Jockgrim Demo zwischen Regen und Widersprüchen

Die angemeldeten 50 Teilnehmer kamen bei der Demonstration des Frauenbündnisses nicht zusammen.
Die angemeldeten 50 Teilnehmer kamen bei der Demonstration des Frauenbündnisses nicht zusammen.

Es waren nicht ganz die 50 angemeldeten Demonstrationsteilnehmer, die das sogenannte Frauenbündnis Kandel am Samstagnachmittag bei Dauerregen in einer Ecke des Bürgerplatzes in Jockgrim versammelte. Die und eine annähernd gleich große Schar von Schaulustigen und Polizei hörten Redner, die ihre Veranstaltung für Demokratie und Freiheit feierten, die die Politiker und Medien aber, die bedeutenden Anteil am Bestand dieser Demokratie und Freiheit haben, in Bausch und Bogen verdammten. Merkel und Spahn nützten die Coronakrise aus, hieß es, um im Gewand der Ordensschwester Gutes zu predigen und danach in der Uniform der Stasi das Volk zu gängeln.

Das Volk sind er und seine „lieben Freunde und Mitstreiter vom Frauenbündnis“, wie das Speyerer Stadtratsmitglied Matthias Schneider in seiner Rede feststellte. Er sei keineswegs ausländerfeindlich, betonte der Kommunalpolitiker ausdrücklich. Aber dass die Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland steige, liege am unkontrollierten Zuzug von Ausländern. Dass Terror und Verbrechen zugenommen hätten, sei eine Folge der Flüchtlingsschwemme seit 2015. Dem Volk werde nur Corona-Gefahr vorgegaukelt von der Regierung, um die Macht über das Volk zu gewinnen. In Speyer habe es aber gerade 2 Corona-Tote gegeben, von 51.000 Speyerern, so Schneider. Wo sei da Gefahr? Statt das Volk zu schützen, sei es mit dem Corona-Lockdown in Existenznot getrieben worden. Allerdings, so eine weitere Rednerin des Frauenbündnisses, habe die Regierung um Gesundheitsminister Spahn viel zu spät reagiert. Sie hätte sich ein Beispiel an Griechenland nehmen sollen, wo dank eines früheren und viel härteren Lockdowns die Zahl der Todesopfer vergleichsweise viel geringer sei als in Deutschland.

Letztendlich gab es noch Lobeshymnen auf Leute wie Attila Hildmann und Xavier Naidoo, die ja nur sagten, was sie denken, deshalb aber als Verschwörungstheoretiker abqualifiziert würden. Das Frauenbündnis lasse sich davon nicht beeindrucken, man werde versuchen, bei den nächsten Demonstrationen wieder „Spaziergänge“ durch den Ort zu ermöglichen.