Spirkelbach RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Lektor zum Prädikant

David Kögler hat sich 2009 zum Lektor ausbilden lassen.
David Kögler hat sich 2009 zum Lektor ausbilden lassen.

In einer Zeit vermehrter Kirchenaustritte in den beiden christlichen Konfessionen wählt ein 35-jähriger Pfälzer den anderen Weg, hin zur Glaubensgemeinschaft. Als Prädikant wird er Rechte eines Pfarrers haben.

David Kögler aus Spirkelback nennt zwei Mentoren, die ihn auf den Weg gebracht haben, Dienst für die Kirche zu leisten: Pfarrer Johannes Berthold, der ihn in Vorderweidenthal konfirmiert hat, und der ehemalige Pfarrer des Pfarramtes Wilgartswiesen/Spirkelbach, Christoph Müller aus Landau.

Angeleitet von Pfarrer Müller, begann Kögler als Ergänzung eines anschließenden Freiwilligen Sozialen Jahres in der Jugendbetreuung im Pfarramt Wilgartswiesen zu arbeiten und mitzuhelfen. Dabei merkte er, dass ihm die Arbeit mit Menschen Spaß macht und eine Zukunftsperspektive sein kann.

Zum Lektor ausgebildet

Schon während seiner Berufsausbildung zum Heilerziehungspfleger im Bethesda in Landau begann Kögler seine Ausbildung zum Lektor, die er im Jahr 2009 abschloss. Pfarrer Müller setzte ihn daraufhin häufiger im Verkündigungsdienst ein, um ihn dadurch Erfahrungen sammeln zu lassen.

Da er aber als Lektor keine eigenen Predigten verfassen, sondern nur vorgegebene anpassen konnte, reifte in dem 35-Jährigen der Entschluss, den nächsten Schritt zu gehen. So begann er im November 2020 die Ausbildung zum Prädikanten, die coronabedingt zum großen Teil mittels Internet stattfand. Nur wenige Treffen und die Coachinggottesdienste waren in Präsenz.

Das Ziel: lebendige und authentische Predigt

„Mir wurde klar“, sagt Kögler, „dass ich bei der Verkündigung des Wortes Gottes meine persönliche Einstellung den Menschen nahebringen und die Deutung von biblischen Texten freier gestalten wollte. Nur so wird eine Predigt lebendig und authentisch.“ So erlangte er Kenntnis in den verschiedenen Bereichen, beispielsweise in der Bibelkunde, Ökumene und Vielfalt, Dogmatik und eigene Predigten zu verfassen, auch lernte er mit konstruktiver Kritik der Ausbilder, der anderen Teilnehmer, vielen anderen Pfarrern und auch von Pfarrer Berthold umzugehen.

„Der Unterricht war sehr anspruchsvoll, intensiv und nahm viel Zeit in Anspruch, die ich neben meinem Beruf als Heilerziehungspfleger im Conrad-von-Wendt-Haus in Dahn aufbringen musste. Aber es hat mich weiter motiviert und viel Freude gemacht“, ergänzt Kögler, der verheiratet ist und in Spirkelbach lebt.

Ehrenamtlicher mit Rechten eines Pfarrers

Nach dem Entsendegottesdienst in Grünstadt im April und der anstehenden Ordination Mitte Juli kann Kögler als ehrenamtlicher Prädikant im Gottesdienst Sakramente (Taufe und Abendmahl) sowie Konfirmation, Trauungen und Beerdigungen abhalten. Dies wird immer wichtiger, da es immer weniger junge Seelsorger gibt. Im Pfarramt Spirkelbach/Wilgartswiesen ist die Pfarrstelle derzeit vakant.

Dass ein Ehrenamtlicher Aufgaben eines Pfarrers übernimmt, ist eine Besonderheit der Pfälzischen Landeskirche, wie Dekan Volker Janke gegenüber der RHEINPFALZ mitteilt. Wichtig sei zu betonen, dass ein Prädikant einen Gemeindepfarrer ergänzt beziehungsweise für ihn einspringt, wenn er für Angelegenheiten angefragt wird.

Die Ordination von Kögler ist im Dekanat Landau die erste in diesem Jahr. Der 35-Jährige sagt nicht ohne Stolz: „Mein Leitspruch ist mein Konfirmationsspruch und steht im zweiten Buch Samuel 22, Vers 2: ,Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.’ Den werde ich auch als Predigttext bei meiner Ordination in den Mittelpunkt stellen.“

Info

Die Ordination von David Kögler ist am Samstag, 16. Juli, um 14 Uhr in der protestantischen Kirche in Spirkelbach.

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