Kusel
Im Modus gegen Funklöcher und den Ärztemangel – Neujahrsempfang der CDU
Der Landesvorsitzende war einer von 44 Teilnehmern, der es sich nicht verkneifen konnte, auf die schlechte Internetverbindung im ländlichen Raum zu verweisen. Anlass war eine Frage des Bundestagsbewerbers Xaver Jung aus seiner Rammelsbacher Wohnstube, die nur schwer zu verstehen war. Zitat Baldauf: „Die jordanische Wüste hat weniger Funklöcher als Rheinland-Pfalz, was die Landesregierung zu verantworten hat.“
Dass es auch um Wahlkampf geht – das verbargen der Kreisvorsitzende Sebastian Borger und Direktkandidatin Isabel Steinhauer-Theis in ihren Ansprachen nicht. Die Stadtbürgermeisterin von Lauterecken gehört dem „Praktikerteam Kommunales und Finanzen“ an, mit dem Baldauf in den Wahlkampf zieht. „Ich trete an für gleichwertige Lebensverhältnisse, die gibt es bei uns in der ländlichen Region weder beim Internet noch beim Straßenausbau oder der Inneren Sicherheit“, sagte die 44-Jährige. Das könne jeder bestätigen, in dessen Wohnung schon einmal eingebrochen worden sei.
Kritik an der Kassenärztlichen Vereinigung
Deutlich kritisierten mehrere Redner die geplante Reduzierung der Öffnungszeiten der Ärztlichen Bereitschaftspraxis im Meisenheimer Gesundheitszentrum Glantal. „Das ist wohl der Preis der Selbstverwaltung, die Kassenärztliche Vereinigung zieht das offensichtlich ohne Rücksicht auf Verluste durch“, sagte Xaver Jung. Die Landtagsabgeordnete Marlies Kohnle-Gros verwies darauf, dass die CDU im Landtag seit vielen Jahren vergeblich auf den Ärztemangel hinweise. Für Christian Baldauf Anlass, die Landesregierung aufzufordern, die Anzahl der Medizin-Studienplätze im Land dringend zu erhöhen.
Nach eineinhalb Stunden sprach Sebastian Borger zum Abschied von einer gelungenen digitalen Premiere für die CDU im Landkreis. „Wenn der Online-Unterricht an den Schulen genau so gut laufen würde, hätten wir ein Problem im Land weniger“, kehrte Baldauf nochmals in den Wahlkampfmodus zurück. Aber es ging allen Beteiligten an dem Abend erklärterweise nicht nur um die Neujahrsgrüße. Schließlich wird am 14. März der neue Landtag gewählt.