Frankenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Toter Fuchs sorgt für Gestank am Bahnhof

Übler Gestank geht von einem toten Fuchs aus, der schon eine ganze Weile nahe des Bahnhofs liegt.
Übler Gestank geht von einem toten Fuchs aus, der schon eine ganze Weile nahe des Bahnhofs liegt.

Unweit des Frankensteiner Bahnhofs stinkt es. Ein RHEINPFALZ-Leser berichtet von einem Tierkadaver, dessen unangenehmer Duft sich dort in die Nase legt. Den zuständigen Behörden sei der Fall bekannt. Getan habe sich in Sachen Beseitigung bisher jedoch nichts.

Bereits Mitte Februar ist dem Sohn von Heinrich Eichert ein ekelhafter Geruch nach totem Getier in die Nase gestiegen. Er fand einen toten Fuchs und wandte sich an die Behörden. Eine Rückmeldung sei mehrheitlich ausgeblieben. „Lediglich das Veterinäramt hat reagiert“, erzählt Eichert. Es habe auf die Anfrage mitgeteilt, dass es in Gesprächen mit den betroffenen Stellen sei. Doch der tote Fuchs liegt noch immer, wo er gefunden wurde.

Der von der Deutschen Bahn betriebene Parkplatz wird von vielen Eltern angefahren, die ihre Kinder nach Unterrichtsschluss abholen. „Das ist eine große gesundheitliche Gefahr, wenn damit jemand in Berührung kommt“, sagt Eichert. „Es tut sich nichts“, beklagt der Frankensteiner.

Deutsche Bahn um Beseitigung gebeten

Auf Anfrage teilt die Kreisverwaltung mit, dass das Ordnungsamt Enkenbach-Alsenborn am 8. Februar den Fund des Fuchses an die Deutsche Bahn übermittelt habe – mit der Bitte, diesen zu entsorgen. „Die Deutsche Bahn leitete die Nachricht am 13. Februar an das Forstamt Otterberg“, erklärt die Pressesprecherin der Kreisverwaltung Kaiserslautern, Georgia Matt-Haen. Für die Entsorgung zuständig sei in diesem Fall der Eigentümer des Grundstücks, auf dem das Tier liegt. „Die Deutsche Bahn wurde seitens des Veterinäramtes sofort informiert und bereits wiederholt aufgefordert, den Fuchs zu entsorgen“, berichtet Matt-Haen.

Mit Blick auf gesundheitliche Gefahren kann die Pressesprecherin beruhigen: „Ein besonderes Risiko ist bei dem Tier aufgrund der Tollwutfreiheit von Deutschland nicht zu erwarten.“ Dennoch sollte man nach den Empfehlungen des Veterinäramtes die allgemeine Hygiene beachten. Dadurch soll eine Übertragung anderer Krankheiten unterbunden werden, an denen Füchse leiden können – beispielsweise Räude oder sonstiger Parasitenbefall. Bei durch Aasfresser eingebrachten Erregern lasse sich damit das Risiko einer Übertragung ebenfalls mindern. Daher empfiehlt das Amt, den leblosen Tierkörper nicht zu berühren und Gerätschaften, die zur Entsorgung genutzt werden, entsprechend zu reinigen und gegebenenfalls zu desinfizieren. „Zudem empfiehlt sich, nach dem Entsorgen die Kleidung zu wechseln und die Hände nach Entfernen der Handschuhe gründlich zu reinigen.“

Nicht eingesendet

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz führt jährlich Untersuchungen auf Tollwut an empfänglichen Tierarten durch. Deutschland sei aktuell als tollwutfrei anerkannt. Die Untersuchungen sollen dazu dienen, einen erneuten Ausbruch frühzeitig zu erkennen, um schnell Maßnahmen ergreifen zu können. Aufgrund der langen Liegezeit des Fuchses habe das Veterinäramt im vorliegenden Fall von einer Einsendung an das Landesuntersuchungsamt abgesehen. Sie sei nicht mehr zielführend, da für die Probenentnahme ein intaktes Gehirn benötigt werde. Doch dieses falle als eines der ersten Organe der Fäulnis und Aasfressern zum Opfer, wie Matt-Haen weiter mitteilt.

x