WALDFISCHBACH-BURGALBEN
Der neue Bürgermeister macht schon ein Praktikum in der Verwaltung
Das Päckchen Webers enthält die wichtigsten Aufgaben für die nahe Zukunft. Leidecker kennt es gut, „denn ich habe hier ja mein Praktikum gemacht“, sagt er lachend. Er wurde in den vergangenen Tagen freiwillig zum Praktikanten, damit die Amtsübergabe reibungslos läuft. „Ich wollte das unbedingt machen“, sagt Leidecker zu den Schnuppertagen in der Verwaltung, bei denen er seine künftigen Mitarbeiter schon kennenlernte, Arbeitsabläufe sah und in Termine eingebunden war. Unter anderem in die Bürgermeisterdienstbesprechung mit der Landrätin vergangene Woche, die digital stattfand. „Ich finde richtig gut, dass er das gemacht hat, habe das gerne unterstützt“, sagt Weber. Der Übergang soll nahtlos erfolgen. Es stehen so viele wichtige Themen an, sind sich die beiden einig – unter anderem Bauprojekte, die Millionen kosten werden – bei denen es ohne Brüche weitergehen soll und muss. Deshalb haben sich beide schon früh für diesen sinnvollen, durchaus nicht üblichen Weg der Amtsübergabe entschieden.
Sein künftiges Büro – groß, hell, mit einer Aussicht, „für die man fast Eintritt nehmen könnte“, sagt Leidecker lachend mit Blick auf Waldfischbach-Burgalben und den Pfälzerwald – hat der künftige Verbandsbürgermeister in den vergangenen Tagen schon kennengelernt. Viel ändern werde er nicht. Das ein oder andere werde er anders organisieren, habe er ihm schon gesagt, sagt Weber. Und das müsse Leidecker auch tun, „denn jeder muss so arbeiten, wie es ihm am besten passt“, sagt der Amtsinhaber.
Digitalisierung gibt Richtung vor
Die Digitalisierung gibt ohnehin stark die Richtung bei der Organisation vor. Leidecker, der bis 2020 Referent für Digitale Kommunikation, Medien, Digitale Infrastruktur und Netzpolitik der CDU-Fraktion im Mainzer Landtag war, weiß wie wichtig diese Entwicklung ist. Zuletzt beschloss der Verbandsgemeinderat die Einführung der E-Akte. In den Räten wird bereits zunehmend digital gearbeitet. Laptop und Handy gehören für Verbandsbürgermeister zu den wichtigsten Arbeitsgeräten. Aktuell läuft die Umstellung des Terminkalenders auf den künftigen Chef. Auch das für ihn nichts Unbekanntes. „Das wurde bei uns in Mainz auch so gehandhabt“, sagt Leidecker. Seit 2020 war er Büroleiter und Persönlicher Referent des Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf. Bis Ende November. Dann war Schluss in Mainz. Denn im September entschieden die Bürger in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben bei der Wahl, dass Leidecker künftig Bürgermeister der Verbandsgemeinde sein soll. Für acht Jahre wurde er gewählt.
Bevor er das „Praktikum“ in der Verbandsgemeindeverwaltung begann, nutzte er die Zeit für ein paar Urlaubstage und erfüllte sich als passionierter Wanderer zwei Herzenswünsche: Auf die Zugspitze bei Schnee laufen, „was nur teilweise geklappt hat, weil es stellenweise schon zu viel Schnee war“, erzählt Leidecker und durch die winterliche Partnachklamm bei Garmisch-Patenkirchen wandern. „Das war ein tolles Erlebnis“, sagt er, bei dem er noch mal Kraft für die bevorstehenden Aufgaben tanken konnte.
Am 2. Januar geht es los
Am 1. Januar wird der 37-Jährige sein Amt offiziell antreten. Genau gesagt am 2. Januar, denn das ist der Montag. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Verwaltung geschlossen. Auch um einen Beitrag zum Energie sparen zu leisten. Bestimmte Ämter, wie das Standesamt, sind in dieser Zeit erreichbar.
Für Lothar Weber, der altersbedingt nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidieren durfte, ist ab Montag noch nicht ganz Schluss. Zwei, drei Termine gibt es noch in der Woche vor Weihnachten, die er gebeten wurde wahrzunehmen und er werde auch noch nach der Post schauen, sagt er. Es soll ja nichts Wichtiges liegen bleiben.
Mit 66 Jahren ...
Als er im September den Rentenantrag gestellt habe, „war das schon ein eigenartiges Gefühl“, bekennt Weber. Im Januar feiert er seinen 66. Geburtstag und mit 66 Jahren fängt das Leben ja bekanntlich erst an. Er bleibt als Bürgermeister von Höheinöd ohnehin im politischen Amt. Was die Zeit nach der Amtsübergabe anbelangt, ist für ihn ganz klar: „Ich halte mich aus allem raus. Aber wenn Felix etwas wissen will und ich kann helfen, bin ich da“.