Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Corona: Nur fünf Grundschulen ohne Fälle

Maskentragen im Unterricht wird noch eine Weile dazugehören.
Maskentragen im Unterricht wird noch eine Weile dazugehören.

Die Inzidenz ist auf über 1000 gestiegen. Nur wenige Schulen im Landkreis sind derzeit nicht von Corona-Fällen betroffen. Jüngst musste eine Grundschule tageweise geschlossen bleiben, andernorts mussten Klassenverbände zuhause bleiben. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die Zahlen sprechen für sich: Nur fünf Grundschulen sind laut Kreisverwaltung aktuell nicht von Corona-Fällen betroffen. Stand Freitag meldet die Schulbehörde 374 bestätigte Corona-Infektionen bei Schülern, 1613 gelten als Verdachtsfälle.

Der Blick in den Süden und den Norden des Landkreises zeigt Details. Zunächst zur Lage in der Stadt Wörth: In der Grundschule Schaidt sei die Lage mit drei betroffenen Schülern aus drei Klassen noch vergleichsweise übersichtlich, schreibt der Wörther Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD). Anders sah es jüngst in Büchelberg aus: Dort war die Grundschule vom 17. bis 19. Januar geschlossen. Die komplette Schulgemeinschaft sei aufgrund der unübersichtlichen Lage PCR-getestet worden, schreibt Nitsche. „Aktuell wird der Schulbetrieb von zwei Lehrkräften aufrecht erhalten. Sieben Kinder und eine Lehrkraft befinden sich in Quarantäne.“

Die Johann-Gottfried-Tullaschule in Maximiliansau berichtet über sieben Infektionen und 22 Verdachtsfälle. Bis zum Donnerstag musste eine Klasse zu Hause bleiben, Lehrerinnen oder Lehrer sind derzeit nicht erkrankt, so Nitsche. An der Wörther Dammschule darf eine Klasse die Schule nicht besuchen, sieben Kinder sind bestätigt erkrankt, weiteren 16 Verdachtsfällen wird derzeit nachgegangen. Eine Lehrkraft ist ebenfalls erkrankt.

100 Grundschulkinder in Quarantäne

Stark betroffen ist laut dem Bürgermeister die Grundschule Dorschberg. Dort sind aktuell 24 aktive Corona-Fälle zu verzeichnen, zudem mussten sich knapp 100 Kinder in Absonderung begeben. Sie durften den Unterricht wegen Kontakten, zum Beispiel in der Ganztagsschule, nicht besuchen. Zwei Klassen waren diese Woche wegen einiger Fälle komplett in Quarantäne. „An dieser Schule haben die hohen Zahlen auch dazu geführt, dass der komplette Nachmittagsbetrieb wegen der dortigen ’Durchmischung’ eingestellt wurde“, schreibt Nitsche. Aktuell werde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine Notbetreuung angeboten, in der die Kinder nach einzelnen Klassen „sortiert“ betreut werden. Dies stemme das schulische Personal zusammen mit dem Betreuungspersonal der Stadt.

Entsprechend begrüßt Bürgermeister Nitsche die neuen Quarantäne-Regeln. Diese besagen zum Beispiel, dass auch direkte Banknachbarn von positiv getesteten Kindern nicht mehr in Quarantäne müssen. Stattdessen wird fünf Tage lang jeden Tag in der Schule getestet.

In der Verbandsgemeinde Lingenfeld ist die Lage weniger dramatisch. So gebe es an der Grundschule Weingarten aktuell 7 infizierte Schüler. „Eine Klasse musste komplett zuhause bleiben. 28 Kinder waren als Verdachtsfälle in Quarantäne“, schreibt Markus Blumenschein für die Verwaltung. An der Grundschule Lustadt gebe es aktuell 5 infizierte Schüler, 2 Lehrkräfte sind als Verdachtsfälle zu Hause. An der Grundschule Westheim sei ein Schüler infiziert, auch gebe es einen Verdachtsfall. An der Grundschule Schwegenheim werden 5 infizierte Schüler und 6 Verdachtsfälle gezählt, zusätzlich ist noch eine Lehrkraft infiziert. An der größten Grundschule in Lingenfeld gebe es ebenfalls infizierte Schüler und Verdachtsfälle. Abgesehen von Weingarten gilt: Es musste noch kein Unterricht ausfallen, es mussten noch keine komplette Klassen zu Hause bleiben.

Lehrer sind entscheidende Größe

Die anderen Verbandsgemeinden und die Stadt Germersheim melden jeweils einzelne Fälle an den Grundschulen, meist im einstelligen Bereich. Dabei verhielten sich viele Eltern gerade vernünftig, sagt zum Beispiel Verbandsbürgermeister Karl Dieter Wünstel (CDU). „Sie lassen die Kinder auch mal zuhause und testen sie.“ Unisono heißt es außerdem: „Es gibt fast keine infizierten Lehrer.“ Tatsächlich meldet auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion am Freitag unter den 1366 Lehrern im Kreis nur 14 Infektionen und 14 Verdachtsfälle.

Tatsächlich sind in dieser Phase der Pandemie die Lehrer eine entscheidende Größe. „Klassen zuhause oder Schulschließungen sind dann denkbar, wenn es die Lehrerschaft stark betrifft“, sagt Amtsarzt Christian Jestrabek.

„Darüber wird wenig gesprochen.“ Die Rechnung sei dabei ganz einfach: Wenn viele Lehrer erkranken und nicht zur Arbeit kommen können, dann kann auch der Schulbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden. „Wir hoffen, dass es weiterhin beim Präsenzunterricht bleibt“, sagt auch Landrat Fritz Brechtel (CDU).

Die neuen Quarantäneregeln zeigen im Übrigen auch, wie schnell sich der Umgang mit der Omikron-Variante des Coronavirus verändert hat. Noch kurz vor Weihnachten wurden nach drei Fällen an der Integrierten Gesamtschule Rülzheim (IGS) knapp 130 Schüler und Lehrer in Quarantäne geschickt. „Das war schlimm, Weihnachten unter Absonderung“, erinnert sich Jestrabek. Zu diesem Zeitpunkt mussten Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne, egal ob geimpft oder nicht, freitesten war nicht möglich.

Damals habe die Delta-Variante noch über 90 Prozent der Infektionen ausgemacht. „Wenn neue Varianten kommen, muss man umfänglich absondern“, erläutert der Amtsarzt. „Der Hintergrund war, dass wir noch nichts über Ausbreitung und Schwere wussten. So wollten wir Zeit gewinnen.“ Nun lautet sein Urteil, das immer nur eine Momentaufnahme sein kann: „Wir sind trotz hoher Inzidenz auf einem stabilen Level.“

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