Kaiserslautern
Zweiter „Leichter Weg“ freigegeben: „Es ist und bleibt ein Waldweg“
Ein Spaziergang im Wald hat Qualitäten. Trifft Wald auf Wasser, etwa auf den Blechhammer, dann sorgen planschende Enten für Kurzweil. Ist aber auch ein Hingucker, wenn Stockenten auf Tauchstation gehen, ploppend wieder auftauchen und dabei womöglich von einem Kormoran beobachtet werden. Solche Vögel, fast so groß wie Gänse, dunkel und schlank, kann man recht häufig relaxt auf einem im Wasser liegenden Baum sitzen sehen. Wer Glück hat, der kann gleich noch einen Graureiher aus der Nähe bestaunen.
Der Mischwald sorgt obendrein für gute Luft, lässt die dunkle Tristesse eines Nadelwaldes erst gar nicht aufkommen und vor allem: Das kleine Paradies, samt großem Waldspielplatz, liegt im Grunde genommen mitten in der Stadt. Einen Parkplatz gibt es und wirklich anstrengend ist der Spaziergang auch nicht, denn es gibt keine nennenswerte Steigung.
Erster „Leichter Weg“ wurde vor einem halben Jahr eingeweiht
Genau hier wurde nun der zweite „Leichte Weg“ – eine gemeinsame Herzensangelegenheit von Förster Klaus Platz (Forstamt Kaiserslautern), Jennifer Höning (Landesinitiative Rheinland-Pfalz „Land in Bewegung“), Markus Lambrecht (Seniorenbeirat der Stadt), Steffen Griebe (Behindertenbeauftragter der Stadt) und Thomas Keller (Tourist Info) Kaiserslautern – offiziell von Dorothea Lehmann, Leiterin des Forstamts Kaiserslautern, eingeweiht.
Wie der erste „Leichte Weg“, den es seit rund einem halben Jahr im Osten der Stadt, am Stiftswalder Forstamt, gibt, wendet sich diese im Lauterer Westen gelegene Tour an Waldbesucher, die auf kurzer, gut begehbarer, ebener Strecke Erholung im Lautrer Wald suchen.
Neue Bänke entlang des Weges
Wer in jüngster Zeit am Blechhammer unterwegs war, dem sind die neuen Bänke entlang des Weges sicher aufgefallen. Obendrein wurde die an manchen Stellen nicht gerade schuhfreundlicher Matsch beseitigt. Neue Schilder sind auch zu entdecken. Nein, gemeint sind nicht die lehrreichen Plakate, auf denen der Lautrer Fotokünstler Thomas Brenner, das Thema „Wald wirkt Wunder“ verarbeitet hat. Entlang des Weges gibt es gut sichtbare Hinweisschilder „Leichte Wege – Bewegung für alle“.
„Wir haben wieder ganz bewusst ein gut erreichbares Waldgebiet ausgesucht, das sowohl durch seine landschaftliche Attraktivität als auch durch die helle, übersichtliche Raumsituation dem Sicherheitsgefühl insbesondere von Senioren gerecht wird“, erläuterte Förster Klaus Platz, was sich hinter dem „Leichten Weg Blechhammer“ verbirgt. „Leicht“ bedeutet laut Forstamtsleiterin Lehmann familienfreundlich, barrierearm, seniorengerecht und für Kinderwagen und Rollator geeignet. Es bedeute aber nicht, dass der Weg immer und ausschließlich ohne Pfützen passierbar sei, oder nicht auch weiterhin zur Holzabfuhr genutzt werde. Es ist und bleibe ein Waldweg, aber einer der bei Notwendigkeit schnell repariert werde, versprach Lehmann.
Das Lautrer Konzept findet Anklang
Markus Lambrecht zeigte sich stolz, dass es gelungen sei, in kurzer Zeit gleich zwei solcher Wege voranzubringen: „Tolle Sache, was uns da gelungen ist.“ Das Lautrer Konzept finde bereits landesweit Anklang, so gebe es etwa in Ludwigshafen-Oggersheim bereits einen „Ableger“.
Ob die anderen „Leichten Wege“ wohl auch so schön entspannend sind, wie der Weg am Blechhammer? Der 3,6 Kilometer lange Rundweg kann am Parkplatz, kommend von der Merkurstraße zum Vogelwoog, gestartet werden. Von dort führt er durch das Landschaftsschutzgebiet Kaiserslauterer Reichswald vorbei an der am Landschaftsweiher Vogelwoog gelegenen Waldgaststätte „Kunst Café am Vogelwoog“ weiter zum „Hotel Blechhammer“ und um den Landschaftsweiher Blechhammer zurück. Ein kurzer Weg mit gleich zwei Einkehrmöglichkeiten. Zudem kann er etwa auf halber Strecke über eine Talquerung abgekürzt werden. Loslaufen geht natürlich genauso von den Parkplätzen am Blechhammer, dann halt in die andere Richtung ...