Sparen mit der RHEINPFALZ RHEINPFALZ Plus Artikel Lebensmittel in Frankreich kaufen: Fahren um zu sparen?

Familie Schmitt aus Weißenburg beim Einkaufen.
Familie Schmitt aus Weißenburg beim Einkaufen.

Den Einen ist es zu teuer. Andere finden es günstiger. Aber landestypische oder besondere Lebensmittel sind nach wie vor gefragt. Weil sie billiger oder in Deutschland nicht zu bekommen sind, kaufen sie viele in Frankreich. Lohnt sich das?

Wegen Grundnahrungsmitteln dürften die wenigsten Deutschen ins Elsass fahren. Doch typische Lebensmittel wie Käse, Paté, Wein, Macarons oder Madeleines und natürlich Baguette sind gefragt. „Die Preise bei den Grundnahrungsmitteln sind ungefähr gleich“, findet Ralph Heydolph aus Rumbach. Butter sei billiger, Zucker teurer und Gemüse und Obst schon immer teurer als in der Pfalz gewesen. Er füllt gerade seinen Kofferraum mit dem getätigten Einkauf. Ein Einkauf, den er wegen Lebensmitteln macht, die es in deutschen Supermärkten entweder so nicht gibt. Oder die billiger sind. Zum Beispiel die große Auswahl von frischem, auch sehr edlem Fisch und Käse, auch aus Rohmilch. „Rohmilchkäse darf in Deutschland gar nicht verkauft werden“, sagt Heydolph.

Familie Schmitt aus Deutschland wohnt seit Jahren in einem der Dörfer bei Weißenburg und findet, dass nicht nur der Einkauf in Frankreich billiger ist. „Die Grundnahrungsmittel sind billiger, die Milch ist ein Drittel billiger und es gibt ständig sehr günstige Angebote, man muss natürlich die Angebote verschiedener Supermärkte prüfen“, sagen sie. „Wir kaufen viel lieber hier ein, aber es gibt eine Ausnahme, mei Pälzer Worscht“, fügt der Ehemann hinzu. Zudem seien die Lebenshaltungskosten im Elsass deutlich unter dem Preisniveau von „driwwe“.

Viele Deutsche kommen ins Elsass

300 Euro würden sie für Wasser, Gas und Strom bezahlen, 460 Euro koste sie die Miete für eine Doppelhaushälfte von 90 Quadratmetern. „Ein Freund von uns aus Neustadt zieht jetzt wegen der Preise hierher“, erzählt das Ehepaar. Es würden derzeit viele Deutsche ins Elsass ziehen und auch hier einkaufen, ist ihre Erfahrung. „Man spart, aber das ist nicht der Grund, warum wir hier einkaufen“, sagen Reinhard und Marita, die gerade Urlaub in Göcklingen machen. Sie nehmen besonderes Salz, Senf und Käse mit nach Hause. Einig sind sie sich mit Familie Schmitt: „Energie ist nirgends so teuer wie bei uns“.

„Wir sind enttäuscht“, ist das Fazit von Jasmin Enupoglu. Sie ist mit ihrer Familie extra aus Heidelberg gekommen, um einen Familieneinkauf zu tätigen. „Die Preise sind ganz schön gesalzen, es ist viel teurer als bei uns“, findet sie. Das findet auch Dieter Atzor aus Dahn, aber er ist auch gekommen, um besondere Dinge zu kaufen. Unter anderem Käse und Sekt. „Das ist noch relativ günstig“, findet er. „Wir kaufen hauptsächlich in Schweigen ein wegen dem großen Sortiment von Biowaren, hier gibt es weniger und sie sind teurer“, erzählt Marcel Streicher aus Weißenburg. Alle an diesem Tag Befragten Kunden von „driwwe“ waren wegen der günstigeren und besonderen Waren in Weißenburg. Wie Austern oder Jakobsmuscheln für einen Euro das Stück.

Ralf Heydolph aus Rumbach packt die französischen Einkäufe in seinen Wagen.
Ralf Heydolph aus Rumbach packt die französischen Einkäufe in seinen Wagen.
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