Enkenbach-Alsenborn
Frischer Käse direkt vom Hahnerhof
Bevor die Milch täglich frisch in die Käserei kommen kann, müssen zuerst die Kühe gemolken werden. „Unsere Milch stammt aus hauseigener Bio-Produktion. Dafür melken wir zweimal täglich“, erläutert der gelernte Landwirt mit niederländischen Wurzeln. Zurzeit leben auf dem Hahnerhof 25 Milchkühe, mit dem Jungvieh sind es insgesamt etwa 45. Eine Kuh auf dem Hof der Alberts könne im Jahr bis zu 5000 Liter Milch geben. Zum Vergleich: Hochleistungskühe in der Industrie lieferten 12.000 Liter Milch im Jahr, so Alberts. Rund 150.000 Euro investierten Jorrit und seine Frau Sarah (32) in die circa 100 Quadratmeter große Käserei, die sie seit rund einem Jahr betreiben. Ein Teil davon stammt aus einem Förderprogramm der Europäischen Union – Leader genannt –, das der Entwicklung des ländlichen Raumes dienen soll.
Die Milch wird zuerst gereinigt
Die Käserei, in der streng auf Hygiene geachtet werden muss, besteht aus einer Spülküche, dem Camembert-Raum und einem Raum zur Verarbeitung von Milch, Joghurt und Quark. Hier befindet sich auch ein Pasteur, ein 500 Liter fassender Kessel, in dem pasteurisiert wird. „Das ist gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Jorrit Alberts und erklärt, was es damit auf sich hat. Bevor die Milch zu Käse verarbeitet wird, müsse sie gereinigt werden. Das bedeutet, sie wird von allen möglichen Verunreinigungen, wie Kuhhaare, Melkfett und Stroh, aber auch von Bakterien befreit. Dafür muss die Milch auf mindestens 72 Grad Celsius erhitzt werden.
Ursprünglich haben Sarah und Jorrit Alberts den Beruf des Landwirts in den Niederlanden erlernt. Damals war der Käse natürlich auch Thema, „nur erfuhren wir nichts über die Verarbeitung“, erinnert sich der 33-Jährige. Die Milch wurde von einem Tankauto abgeholt und war weg. „Schade“, dachte sich Jorrit Alberts, der gerne mehr darüber gewusst hätte. Er fand die Käseverarbeitung interessant und wollte mehr mit der Milch machen, als sie nur dem Tankauto zu übergeben. Nach einigen Lehr- und Wanderjahren – europaweit in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben – führte der Weg wieder zurück in die Heimat. Hier hatte er Gelegenheit, zwei Jahre lang in einem Betrieb der Käseverarbeitung tätig zu sein. „Danach wussten wir, wie wir Landwirtschaft und die Verarbeitung der Milch miteinander vereinbaren können.“
Jede Woche einen Tick anders
Montags werden auf dem Hahnerhof die Milchprodukte für den Verkauf am Freitag und Samstag angesetzt. Dienstags erfolgt die Abfüllung und Verpackung. Sechs Mitarbeiter packen täglich bei den unterschiedlichsten Aufgaben mit an. Gerade in der Sommerzeit sei der Grillkäse – mit Kräutern angereichert und mit jodfreiem Meersalz eingestreut – besonders gefragt und bei Vegetariern und Fleischliebhabern gleichermaßen beliebt. Hier habe man die Rezeptur geändert und dadurch eine festere Konsistenz erhalten. „Wir sind kein Supermarkt und haben keine Standardprodukte. Unser Käse ist jede Woche einen Tick anders“, sagt Jorrit Alberts. In ihrem ständigen Sortiment führen Alberts Frischmilch, Joghurt, Quark, Frischkäse, Grillkäse, Camembert und Hartkäse. „Unsere Milch wird nicht homogenisiert. Wir wollen das Fett nicht kaputt machen.“ Bei der Homogenisierung werden die in der Milch enthaltenen Fettkügelchen unter hohem Druck zerkleinert und dadurch gleichmäßig in der Milch verteilt. Diese Zerkleinerung der Fetttröpfchen geschieht, indem die Milch unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst wird.
Auf dem Hahnerhof wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Es gibt ein Pfandsystem für Milchflaschen und Joghurtgläser. „Wir sind zufrieden mit dem Verkauf“, meint Jorrit Alberts, der Käser, wie der Fachausdruck für einen Käsehersteller lautet. Eine breite Palette aus mehr als 100 Käsesorten von Lieferanten aus Nah und Fern rundet das Angebot ab. Bei ihrem wöchentlich offenen Hofverkauf, freitags von 16 bis 19 Uhr, bieten Alberts zusätzlich frische Eier und Brote sowie Salami, Rohwürste und Schinken vom Rind aus eigener Bio-Produktion an. Darüber hinaus sind sie auch auf den Wochenmärkten – freitags in Rockenhausen sowie samstags in Kaiserslautern – zu finden.