Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Gottesdienste im Kreis: Verschiedene Regelungen, unterschiedliche Startzeiten

Beim Gottesdienst mit Mundschutz (von links): Julia Müller, Angelika Meigel, Pfarrer Christof Anselmann und Alex Pirron.
Beim Gottesdienst mit Mundschutz (von links): Julia Müller, Angelika Meigel, Pfarrer Christof Anselmann und Alex Pirron.

Nach wochenlangem Gottesdienstverbot wegen Corona zeigen sich die Kirchengemeinden im Kreis mit der Wiederaufnahme zurückhaltend. Nur zwei Pfarrer starteten bereits am vergangenen Sonntag mit ihren Gottesdiensten. Einige ziehen am Sonntag nach, die meisten lassen sich jedoch noch Zeit.

Die Nase vorn hatte Pfarrer Matthias Müller aus Rothselberg. Er feierte am vergangenen Sonntag in Eßweiler Gottesdienst. Die Entscheidung dazu sei sehr schnell gefallen, schildert Müller. „Am 28. April kam das Schreiben des Kirchenpräsidenten, daraufhin habe ich gleich das Presbyterium informiert.“ Dies habe den notwendigen Beschluss gefasst.

Dass er schon am 3. Mai Gottesdienst feiern konnte, habe auch an einer guten Vorbereitung gelegen, Desinfektionsmittel und Mundschutz waren rechtzeitig vorhanden. „Dann haben wir noch schnell Plakate im Ort aufgehängt und etwas Mund-zu-Mund-Propaganda gemacht. Es war schön, wieder Gottesdienst zu feiern“, sagt der aus Rathsweiler stammende Theologe.

Gewöhnungsbedürftig sei der Anblick der zehn Besucher mit Masken gewesen. Der nächste Gottesdienst ist am Sonntag in Kreimbach-Kaulbach. Im Dekanat An Alsenz und Lauter dürfen 20 Besucher gleichzeitig an einem Gottesdienst teilnehmen – nach Anmeldung im Dekanatsbüro eine Woche davor.

Autokino-Kirche

Auch Pfarrer Christof Anselmann von der katholischen Pfarrei in Lauterecken hat am vergangenen Sonntag mit öffentlichen Gottesdiensten begonnen. Die nächsten finden am Samstag in Reipoltskirchen sowie am Sonntag in Wolfstein und Lauterecken statt. Unter der Woche würden weitere Gottesdienste angeboten, berichtet Anselmann. Darunter auch am Mittwoch, 18 Uhr, die „Autokino-Kirche“ an der Josefskapelle. Dieses wöchentliche Angebot könne auch fortbestehen, falls die Corona-Maßnahmen noch mal verschärft werden müssten.

Probegottesdienst

Die katholische Pfarrei Kusel beginnt ab Sonntag wieder mit den Gottesdiensten, berichtet Pfarrer Nils Schubert. In Kübelberg geht es indes erst am 17. Mai los. Die Gottesdienste würden im Pfarrbrief angekündigt, wer teilnehmen wolle, müsse sich vorher anmelden, erläutert Dekan Michael Kapolka. Zu den Vorbereitungen gehöre auch ein Probegottesdienst. Unter anderem begleiten Ordner die Besucher an ihre Plätze. Für den Empfang der Kommunion müssten die Gläubigen zur Seite gehen, bevor sie den Mundschutz kurz für die Hostie abnehmen, erläutert der Dekan.

Mundschutz ist bei allen Gottesdienstbesuchern Pflicht, ebenso wie Händedesinfektion. Zudem wird nach den Vorgaben der pfälzischen Landeskirche dokumentiert, wer wo sitzt, falls die Nachverfolgung einer möglichen Infektionskette notwendig werden sollte. Türgriffe und Handläufe werden desinfiziert, vor Beginn und bei Beendigung des Gottesdienstes sind die Türen offen, so dass niemand Griffe berühren muss. Es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Pro zehn Quadratmeter darf nur eine Person die Kirche betreten. Abendmahl findet nicht statt. Kindergottesdienste sollten bis auf Weiteres nicht stattfinden.

Kantate ohne Gesang

Im Kirchenkreis Obere Nahe feiert Pfarrer Günter Lötzbeyer am Sonntag, 10 Uhr, in Pfeffelbach Gottesdienst, eine Woche später auf der Burg. „Die Leute haben mich gefragt, wann es wieder los geht“, begründet er die rasche Umsetzung. In der Pfeffelbacher Kirche sei zwar Platz für 350 Personen, „aber wir können nur 27 hereinlassen“. Laut Sicherheitskonzept sei die Empore tabu. Lötzbeyer bedauert, dass ausgerechnet am „Sonntag Kantate“ nicht gesungen werden darf. Wenn die Orgel bekannte Lieder anstimmt, sei dies sicher für viele schwer.

