Eusserthal RHEINPFALZ Plus Artikel Klosterstüb’l mit neuem Eigentümer

Pia und Roger Fruck haben sich auf einem Weinfest kennen und lieben gelernt.
Pia und Roger Fruck haben sich auf einem Weinfest kennen und lieben gelernt.

Die langjährigen Betreiber des Klosterstüb’l in Eusserthal haben sich in den Ruhestand verabschiedet. Ihr Wunsch geht in Erfüllung. Die Zukunft der Lokalität ist gesichert.

Das Klosterstüb’l grenzt mitten im Dorf an die ehemalige Klosteranlage an und liegt doch abgeschieden vom Straßenverkehr in einer Idylle. Der alteingesessene, massive Sandsteinbau an der Durchgangsstraße mit dem gediegen ausgestatteten Restaurant im Untergeschoss lässt kaum ahnen, dass sich dahinter außer einer mit Sandsteinplatten belegten geräumigen Terrasse für den Gästebetrieb auch ein naturbelassenes Gartengelände ausbreitet, das mit beschaulichen Plätzen zwischen alten Obstbäumen, blühenden heimischen Sträuchern und allerlei Kunsthandwerklichem aus Metall, Holz und Stein zum Verweilen einlädt. Mitten hindurch zieht in gleichmäßigem Plätschern und Ruhe ausströmend der Sulzbach seinen leicht gekrümmten Lauf. Sogar einige Bienenvölker mit ihren Kästen sind in einer Ecke anzutreffen.

13 Jahre lang haben Eva-Maria und Wolfgang Sambaß die Lokalität in Eußerthal geführt und dem Restaurant zu Bekanntheit verholfen. Ende vergangenen Jahres traten sie in den Ruhestand. Sie hatten sich gewünscht, den traditionsreichen, von der Familie Sambaß in vierter Generation betriebenen Landgasthof in geeignete Hände übergeben zu können. Mit Pia und Roger Fruck haben sie die passenden Nachfolger gefunden. Sie haben sich vorgenommen, das erfolgreiche Konzept von Ehepaar Sambaß ähnlich fortzuführen, so wie es die Gäste bisher vom Klosterstüb’l kennen. Also ein Konzept, das sich nach einer gut-bürgerlichen Küche orientiert mit regionalen und saisonalen Produkten auf der Speisekarte, die je nach Jahreszeit monatlich wechseln.

Paar mit Gastronomie-Erfahrung

Pia und Roger Fruck stammen beide aus der Gegend um Karlsruhe und haben sich vor acht Jahren auf einem Weinfest kennen und lieben gelernt. Geheiratet haben sie vor knapp zwei Jahren. Sie ist 28 Jahre alt, er 35 Jahre. Vor vier Monaten hat sich Nachwuchs eingestellt, Söhnchen Benno.

Mit Gastronomie hatten die Frucks bisher nur nebenher zu tun. Die 28-Jährige ist von Beruf Winzerin und in der Forschung für Weinanbau auf einem staatlichen Weingut tätig. Etwas Erfahrung als Servicekraft in einem Restaurant bringt sie allerdings schon mit. Gegenwärtig ist sie in Elternzeit. Als gelernter Koch ist ihr Mann im Catering-Betrieb bei der Lebenshilfe angestellt. Die Großküche dieser Einrichtung beliefert vorwiegend Kindergärten und Schulen regelmäßig mit fertigen Mahlzeiten.

Wirt ist auch Küchenchef

Schon länger hatten sich die beiden jungen Leute mit dem Gedanken befasst, ein Restaurant übernehmen und dort auch Wohnung beziehen zu können. So kam ihnen der Landgasthof in Eußerthal genau zupass. Sie waren schließlich die einzigen Bewerber, die das Haus weiterführen wollten. Es musste nicht viel darin verändert werden. Lediglich in der Küche gab es einiges zu tun.

Der neue Wirt ist auch Küchenchef. Er besorgt und bereitet die angebotenen Speisen eigenhändig her. Die Produkte dazu bezieht er aus der Region, Forellen und Saiblinge zum Beispiel oder das Fleisch von einem ihm bekannten Metzger im Großmarkt. Es steht auch manche Spezialität auf seiner Liste, etwa Kanadisches Entrecote. Auch für Vegetarier ist immer etwas dabei, Speisen wie Spargel-Risotto. „Ein bisschen schwäbisch sind wir allerdings angehaucht“, gibt er schmunzelnd zu und empfiehlt Hausgemachte Maultaschen mit selbst hergestelltem Kartoffelsalat, nicht mit Speck wie in der Pfalz, sondern nach schwäbischer Kochkunst mit Gemüsebrühe zubereitet. „So richtig schlotzig muss er sein.“

„Wir fangen halt mal an“, sagt Roger Fruck über sein neues Metier. „Die Neugier ist auf jeden Fall da.“

Info

Klosterstüb“l, Haingeraidestraße 45, Eußerthal, Telefon 06345 93072, Geöffnet Freitag und Samstag ab 18 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr.

Am bisherigen Konzept des Klosterstüb’l möchten die neuen Betreiber nicht viel ändern.
Am bisherigen Konzept des Klosterstüb’l möchten die neuen Betreiber nicht viel ändern.
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