Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Standort für Gymnasium: Nicht nur schulpolitische Spielchen

Im Rat ging es vordergründig um das Schulhaus im Hintergrund, hintergründig um den Dienstsitz des Ortsbürgermeisters im Vordergr
Im Rat ging es vordergründig um das Schulhaus im Hintergrund, hintergründig um den Dienstsitz des Ortsbürgermeisters im Vordergrund (re.).

Bei der Abstimmung im Kreistag über das geplante Gymnasium wurde eine Keule für den Bellheimer Bürgermeisterwahlkampf geschnitzt.

Man kann den großen Frust im Gemeinderat verstehen: Erneut ist Bellheim mit seinem Wunsch nach einer Schule mit Oberstufe nicht berücksichtigt worden. Vor Jahren wollte man eine Gesamtschule, nun soll es ein Gymnasium oder eine Integrierte Gesamtschule sein. Beide Schulformen sind bei Schülerinnen und Schülern beziehungsweise deren Eltern beliebt und bei den Gemeinden. Es handelt sich um nichts Geringeres als einen Standortfaktor im Wettrennen um (Neu-)Bürger. Tonangebend beziehungsweise ausschlaggebend aber ist für das CDU-regierte Kreishaus und die große Kreistagsmehrheit die Musik im Süden – damals wie heute.

Bei der aktuellen Entscheidung scheint man das im Bellheimer Gemeinderat sogar einzusehen. Schließlich steht in der verabschiedeten Resolution zur Stärkung des Schulstandorts folgender Satz: „Das Problem der fehlenden Plätze im Südkreis wird vom Schulentwicklungsplan mit dem Vorschlag, ein Gymnasium in Rheinzabern einzurichten, richtig angegangen.“ Nun stammt der Text der Resolution zwar von der CDU, er wurde aber vom Gemeinderat beschlossen, und zwar einstimmig, wenn auch nach einigem Vorgeplänkel.

Das wirft Fragen auf: Steckt hinter der besagten Formulierung im Resolutionstext der perfide Plan schwarzer Parteifreunde, den politischen Gegner vorzuführen, oder Einsicht? Wenn aber die Entscheidung des Kreistages richtig war, warum hat Ortsbürgermeister Paul Gärtner (FWG), zumal aussichtslos, dagegen gestimmt? Klar, aus Lokalpatriotismus. Aber steckt da vielleicht noch mehr dahinter? Warum macht er „seinem“ Ersten Beigeordneten Hermann-Josef Schwab (CDU) Vorhaltungen, dass er anders abgestimmt, angeblich der Partei gegenüber dem Ort den Vorzug gegeben hat? Um ihn schlecht aussehen zu lassen?

Keine Frage, das ist der Wahlkampf zwischen dem Amtsinhaber, Ortsbürgermeister Gärtner, und seinem Herausforderer Schwab. Und in diesem Wahlkampf wird dieses Intermezzo im Kreistag noch eine Rolle spielen – auch keine Frage.

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