Martinshöhe
Straßen, Namen, Straßennamen: Martinshöhe erinnert an den Dichter und Pfarrer Fritz Claus
Der Mensch Fritz Claus ist hinter dem eigenen Nachruhm komplett verschwunden. Seinen Namen kennt jede(r), seine Werke anscheinend niemand. Immerhin wurde ihm in Leimen (Kreis Südwestpfalz) ein Denkmal errichtet, die Gemeinde Brücken (Kreis Kusel) hat eine Quelle nach ihm benannt. Als Taufpate für Straßen diente er unter anderem in Münchweiler an der Rodalb und in seinem Geburtsort Martinshöhe.
Auf der Sickingerhöhe kam er am 5. August 1853 als Sohn des Dorflehrers zur Welt. Der Name Fritz Claus war sein Pseudonym als Dichter; im wahren Leben zeichnete er als Johann Martin Jäger. Seine Mutter Anna Maria starb 1858 in Bann, drei Jahre später verlor er auch den Vater Johannes, der inzwischen nach Bruchweiler (Kreis Birkenfeld) versetzt worden war. Der junge Martin lebte zunächst bei den Großeltern und dann bei seinem Onkel, dem katholischen Pfarrer von Ramberg (Kreis Südliche Weinstraße).
Wandern und Schriftstellerei
Nach der Schulzeit studierte er in Speyer und München, wurde 1879 zum Priester geweiht und trat in der südwestpfälzischen Gemeinde Trulben seine erste Pfarrstelle an. Nach einigen weiteren Stationen übernahm er die Pfarrei in Kirchmohr, die heute zu Niedermohr gehört, und wurde 1893 Stadtpfarrer von Zweibrücken.
In den Nachschlagewerken heißt es, er habe „sich nachhaltig im kirchlichen Leben und im Vereinswesen (…) betätigt“. Vor allem widmete er sich dem Wandern und der Schriftstellerei. Unter dem Künstlernamen Fritz Claus veröffentlichte der Pfarrer Jäger viele Erzählungen, Bühnenstücke und vor allem Gedichte, in denen er – teils in Mundart – die Schön- und Besonderheiten, die Geschichte und Landschaft seiner pfälzischen Heimat besang.
„Sein Herz schlug für seinen Pfälzerwald“
„Sein Herz“, so schreibt der Regionalhistoriker Viktor Carl, „schlug für seinen Pfälzerwald, den er auf ausgedehnten und häufigen Wanderungen erlebte“. Derweil heißt es im Sonntagsblatt „Der christliche Pilger“: „Er verstand seine Heimat und sein Volk, und seine auf Pfälzer Humor und pfälzische Sitte gerichteten Lieder und Theaterstücke werden Pfälzer Volksgut bleiben.“
Eine Auswahl seiner Gedichte und Prosatexte veröffentlichte Fritz Claus zunächst in zwei Bänden der Sammlung „Fröhlich Palz, Gott erhalt’s“. 1900/01 erschienen weitere zwei Bände unter dem Titel „Im Pfälzerwald“, in denen er unter anderem über Landstuhl, den Aschbacherhof und das Karlstal berichtete. Außerdem verfasste er diverse Bühnenstücke, die von pfälzischen Laienspielern, aber auch 1902 vom Stadttheater Zweibrücken aufgeführt wurden.
Mitbegründer des Pfälzerwald-Vereins
Fritz Claus war außerdem Mitbegründer des Pfälzerwald-Vereins, der ihn zu einem seiner ersten Ehrenmitglieder ernannte. Der Bau des Luitpoldturms auf dem Weißenberg zwischen Merzalben und dem Hermersbergerhof geht auf seine Initiative zurück.
Als Pfarrer stand er seit 1910 in Edenkoben, wo er schließlich zum Geistlichen Rat ernannt wurde. Er starb 1923 im Alter von 69 Jahren. Zu seinem 60. Todestag erschien unter dem Titel „Fritz Claus – Mer sein Pälzer“ eine Auswahl seiner Gedichte und Sagen. Auch dieser Band ist längst vergriffen. Der Name des Autors dagegen bleibt ein fester Bestandteil der pfälzischen Identität.