„Wir richten uns sich nach den Vorgaben der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Land Rheinland-Pfalz“, sagt Superintendentin Jutta Walber vom Kirchenkreis Obere Nahe. Dafür brauche es große Vorbereitungen und mehr Personal. Mit Blick auf „wenige Besucher, die völlig vereinzelt mit Mundschutz in der Kirche sitzen und weder singen noch sich begegnen können“, empfiehlt Walber, sich darauf zu konzentrieren, auf andere Weise in Kontakt zu bleiben. Viele Aktionen liefen bereits, nun gelte es, die Fantasie zu nutzen und Neues zu probieren, bis die strengen Auflagen aufgehoben werden können.

Frohe Botschaft verkünden

Im protestantischen Kirchenbezirk Homburg werden viele Gemeinden ab Sonntag, 17. Mai, wieder Gottesdienste feiern, berichtet Dekan Thomas Holtmann. „Die Sicherheit aller steht im Vordergrund.“ Schon am Sonntag feiert Pfarrerin Ilse Gutt-Müller in Breitenbach und Dunzweiler Gottesdienst. In Waldmohr hatte das Presbyterium bis Redaktionsschluss noch nicht entschieden. Auch wenn Nähe, Gesang und Gemeinschaft fehlten und die Gottesdienste „atmosphärisch nicht das sind, was wir kennen“ – gerade in der heutigen Zeit brauche es die Verkündigung der Frohen Botschaft, meint Holtmann.

Die Evangelische Freikirche Kusel beginnt am 17. Mai mit regulären Gottesdiensten. Zudem gebe es freitags um 19 Uhr einen internationalen Gottesdienst. „Bei Bedarf wird noch ein Gottesdienst samstagabends angeboten“, berichtet Pastor Michael Landoll.

Weiter alternative Angebote

Im protestantischen Dekanat Kusel gibt es noch keine Termine für die nächsten Gottesdienste. Anfang kommender Woche berate der Pfarrkonvent erneut. Abstand halten sei Ausdruck gelebter Nächstenliebe, erklärte Dekan Lars Stetzenbach. Man wolle niemanden gefährden, Schwache schützen.

Alternative Angebote wie Video-Gottesdienste, Karten, Briefe oder Bastelsachen für Kinder werde es weiterhin geben. Stetzenbach: „Wir sind uns dessen bewusst, dass nicht alle Alters- und Zielgruppen durch diese Medien erreicht werden, aber das haben diese neuen Formen auch mit dem Sonntagsgottesdienst gemeinsam.“

Die Nase vorn hatte Pfarrer Matthias Müller aus Rothselberg. Er feierte am vergangenen Sonntag in Eßweiler Gottesdienst. Die Entscheidung dazu sei sehr schnell gefallen, schildert Müller. „Am 28. April kam das Schreiben des Kirchenpräsidenten, daraufhin habe ich gleich das Presbyterium informiert.“ Dies habe rasch den notwendigen Beschluss gefasst, berichtet der Pfarrer.

Dass er schon am 3. Mai Gottesdienst feiern konnte, habe auch an einer guten Vorbereitung gelegen: „Wir haben die Zeit des Wartens genutzt“, schildert er, Desinfektionsmittel und Mundschutz waren rechtzeitig vorhanden. „Dann haben wir noch schnell Plakate im Ort aufgehängt und etwas Mund-zu-Mund-Propaganda gemacht. Es war schön, wieder Gottesdienst zu feiern“, sagt der aus Rathsweiler stammende Theologe.

Autokino-Kirche bleibt

Wenn auch: Der Anblick der zehn Besucher mit Masken sei gewöhnungsbedürftig gewesen. Der nächste Gottesdienst ist am Sonntag in Kreimbach-Kaulbach. Im Dekanat An Alsenz und Lauter dürfen 20 Besucher gleichzeitig an einem Gottesdienst teilnehmen. Wer teilnehmen will, muss sich in der Woche davor im Dekanatsbüro anmelden.

Auch Pfarrer Christof Anselmann von der katholischen Pfarrei in Lauterecken hat nicht lange gezögert und am vergangenen Sonntag mit öffentlichen Gottesdiensten begonnen. Die nächsten finden am Samstag in Reipoltskirchen sowie Sonntag in Wolfstein und Lauterecken statt. Im Laufe der Woche würden weitere Gottesdienste angeboten, berichtet Anselmann. Darunter auch am Mittwoch, 18 Uhr, die „Autokino-Kirche“ an der Josefskapelle. Dieses wöchentliche Angebot könne auch fortbestehen, falls die Corona-Maßnahmen nochmal verschärft werden müssten.

Probegottesdienst

Die katholische Pfarrei Kusel beginnt ab kommenden Sonntag wieder mit den Gottesdiensten, berichtet Pfarrer Nils Schubert. In Kübelberg geht es indes erst am 17. Mai los. Die Gottesdienste würden im Pfarrbrief angekündigt, wer teilnehmen wolle, müsse sich vorher anmelden, erläutert Dekan Michael Kapolka. Zu den Vorbereitungen gehöre auch ein Probegottesdienst, „bei dem wir schauen, wie es funktioniert“. Unter anderem begleiten Ordner die Besucher an ihre Plätze. Für den Empfang der Kommunion müssten die Gläubigen zur Seite gehen, bevor sie den Mundschutz kurz für die Hostie abnehmen, erläutert der Dekan.

