Lustadt
Geka-Gelände: Verkehrslärm sorgt Anwohner
Die WR Wohndesign GmbH aus Westheim will das Gebäude in der Oberen Hauptstraße 275, das an die Mozartstraße angrenzt und in dem sich früher Geka- sowie „Nah & Gut“-Markt befanden, abreißen und dort sowie auf dem Parkplatz Wohnraum schaffen. Seit 2018 ringen die Ortspolitiker um eine Lösung, die sowohl Investorin, als auch Anwohner und Gemeinde zufriedenstellen. Mehrfach hatten Ratsmitglieder und Anwohner die Pläne als überdimensioniert, nicht ins Ortsbild passend, kritisiert.
Im Januar 2020 hat der Rat ein Konzept beschlossen, an dem sich die Bebauung orientieren soll – und im November 2020 grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplans gegeben. Nachdem der Rat im Juni 2021 den Plan-Entwurf beschlossen hatte, lag der Plan aus. Die Hinweise von 17 Behörden und Institutionen nahm der Rat im März zur Kenntnis, teilweise mit auf. Viele Bedenken hatten Anwohner vorgetragen: Nicht allen schloss sich der Rat an. Der Plan wurde erneut ausgelegt. Die Reaktionen werden derzeit zusammengestellt und in der Juni-Sitzung beraten. Mehr geforderte Stellplätze führten zur erneuten Plan-Änderung: Laut Ortsbürgermeister Volker Hardardt (FWG) sind anstatt 24 Einheiten für seniorengerechtes Wohnen nun elf Reihenhäuser für junge Familien vorgesehen. Deshalb muss der Plan erneut offengelegt werden. Am Dienstag ist das Geka-Gelände wieder Thema m Rat.
Anwohner befürchten Verkehrslärm
„Der Trend zur Urbanisierung nimmt zu: Die Verkehrs-, Platz- und Umweltproblematik sollte im Plan intensiv berücksichtigt werden“, fordern die Anwohner. Deren Wunsch, den Bereich als reines Wohngebiet auszuweisen, lehnte der Rat ab. Die Anlieger befürchten eine Gefährdung für Fußgänger durch die geplante Tiefgarage (nach neuer Planung wird diese wohl nicht verwirklicht), sich verschärfende Park- und Verkehrsprobleme sowie zunehmende Konfliktsituationen für den Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr. Der Planer rechnet hingegen mit einem „geringfügigen Anstieg des Verkehrsaufkommens, welcher sich nur auf den Anliegerverkehr beschränken wird“. Der Verkehr in der Oberen Hauptstraße könne nicht durch den Plan geregelt werden: „Hierfür ist eine gesonderte Verkehrsplanung vorzusehen.“
Die Anwohner befürchten auch unzumutbaren Verkehrslärm und fordern verkehrsberuhigende Maßnahmen. Laut Planer ist passiver Schallschutz im Norden des Plangebiets vorgesehen. Eine Anwohner-Forderung, die nun erfüllt ist: Je Wohneinheit müssen zwei (nicht nur 1,5) Stellplätze nachgewiesen werden. Die Anwohner regten zudem an, die Staffelgeschosse in den Wohnbereichen 1 und 2 von der Mozartstraße zurückversetzt anzuordnen. Der Rat folgte dem Wunsch nur für den ersten Bereich. Als „nicht ausreichend betrachtet“ sehen die Anwohner den verstärkten Regenabfluss bei extremen Wetterlagen an.
Fraktionen wollen Anwohner „mitnehmen“
„Die SPD steht einer Bebauung des mittleren Ortsbereichs positiv gegenüber, sieht diese aber als ganzheitlichen Komplex“, betont Michael Ott. Bebauung auf engem Raum, ein daraus resultierendes Verkehrsaufkommen und andere Aspekte könnten nicht getrennt betrachtet werden: „Die Anliegen der Anwohner sollten unbedingt Berücksichtigung finden“, sagt er vor allem zur Verkehrs- und Parksituation. „Das aktuelle Verkehrsaufkommen in der Mozartstraße und ein mögliches nach der Bebauung wird nicht gegenübergestellt“, kritisiert Ott. Die Auffassung des Planers, dass die Zunahme des Lärms geringfügig sei, teilt die SPD nicht. Sie plädiert vorab für ein Verkehrskonzept.
„Ein Punkt, dem eine besondere Bedeutung zukommt, ist ein aktuelles Verkehrskonzept“, betont auch CDU-Sprecherin Birgit Vollmer. Und fügt an: „Es ist uns sehr wichtig, dass die Anwohner mitgenommen werden.“ Die CDU sehe aber auch die Notwendigkeit, Wohnraum im Ort zu schaffen: „Hier zeigt sich die Herausforderung, beides unter einen Hut zu bringen.“ Aus Sicht von FWG-Sprecher Rudolf Sinn kann der Plan rechtskräftig werden: „Wir haben versucht, die Einsprüche der Anwohner abzuarbeiten und hoffen, dass es jetzt vorangeht.“ Wie ihre Fraktion zum Thema steht – dazu wollte sich FWL-Chefin Anette Kloos auf RHEINPFALZ-Anfrage nicht äußern: „Als Freie Wähler legen wir beim sensiblen Thema Mittlerer Ortsbereich hohen Wert auf individuelle Sichtweise und Abstimmungsmöglichkeit unserer Mitglieder.“
Termin
Ratssitzung am Dienstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, im Rathaus. Weitere Themen: Vereinsförderung, Kita, Bauanträge, Einwohnerfragestunde