Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Am Sickingen-Gymnasium üben die Schüler das planmäßige Erschließen von Wissen

Frank Dick (links) und Thomas Neukirch verraten, was das Sickingen-Gymnasium zu bieten hat.
Frank Dick (links) und Thomas Neukirch verraten, was das Sickingen-Gymnasium zu bieten hat.

Auf die Schulbank: Wegen umfangreicher Baumaßnahmen findet der Unterricht für die 830 Schüler des Sickingen-Gymnasiums voraussichtlich bis zum Sommer 2026 an zwei Standorten statt. Im Schulgebäude der ehemaligen Realschule in Wallhalben ist bis dahin die Oberstufe zuhause.

Das Sickingen-Gymnasium an der Philipp-Fauth-Straße in Landstuhl ist kaum wiederzuerkennen. Großflächig eingerüstete Fassaden, Bauzäune soweit das Auge reicht und provisorische Zugangswege werden Schüler und Lehrer noch länger ertragen müssen. Am Beginn der Überlegungen zur Ertüchtigung der Gebäude habe der Brandschutz gestanden, erläutert Frank Dick, der stellvertretende Schulleiter. Beim näheren Hinschauen allerdings hätten die Verantwortlichen der Kreisverwaltung festgestellt, dass fast alle Leitungen erneuerungsbedürftig und auch energetische Sanierungsmaßnahmen erforderlich waren. „Es stand die Frage im Raum, ob aus Kostengründen alles abgerissen werden sollte“, sagt Dick. Auch sei diskutiert worden, ob die Gebäude der Schule an einem anderen Ort ganz neu errichtet werden müssten. „Wir wollten allerdings den alten Standort für das Sickingen-Gymnasium unbedingt erhalten“, fügt er an. Und so sei schließlich die Lösung mit der Außenstelle in der ehemaligen Realschule in Wallhalben ins Auge gefasst worden. Die älteren Schüler würden dort seit dem Sommer unterrichtet. Dankbar sei die Schulleitung der Kreisverwaltung, die für eigene Buslinien und auch für eine solide Materialausstattung am zweiten Schulstandort gesorgt habe.

Unterrichtsende um 13 Uhr

Der Unterricht am Sickingen-Gymnasium sei nach wie vor auf den Vormittag beschränkt und ende gegen 13 Uhr, erläutert Dick. „Es besteht in unserem Fall nicht der Bedarf für die Ausweitung in den Nachmittag hinein“, meint er. Vor längerer Zeit schon habe die Schule eine diesbezügliche Umfrage durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass nur fünf Stimmen sich für den Nachmittagsunterricht stark gemacht hätten.

Das liege wohl auch an dem eher ländlichen Einzugsbereich der Schule. Vielfach spielten bei den Kindern zuhause noch die Großeltern eine bedeutendere Rolle. Die Schüler kämen weitgehend aus Ortschaften südlich der A6. Auch in Bann, Linden, Krickenbach, Hütschenhausen, Steinwenden und sogar im Saarland wohnten Schüler.

Methodentraining ab der fünften Klasse

In allen Klassenstufen spiele das methodische Lernen und Arbeiten eine wichtige Rolle, sagt Thomas Neukirch, zweiter Stellvertreter der Schulleiterin. Das Methodentraining beginne in der fünften Klasse und sei vor allem darauf ausgerichtet, dass der intellektuelle Zugang zu den einzelnen Fächern spezifisch auf diese zugeschnitten sein müsse. Für die ganz Kleinen stehe dabei die Leseförderung im Mittelpunkt. Sie ziele hier auf den sogenannten Bibliotheksführerschein ab.

Von der achten bis zur zehnten Klassenstufe habe das Training zum Halten von Referaten einen gewichtigen Stellenwert. Die Recherche, der Stil des Vortrags sowie das Reden vor der Gruppe würden auch im Rahmen einer Trainingswoche geübt. Für die besten Referate gebe es Preise. Ab Klassenstufe elf werde ein Pflichtreferat von allen gefordert.

Philosophie als besonderes Abi-Angebot

Es sei klar, so ergänzt Neukirch, dass der methodische Zugang zu den verschiedenen Fächern auch spezifisch angepasst sein müsse. Beispielsweise werde im Fach Erdkunde schwerpunktmäßig die Auswertung von Statistiken trainiert. Für die Mathematik wiederum gelte es, regelmäßig an der Wiederholung alter Inhalte zu arbeiten. In Englisch, Französisch und Latein stehe die Organisation des eigenen Lernnachmittags im Vordergrund, aber auch die Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Der Deutschunterricht umfasse in methodischer Hinsicht die Texterschließung durch das Markieren von Kernwörtern. Das Exzerpieren als eine der Grundtechniken zur Aneignung von Wissen gehöre in diesen Zusammenhang, erläutert Neukirch.

Eine Besonderheit der Schule sei die Möglichkeit für Schüler der MSS, einen Leistungskurs Philosophie zu wählen und diesen auch als Abiturfach einzubringen. Neu angeboten werde zukünftig ebenfalls ein Leistungskurs Sport.

Eigenes Schwimmbad

Die technische Ausstattung der Schule sei schon weit fortgeschritten, fügt Dick an. Mit einem Beamer und mit W-Lan seien alle Räume versorgt. Noch gebe es zwar die altbekannte Tafel mit Kreide sowie Whiteboards, aber diese würden zügig ersetzt durch großflächige Monitore mit ihrer digitalen Visualisierung. Was die Ausstattung der Schule betreffe, sei für das Sickingen-Gymnasium das eigene Hallenbad von überragender Bedeutung. Das Lehrschwimmbecken werde auch von anderen Schulen aus Landstuhl genutzt. Ab der Klassenstufe sechs gebe es für die eigenen Schüler Schwimmen im Regelunterricht. Und wer sich damit dann noch etwas schwertut, werde in der Schwimm-AG aufgefangen, betont Dick und ergänzt: „Nach der sechsten Klasse können bei uns alle schwimmen.“

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