leitung und Kanal werden mitverlegt
Im Bauabschnitt I und III muss eine wassergebundene Decke eingebaut werden. Im Bauabschnitt I und II werden Wasserleitung und Kanal von Vorderweidenthal nach Erlenbach mitverlegt, erklärt der Dahner Werkleiter Klaus Hüther die längere Bauzeit. Damit werden Vorderweidenthal, Oberschlettenbach und Lindelbrunn durch die VG-Werke Bad Bergzabern an das Dahner Netz angeschlossen. Eine Zweckvereinbarung mit Bergzabern über die Aufteilung der Baukosten und der Folgekosten sei zwischenzeitlich ebenfalls abgeschlossen.
Die Finanzierung des Projektes sei gesichert, so dass Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden kann, informiert Klaus Burkhart. Der genaue Baubeginn soll zwei Wochen vorher bekannt gegeben werden. Bereits im ersten Halbjahr 2022 waren bei der Sägemühle die Rodungsarbeiten erfolgt. Und im Juli hatte vor Ort eine erste Baustellenvorbesprechung mit allen Beteiligten stattgefunden.
Radweg von Lauterschwan nach Birkenhördt
Die Planung für den Bau des Radwegs von Lauterschwan nach Birkenhördt läuft ebenfalls, wie der LBM-Leiter mitteilte. Die Wegetrasse soll hier nicht wie ursprünglich geplant entlang der K11 zum geplanten Kreisel vor Birkenhördt geführt werden, sondern die K11 an der Kuppe nur kreuzen und über einen weiteren Waldweg hinunter nach Birkenhördt verlaufen. Hier ist geplant, den Rad- und Wirtschaftsweg durch den Forst quasi als Instandsetzungsmaßnahme des vorhandenen Forstweges für den LBM zu bauen. Der LBM baut nur ein etwa 200 Meter langes Teilstück zwischen dem vorhandenen Fahrbahnteiler am östlichen Ortsrand von Lauterschwan in Richtung „Altes Landlöchel“, wofür jedoch noch der Grundstückserwerb nötig ist. Bei zwei von etwa vier für den Bau benötigten Grundstücksteilflächen im Bereich Lauterschwan fehlt noch die Bauerlaubnis.
Erleichterung über nahenden Baustart
Offen ist noch die Querung der K11, für welche die Planung zeitnah beauftragt werden soll. Bei einem Besprechungstermin im letzten Jahr wurde festgelegt, dass der Rad- und Wanderweg übers „Alte Landlöchel“ mit wassergebundener Decke hergestellt werden soll. Lediglich an einer Steilstelle und entlang der B 427 bei Lauterschwan ist eine Asphaltdecke vorgesehen.
Der Dahner Verbandsbürgermeister Michael Zwick zeigt sich erleichtert über den Fortgang: „Ich finde es gut, dass es jetzt los geht. Mit dem Radweg in Verbindung mit der Leitungsverlegung von Vorderweidenthal her haben wir auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Beide Lückenschlüsse werden das Radwegenetz sicher aufwerten. Das ist eine runde Sache, welche ich ausdrücklich begrüße.“