Mundschutz ist bei Gottesdienstbesuchern Pflicht, ebenso wie Händedesinfektion. Zudem wird nach den Vorgaben der pfälzischen Landeskirche dokumentiert, wer wo sitzt, falls die Nachverfolgung einer möglichen Infektionskette notwendig werden sollte. Türgriffe und Handläufe werden desinfiziert, vor Beginn und bei Beendigung des Gottesdienstes sind die Türen offen, so dass niemand Griffe berühren muss. Es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Pro zehn Quadratmeter darf nur eine Person die Kirche betreten. Abendmahl findet nicht statt. Kindergottesdienste sollten bis auf Weiteres nicht stattfinden.

Kantate ohne Gesang

Im Kirchenkreis Obere Nahe feiert Pfarrer Günter Lötzbeyer am Sonntag, 10 Uhr, in Pfeffelbach Gottesdienst und am 17. Mai um 10 Uhr auf der Burg. „Die Leute haben mich gefragt, wann es wieder los geht“, begründet er die rasche Umsetzung. In der Pfeffelbacher Kirche sei zwar Platz für 350 Personen, „aber wir können nur 27 hereinlassen“. Laut Sicherheitskonzept sei die Empore tabu. Lötzbeyer bedauert, dass ausgerechnet am „Sonntag Kantate“ nicht gesungen werden darf. Wenn die Orgel bekannte Lieder anstimmt, sei dies sicher für viele schwer.

„Wir richten uns sich nach den Vorgaben der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Land Rheinland-Pfalz“, sagt Superintendentin Jutta Walber vom Kirchenkreis Obere Nahe. Dafür brauche es große Vorbereitungen und mehr Personal. Mit Blick auf „wenige Besucher, die völlig vereinzelt mit Mundschutz in der Kirche sitzen und weder singen noch sich begegnen können“, empfiehlt Walber, sich darauf zu konzentrieren, auf andere Weise in Kontakt zu bleiben. Viele Aktionen liefen bereits, nun gelte es, die Phantasie zu nutzen und Neues zu probieren, bis die strengen Auflagen aufgehoben werden können.

Frohe Botschaft

Im protestantischen Kirchenbezirk Homburg werden viele Gemeinden ab Sonntag, 17. Mai, wieder Gottesdienste feiern, berichtet Dekan Thomas Holtmann. Dies sei das Ergebnis von Beratungen in den Kirchengemeinden. Grundlage sei die verantwortungsvolle Umsetzung der Richtlinien. „Die Sicherheit aller steht im Vordergrund“, so Holtmann. Schon am Sonntag feiert Pfarrerin Ilse Gutt-Müller in Breitenbach und Dunzweiler Gottesdienst. In Waldmohr hatte das Presbyterium bis Redaktionsschluss noch nicht entschieden. Die Sicherheit aller stehe dabei im Vordergrund, betont Holtmann. Auch wenn Nähe, Gesang und Gemeinschaft fehlten und die Gottesdienste „atmosphärisch nicht das sind, was wir kennen“ – gerade in dieser Zeit brauche es die Verkündigung der frohen Botschaft, ist er überzeugt.

Die Evangelische Freikirche Kusel beginnt am 17. Mai mit regulären Gottesdiensten. Zudem gebe es freitags um 19 Uhr einen internationalen Gottesdienst. „Bei Bedarf wird noch ein Gottesdienst samstagabends angeboten“, berichtet Pastor Michael Landoll.

Alternative Angebote

Im protestantischen Dekanat Kusel gibt es noch keine Termine für die nächsten Gottesdienste. Anfang kommender Woche berate der Pfarrkonvent erneut, teilte Dekan Lars Stetzenbach auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit. „Abstand halten und Verantwortung für die eigene und die Gesundheit der anderen zu übernehmen, ist Ausdruck gelebter Nächstenliebe. Als christliche Gemeinschaft und Kirche vor Ort liegt uns viel daran, andere nicht zu gefährden und Schwache zu schützen. Daher kann es gut sein, dass zahlreiche Kirchengemeinden je nach Bedingungen und Einschätzung der Situation vor Ort erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder Gottesdienste in einer Kirche feiern.“

Alternative Angebote wie Video-Gottesdienste, Karten, Briefe oder Bastelsachen für Kinder werde es weiterhin geben. Stetzenbach: „Wir sind uns dessen bewusst, dass nicht alle Alters- und Zielgruppen durch diese Medien erreicht werden, aber das haben diese neuen Formen auch mit dem Sonntagsgottesdienst gemeinsam.“

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