Enkenbach-Alsenborn
Bestattungshaus Jacob trumpft am Tag des Bestattungshandwerks groß auf
„Wir wollen den Menschen heute die Möglichkeit bieten, sich in entspannter Atmosphäre und ohne den sonst üblichen Druck und die seelischen Belastungen über einen Themenkomplex zu informieren, der in Deutschland leider immer noch viel zu sehr tabuisiert wird“, sagt Jürgen Jacob, Geschäftsleiter des gleichnamigen Bestattungshauses. Am vergangenen Wochenende fand in Rheinland-Pfalz erstmals ein „Tag des Bestatterhandwerks“ statt, Teilnehmer im Landkreis Kaiserslautern war das Bestattungshaus Jacob in Enkenbach-Alsenborn, das am Samstag fast schon eine Art Messe ausgerichtet hatte. Jacob präsentierte nicht nur sein eigenes Bestattungshaus, sondern informiere mit Firmen und Institutionen, mit denen das Bestattungshaus zusammenarbeitet, rund um die Themen Bestattung, Abschiednahme und Trauerbewältigung.
Viele sind gekommen
„Als wir unser Bestattungshaus 2006 in der Friedhofstraße eröffneten, hatten wir aus eigener Initiative schon einmal zu einer ähnlichen Veranstaltung eingeladen, wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen“, berichtet Jacob und erklärt, dass die Initiative für den erstmaligen „Tag des Bestatterhandwerks“ vom Landesinnungsverband Rheinland-Pfalz/Hessen für das Bestatterhandwerk ausgegangen sei. „Wir haben Firmen und Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, eingeladen, sich daran zu beteiligen und sich und ihre Arbeit rund um unser Bestattungshaus vorzustellen“, berichtet Jacob am Rande der Veranstaltung, die in den Vormittagsstunden sehr gut besucht war.
Neben dem Bestattungshaus waren unter anderem das Krematorium in Enkenbach, die katholische Kirchengemeinde Maria Schutz in Kaiserslautern mit ihrem Kolumbarium sowie Verwaltungen der Friedhöfe und des Ruheforsts mit Infoständen vertreten. Mit dabei waren Trauergruppen aus Enkenbach-Alsenborn und Kaiserslautern, der Hospizverein für die Stadt und den Landkreis Kaiserslautern, das Deutsche Rote Kreuz, das Netzwerk Trauerbegleitung Westpfalz, die Trauergruppe Kaiserslautern, Blumenhäuser und ein Steinmetz-Betrieb.
Urnen nach Maß
Wie Jürgen Jacob berichtet, hat das Enkenbacher Bestattungshaus – wie die meisten Betriebe dieser Art – seinen Ursprung in der örtlichen Schreinerei, die um das Jahr 1900 gegründet wurde. Mit seinen Söhnen Jan-Philipp und Jonas arbeitet Jacob bereits in fünfter Generation im Bestatter- und Schreinerhandwerk. Während in den Anfangsjahren auch Särge gezimmert wurden, kommen diese seit Jahrzehnten aus industrieller Produktion – wobei Jacob mit einem Unternehmen aus Rheinland-Pfalz zusammenarbeitet. Aus der eigenen Schreinerei stammen allerdings Urnen aus Holz, deren Herstellung anfangs eine Art Notlösung war, wie der Firmenchef verrät. „Die Nischen für die Urnen im Kolumbarium in Kaiserslautern sind für viele gewerblich hergestellte Urnen zu klein. Deshalb kam bei uns die Idee auf, in unserer Schreinerei Urnen mit den passenden Maßen herzustellen“, berichtet Jacob. Bei der Eigenproduktion lag es natürlich auf der Hand, den Hinterbliebenen die Möglichkeit zu bieten, ihre Urne zu individualisieren – sei es bei der Art der verwendeten Hölzer oder der optischen Ausgestaltung.
Die Trauerkultur in Deutschland habe in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Wandel erfahren. Die Anzahl der Feuerbestattungen steige kontinuierlich an. Jacob berichtet von einem Anteil von fast 90 Prozent in seinem Bestattungshaus. Zudem steige der Wunsch nach individuellen Bestattungsformen. „Wir ermöglichen neben den klassischen Bestattungen auf einem Friedhof auch Urnenbestattungen im Wald oder auf See und viele andere Möglichkeiten“, berichtet Jacob. Thematisiert wurde der Wandel in der Bestattungskultur auch in den Beiträgen von Ministerialdirektor Daniel Stich vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz und Herrmann Hubing, dem Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Bestattungskultur. Stich führte aus, dass man das Bestattungsgesetz, das in der Bundesrepublik Sache der Länder ist, dem gesellschaftlichen Wandel anpassen müsse – allerdings unter der Prämisse, der Würde des Verstorbenen gerecht zu werden.
Silke Brunck, Bürgermeisterin der VG Enkenbach-Alsenborn, lobte den Tag des Bestatterhandwerks als „eine gute Idee, ein Thema anzugehen, dass man in der Regel verdrängt“ und betonte, dass man in der Region dank der Arbeit Vieler in seiner Trauer nicht alleine gelassen werde.