Kreis Kaiserslautern
Was bei den größeren Weihnachtsmärkten im Kreis geplant ist
Michael Leschnig, Leiter am Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz (HdN), würde gerne klar sagen: „Ja, die Waldweihnacht findet in diesem Jahr wieder statt.“ Doch kann er das nicht. Noch nicht. Aber er und sein Team tun seit Sommer so, als gäbe es kein Corona mehr und bereiten die Waldweihnacht in Johanniskreuz akribisch vor. Die Ausschreibungen für die 70 Stände haben bereits Ende Mai/Anfang Juni sein Haus verlassen. „Mehr Platz steht uns leider nicht zur Verfügung“, erzählt er davon, dass es meist um die 100 Bewerber für die Stände gibt. Es gebe die Zusage an eine feste Stammteilnehmergruppe. Etwa 20 bis 25 Prozent der Plätze werden wechselnd besetzt, um dauerhaft attraktiv zu bleiben.
Die Verträge mit den Teilnehmern sind folglich längst unter Dach und Fach, allerdings enthalten sie alle eine Rücktrittsklausel für den Fall, dass die Waldweihnacht nicht stattfinden kann. Auch die Verträge mit den Busverkehrsunternehmen für die Shuttlefahrten sind abgeschlossen, ebenfalls mit der Rücktrittsklausel.
Umzäunung und Kontrollen wären zu teuer
„Nach Lesart der Behörden ist die Waldweihnacht ein Spezialmarkt“, verweist Leschnig auf die besonderen Auflagen, die hier gelten und auf die Genehmigung durch die zuständige Kreisverwaltung Kaiserslautern. Die hat unlängst übrigens den deutlich kleineren Marmeladenmarkt, auch so ein Spezialmarkt, trotz eines vorliegenden Hygienekonzeptes nicht genehmigt. Das HdN als Veranstalter hätte das komplette Freigelände einzäunen müssen, um die 3G-Regel kontrollieren zu können. „Wenn das so bleibt, ist das ein K.-o.-Kriterium für die Waldweihnacht 2021“, sagt Leschnig mit Nachdruck. Weder die Investition in die Umzäunung noch das zusätzliche Kontrollpersonal seien zu stemmen und auch nicht auf die Marktbetreiber umzulegen.
Fakt ist also derzeit: Michael Leschnig und sein Team am HdN sind gerüstet, die Marktbetreiber scharren mit den Füßen, das Hygienekonzept, ausgearbeitet vom Pandemiestab beim Landesforsten Rheinland-Pfalz, steht. Nun kommt es auf den weiteren Verlauf der Pandemie an und auf das, was die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde entscheidet. „Wir gehen am 2. November an die Öffentlichkeit und sagen, ob es die Waldweihnacht in diesem Jahr gibt oder nicht“, hat sich Leschnig selbst einen Stichtag gesetzt. Sollte die Absage kommen, liegt bereits jetzt ein Plan B bereit. „Auf jeden Fall werden ein Weihnachtsbaumverkauf und der Verkauf von Wildprodukten stattfinden“, so Leschnig. Ob es dazu noch ein gastronomisches Angebot geben wird, geben darf, wird dann kurzfristig entschieden.
Vor der Zehntenscheune
Der St.-Andreas-Markt in Landstuhl findet dieses Jahr dagegen erneut nicht statt. Als Ausgleich soll es am ersten Adventswochenende aber einen Weihnachtsmarkt auf dem Martin-Butzer-Platz vor der Zehntenscheune geben, den die Heimatfreunde ausrichten, teilt Stadtbürgermeister Ralf Hersina mit. „Klein und schnuckelig“, umreißt er, was die Gäste erwartet. Auch das Heimatmuseum soll einbezogen werden. „Für die Veranstaltung gilt nach derzeitigem Stand die 2G-Regelung.“ Das heißt: Nur Geimpfte und Genesene können teilnehmen. Dies gilt auch für den Kleinen Weihnachtsmarkt, der traditionell am dritten Adventswochenende auf dem Platz vor der Stadthalle stattfindet. „In diesem Jahr wird er voraussichtlich auf den Alten Markt verlegt“, sagt Hersina.
In Weilerbach soll es wieder das Weihnachtsdorf geben, zum gewohnten Zeitraum Anfang des Advents: von Samstag, 27. November, bis Sonntag, 5. Dezember. „Wir haben gerade in der vorvergangenen Woche getagt, sind mit den Ausstellern im Gespräch“, berichtet Harry Dinges, Vorsitzender des Vereinsrings. Dieser organisiert die Veranstaltung, die immer viele Besucher anzieht, mit Unterstützung der Ortsgemeinde. Letztere werde nicht nur wie schon in den vergangenen Jahren für die Kosten für Programm, Bewachung, Auf- und Abbau und ähnliches aufkommen, sondern auch für die der Einlasskontrolle, Einzäunung sowie der Sitzgelegenheiten, betont Ortsbürgermeister Horst Bonhagen. Die Aufwendungen kann er aber noch nicht näher beziffern.
