Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Tesla-Fahrt nur bei Bedarf

Das Konzept gibt es schon länger in Neustadt.
Das Konzept gibt es schon länger in Neustadt.

Die Idee von einem neuen Mobilitätskonzept wurde vorgestellt. Das Zauberwort lautet „Mobility on Demand“. Dabei sollen Bürger auch verzichten.

Von einem „besonderen Pilotprojekt“ (Verbandsbeigeordneter Josef Vollmer, CDU) war die Rede oder davon, dass die Verbandsgemeinde Kandel sogar eine „Vorreiterrolle“ (Bürgermeister Volker Poß, SPD) übernehmen könne. Die Idee von einem neuen Mobilitätskonzept kam auf jeden Fall ganz gut an, bei der Sitzung des Ausschusses für „Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Gewässer“. Das Zauberwort, um das es im ersten Tagesordnungspunkt ging, lautete „Mobility on Demand“. Vereinfacht ausgedrückt geht es darum, sich möglichst umweltfreundlich, also vor allem mit Elektrofahrzeugen, von einem Ort in der Verbandsgemeinde an einen anderen fahren zu lassen.

Vor allem dann, wenn kein geeignetes Angebot des ÖPNV zur Verfügung steht. Man möchte erreichen, dass die Bürger die Fahrt mit dem eigenen Auto lassen, dieses womöglich erst gar nicht kaufen oder zumindest auf einen Zweitwagen verzichten. „Mobility on Demand“ soll den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und die Mobilität auf dem flachen Land verbessern.

Test läuft in Neustadt

Versucht wird dies seit einiger Zeit in Neustadt an der Weinstraße durch die Firma „Mobility-on-Demand-Holding GmbH“. Dort ist man vor allem zwischen dem Stadtzentrum und den zugehörigen Ortsteilen unterwegs, aber auch in Richtung Bad Dürkheim. Die Firma könne sich durchaus vorstellen, ein ähnliches Angebot auch innerhalb der Verbandsgemeinde Kandel zu unterbreiten, wie Bürgermeister Volker Poß und Klimamanagerin Victoria Singler bei der Sitzung erklärten. Verbandsbeigeordnete Ursula Schmitt-Wagner (Grüne) zeigte sich „begeistert“ von der Idee. Eingesetzt würden nicht nur E-Autos von Tesla, sondern auch E-Busse. Das Angebot sei auch geeignet für Menschen mit Einschränkungen in der Mobilität.

In den verschiedenen Gemeinden werden sogenannte „MoDstops“ eingerichtet. An diesen fahren die E-Autos vor und bringen die Fahrgäste zu ihrem gewünschten Ziel. Der Preis hierfür setzt sich aus einem Grundpreis in Höhe von zwei Euro je Fahrt und einem Kilometergeld in Höhe von 0,55 je angefangenen Kilometer zusammen. Abgewickelt wird alles über eine App auf dem Smartphone der Fahrgäste. Sobald die Fahrt bestellt ist, wird auch bezahlt. Erst danach setzt sich das Fahrzeug in Bewegung. Die Abrechnung erfolgt nach Angaben der Firma pro Luftkilometer auf 100 Meter genau. Servicezeiten in Neustadt sind an Wochentagen und am Sonntag von 7 bis 23 Uhr, freitags und samstags kann man nachts sogar bis 1 Uhr gefahren werden.

ÖPNV-Kartenbesitzer im Vorteil

Wer eine gültige Fahrkarte, in Neustadt etwa eine des VRN besitzt, spart entsprechend. Dies gilt auch für Besitzer einer Bahn-Card. Alles muss natürlich mit dem Träger des ÖPNV, im Falle der Verbandsgemeinde Kandel wäre das der Landkreis Germersheim, abgeklärt werden. Klimamanagerin Victoria Singler deutete an, dass das Projekt in Neustadt wohl auch durch den Bund gefördert werde. Wenn man sich mit der Firma MoD-Holding einig werden würde, möchte diese einen Vertrag über zehn Jahre abschließen. Allerdings konnten spezielle Fragen bei der Sitzung noch nicht geklärt werden, weil Vertreter der Anbieterfirma nicht, wie ursprünglich geplant und angekündigt, teilnehmen konnten. Diese Fragen sollen nun zusammengetragen werden. Einig war man sich darin, die Sache mit „Mobility-on-Demand“ weiterzuverfolgen. Bürgermeister und Klimamanagerin Singler werden weitere Gespräche führen, über die nach den Sommerferien erneut berichtet wird.

Info

Näheres zu „Mobility-on-Demand“ unter https://mobility-on-demand.com. Ein Video zu Mobility-on-Demand gibt es bei YouTube.

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