Fussball
Enttäuschung bei Rowos nach Finalniederlage
Wie das eben oft so ist – das zweite Tor interessierte, außer dem Schützen und den Statistikern, keinen mehr. Stefan Bosle steuerte zum wiederholten Mal auf Rowo-Keeper Jonas Oster zu. Minuten zuvor hatte er noch uneigennützig Benedikt Kerbel in Szene gesetzt, der aber diese dicke Chance glatt versemmelte und aus kurzer Distanz den Ball vorbeidrosch. Nicht viel besser hatte es kurz danach Anthony Weston gemacht. Also schloss Bosle diesmal selbst ab – mit Erfolg. Der Ball passte genau ins lange Eck – 2:0 für die Olympia in der zweiten Nachspiel-Minute. Eine Spielertraube wälzte sich an der Eckfahne, die Hauptakteure irgendwo ganz unten ...
Bedröppelte Gesichter dagegen bei der Lautertal-Truppe. Die TSG hat es am Sonntagnachmittag versäumt, ihrerseits die Weichen auf Pokalsieg zu stellen. „Das war nicht unser Spiel. Wir haben auf diesem Platz Probleme gehabt“, gab Spielertrainer Johannes Schell zu bedenken. „Wir spielen halt gerne Fußball – und das war hier nicht so möglich.“ Zudem monierte Schell, dass Schiedsrichter Robin Schulze bei Marcel Kolbs vermeintlichem Ausgleich neun Minuten nach Wiederbeginn auf Abseits entschieden hatte. „Nie und nimmer“, echauffierte sich Schell.
Urlaubs- und Verletzungssorgen
„Der Schiedsrichter und der Rasen waren aber nicht der Grund, warum wir heute verloren haben“, wollte der etatmäßige Rowo-Kapitän Timo Keller nicht alle Verantwortung abwälzen. Da wog wohl in der Tat schwerer, dass Stürmer-Ass Carlos Borger urlaubsbedingt fehlte, Keller selbst wegen Verletzung nur den Joker gab und einen Kurzeinsatz hatte, als die Brechstange helfen sollte.
Eigentlich war bei dieser kampfbetonten und unterhaltsamen Partie nicht damit zu rechnen, dass es so lange bei nur einem Treffer bleiben sollte. Ramsteins Innenverteidiger Eric Schaumlöffel war über den Flügel nach links vorne marschiert und hatte gekonnt aus recht spitzem Winkel abgeschlossen (22.). Das spielte der Olympia natürlich in die Karten.
„Die Mannschaft hat heute gesiegt. Alle haben sich genau an die Vorgaben gehalten“, freute sich Jonas Jung über eine hochdisziplinierte Vorstellung. Sein Plan, die Rowos kommen zu lassen, kompakt zu stehen und ihnen im vorderen Drittel wenig bis nichts zu gestatten, ging voll auf. „Vorne haben wir dann die Nadelstiche gesetzt – genau so, wie wir das wollten.“
Drangphase nicht belohnt
Nach einer guten halben Stunde mit leichten Vorteilen auf Ramsteiner Seite hatten die Wolfsteiner vor dem Wechsel auf den Ausgleich gedrängt. Die wohl beste Gelegenheit vergab Marcel Kolb, als er an einer scharfen Hereingabe von Alya Diallo vorbeirutschte. Der Rowo-Flügelflitzer hatte glänzend vorbereitet, diesmal alles richtig gemacht. Kolb, der frei vorm Tor über den holprigen Rasen rutschte, fehlten allerdings fünf Zentimeter Beinlänge.
Gefährlich waren die Wolfsteiner in dieser Phase vor allem bei Standardsituationen. Nach Eckbällen zielte zuerst Marcel Maurer mit dem Kopf knapp am Tor vorbei (28.), dann setzte Johannes Schell einen Kopfball knapp drüber. „Da hatten wir unsere Chancen. Wenn wir da treffen ...“, sprach Schell jene drei aussichtsreichen Gelegenheiten an.
Junger Keeper hält glänzend
Der Ausgleich schien überfällig, denn die Ramsteiner ließen gegen Ende des ersten Durchgangs merklich die Zügel schleifen und sich allzu sehr in die Defensive zurückdrängen. Erst kurz vorm Pausenpfiff gab's bei der Olympia mal wieder ein Lebenszeichen vorm gegnerischen Tor zu sehen: Jonas Jung nahm einen abgeblockten Ball volley, ging dabei volles Risiko, die Kugel in die eben hinterm Tor aufziehenden dunklen Wolken zu jagen. Der Ball hätte indes genau gepasst. Allerdings war Rowo-Keeper Jonas Oster auf dem Posten. Der junge Keeper reagierte glänzend, wie schon in der 18. Minute, als er seine Farben noch vorm Rückstand hatte bewahren können.
Stefan Bosle war es, der in dieser Szene – aus kurzer Distanz abziehend – in Oster seinen Meister fand. Vorerst. In der Nachspielzeit drehte Bosle den Spieß um.
So spielten sie
FV Olympia Ramstein: Kleemann – Lill (90.+4 Huege), Sedlmeier, Schaumlöffel, Maier – Julius Kerbel (64. Benedikt Kerbel), Cherdron – Weston (82. Cevrigen), Jonas Jung, Groschev (65. Smitherman) – Bosle
TSG Wolfstein-Roßbach: Oster – Tobias Jung (88. Keller), Wildberger, Korb, Neu (90.+ Niklas Jung) – Schell, Maurer – Braun, Diallo, Metzger (84. Rietz) – Kolb
Tore: 1:0 Schaumlöffel (22.), 2:0 Bosle (90.+2) - Gelbe Karten: Jonas Jung, Cevrigen – Braun, Metzger, Maurer, Tobias Jung – Beste Spieler: Cherdron, Bosle – Oster, Diallo – Zuschauer: 491 – Schiedsrichter: Schulze (Rothselberg).