3G in Weilerbach, 2G in Ramstein
Wie schon bei der Kerwe Ende September wird der Dorfplatz auch beim Weihnachtsdorf eingezäunt sein, und es gibt Einlasskontrollen. Sofern im Advent noch die derzeitigen Corona-Verordnungen Bestand haben, gilt die 3G-Regel für den Besuch: „Wir wollen niemanden aussperren“, sagt Dinges im Hinblick auf Ungeimpfte, die aber einen negativen Test vorweisen müssen. Ein Vorbuchungssystem ist geplant, aber in optimierterer Form mit einem freigeschalteten QR-Code. In normalen Jahren habe es beim Weihnachtsdorf über 20 Aussteller gegeben, nun rechnet Dinges mit um die 16. Die Abstände zwischen den einzelnen Buden werden etwas größer ausfallen als sonst. Zudem soll es mehr Sitzgelegenheiten in Pavillons geben – die Bahnhofstraße werde dafür aber nicht mehr abgesperrt, sagt der Vereinsring-Vorsitzende: „Wir haben aus der Kerwe gelernt.“ Musik am Abend steht in Weilerbach ebenso auf dem Programm wie der Besuch des Nikolauses, der am 5. Dezember vorbeischauen will.
„Ja, wir wollen einen Weihnachtsmarkt durchführen“, sagt auch Ramstein-Miesenbachs Bürgermeister Ralf Hechler. Allerdings soll dieser etwas kleiner ausfallen als in den Jahren zuvor. Geplant ist er für Samstag, 4., und Sonntag, 5. Dezember, also an zwei statt ansonsten drei Tagen. Das Areal rund um den Marktplatzbrunnen am Congress Center wird eingezäunt, anders als in Weilerbach gilt in Ramstein wohl sogar die 2G-Regelung. „In erster Linie sind die Ortsvereine angeschrieben worden – je nach Rückmeldung wird der Werbering als Mitveranstalter noch weitere Beschicker zulassen können“, berichtet Hechler. Wegen des Programms, also Musik und Nikolausbesuch, müssen sich die Verantwortlichen noch besprechen. „Dies natürlich noch alles vorbehaltlich der Möglichkeiten, die den dann gültigen Auflagen der Coronabekämpfungslandesverordnung entsprechen“, schränkt er ein.
Ein neuer alter Name
Was auf jeden Fall in diesem Jahr anders sein soll, ist der Name: Nach knapp 15 Jahren wird der Zimt- und Waffelmarkt wieder zum Nikolausmarkt, sagt Hechler. Und das bleibt auch so. „Der Markt wird stets sehr gut angenommen, und wir wollten schon letztes Jahr wieder den früheren Namen dauerhaft übernehmen.“ Perspektivisch gesehen könnte er sogar irgendwann wieder rund um die St.-Nikolaus-Kirche stattfinden. „Aber so weit ist es leider noch nicht“, meint der Bürgermeister.
Auch in Queidersbach soll vorweihnachtliche Stimmung aufkommen. Wie Ortsbürgermeister Ralph Simbgen mitteilt, hat man in der Gemeinde beschlossen, nicht auf den Antoniusmarkt zu verzichten. „Er soll in etwas kleinerem Rahmen, ohne Kreativmarkt und nach der 3G-Regel veranstaltet werden“, berichtet Simbgen und kündigt an, dass nun die Vereine nach ihrer Bereitschaft, sich am Markt zu beteiligen, gefragt werden sollen.
In Otterberg und Hochspeyer noch nichts entschieden
Im Fall von Otterberg kann der Erste Beigeordnete Martin Müller noch keine konkreten Pläne verraten. Dort ist erst einmal für Mitte Oktober eine Sitzung mit den betroffenen Vereinen geplant. „Dabei soll der Adventsmarkt besprochen werden“, stellt Müller fest. Seine ganz persönliche Meinung: „Wenn irgendwie möglich, soll ein Adventsmarkt – wenn auch in abgespeckter Version – stattfinden.“
Ob es an der Jugendherberge in Hochspeyer wieder einen Waldweihnachtsmarkt geben wird, steht nach Angaben von Ortsbürgermeister Dominic Jonas ebenfalls noch nicht fest.