Stelzenberg / Kaiserslautern
Radwege: Straßenumbau schafft neue Möglichkeiten
Achim Müller machte bei der „Redaktion vor Ort“ Mitte August am Naturfreundehaus Finsterbrunnertal auf die Schwierigkeiten aufmerksam, mit denen sich Radfahrer, die das Ausflugsziel von der Stadt her ansteuern, einstellen müssen. Da sei zum einen das Teilstück, das vom Mediamarkt in Kaiserslautern parallel zu den Bahnschienen in Richtung Hohenecken führt. Der stark geschotterte Radweg sei für Kinder und Ungeübte nur schwer zu befahren.
Mittlerweile stärker genutzt
Die Kritik treffe zu, bestätigt Sebastian Staab, der Direktor des Referats Tiefbau der Stadt Kaiserslautern. „Uns ist bewusst, dass dies aktuell eine unserer Problemstrecken ist“, die sich „aktuell nicht komfortabel befahren“ lasse. Der Grund dafür sei erst einmal erfreulich: Der Weg werde mittlerweile stärker genutzt. Im Umkehrschluss bedeute dies aber auch, dass es mehr Rückmeldungen zu seiner Beschaffenheit und zu Problemstellen gebe. Bemängelt worden sei zum Beispiel, dass der Weg nach Forstarbeiten im Frühjahr sehr matschig gewesen sei. Daher habe die Stadt verschiedene Sanierungsarbeiten durchgeführt. Zum einen seien ein hoher Absatz beim Abzweig von der 4th Avenue in den Forstweg und einige große Steine und Wurzeln beseitigt worden, zum anderen sei der Weg überall so verbreitert worden, dass zwei Radfahrer aneinander vorbeikommen. Auch Schotter sei aufgebracht worden, um keine Matschkuhlen entstehen zu lassen. „Leider war das trockene Wetter für die Arbeiten nicht ideal, denn die verschiedenen Gesteinskörnungen haben sich mangels Feuchtigkeit beim Festwalzen nicht wirklich verbunden“, sagt Staab. Daher gebe es dort nun die für Fahrradfahrer problematische grobschottrige Oberfläche. Das solle sich aber im Herbst ändern, denn „wir werden den Weg noch einmal abwalzen und verdichten und die Situation über Winter beobachten“.
Grundsätzlich sei die Situation jedoch nicht optimal. Der Weg gehört nämlich dem Forst, die Stadt habe lediglich einen Gestattungsvertrag mit diesem geschlossen, der die Nutzung und Ausweisung als Radweg erlaube. Das bedeute aber: „Wenn wir als Stadt einen höheren Standard für den Radverkehr wollen, müssen wir diesen auf eigene Kosten herstellen und auch erhalten.“ Ein asphaltierter Weg wäre auch aus Staabs Sicht „die weitaus bessere Lösung“, sie sei jedoch auch kostenintensiver. Außerdem stelle das Asphaltieren einen Eingriff in den Wald dar. „Hier liegen unterschiedliche Interessenlagen vor, die auch mit Blick auf unseren Haushalt stets sauber abgewägt sein wollen“, gibt der Referatsdirektor zu bedenken.
Grundlegende Änderungen
Ab dem Gelterswoog müssen Radfahrer zum Teil Forstwege nutzen. Um jedoch am Walzweiher auf den entsprechenden Weg zu gelangen, der Richtung Finsterbrunnertal führt, müsse die L502 in einer Kurve überquert werden, lautet Müllers Kritik. Auf dieses Problem angesprochen, führt der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Kaiserslautern, Richard Lutz, aus, dass sich die Verkehrslage in diesem Bereich in den kommenden Jahren grundlegend ändern werde. Die Querung in der Kurve entfalle damit ganz.
Momentan fließt der Verkehr stadtauswärts über die L502 von Espensteig kommend auf zwei Wegen Richtung B270: entweder über die Breitenau und die spitze Einmündung am Walzweiher oder, weiter nördlich, über die Querspange der Kreisstraße 6, unter der Bahnlinie hindurch und auf die Bundesstraße. Da die spitze Einmündung am Walzweiher unfallträchtig ist, soll diese stillgelegt werden. Der gesamte Verkehr soll dann über die L502 über einen neu zu bauenden Streckenabschnitt mit breiterer und höherer Bahnunterführung südlich der jetzigen K6 zu einem Kreisverkehr auf der B270 geleitet werden. Der Abschnitt der L502, der weiter zur Breitenau führt, wird laut Lutz zunächst zur Gemeindestraße abgestuft und schließlich zum Rad-, Geh- und Wirtschaftsweg umfunktioniert, ebenso wie die dann für den motorisierten Verkehr nicht mehr nutzbare K6.
Auf eigenen Trassen bis zum Walzweiher
Damit Fahrradfahrer vom Gelterswoog nicht ein Stück auf der B270 zurücklegen müssten, solle parallel zu der Straße von der Abzweigung nach Queidersbach bis zum neuen Kreisverkehr ein Radweg entstehen, erläutert Lutz. Vor dem Kreisel werde eine Querungsmöglichkeit für die Radler geschaffen, die dann über die ehemaligen K6 und L502 auf eigenen Trassen bis zum Walzweiher gelangen könnten. „Für diesen Teilbereich besteht Baurecht, die Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden, wobei der Neubau der Eisenbahnüberführung, unter der dann die L502 verläuft, terminbestimmend ist“, teilt Lutz mit.
Ein zweites Planungsprojekt betreffe die weitere Radwegeführung. Vorgesehen sei, dafür den Forstweg am östlichen Ufer des Walzweihers zu nutzen, sagt der LBM-Leiter. „Diese Planungen, die auch eine Generalsanierung der B270 im Bereich des Walzweihers und die Erneuerung der Brücke über die Moosalb im Zuge der L500 beinhalten, sind bereits angelaufen.“ Hier sei aber noch das Baurecht zu erlangen. Lutz meint jedoch: „Der Forstweg dürfte allerdings auch schon heute für geländegängige Radfahrer geeignet sein, um das gefährliche Teilstück der B270 am Walzweiher zu umfahren.“