Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Was ist Kindern wirklich wichtig? Virtuelle Ausstellung des Bildungsbüros

Alexandra Bill vom städtischen Bildungsbüro freut sich über die vielen Rückmeldungen der Kinder.
Alexandra Bill vom städtischen Bildungsbüro freut sich über die vielen Rückmeldungen der Kinder.

Was ist Kindern und Jugendlichen wichtig? Das beantworten einige von ihnen mit Bildern. Die sind, gesammelt vom städtischen Bildungsbüro, in der Ausstellung „Sag mal, was ist dir wirklich wichtig?“ jetzt virtuell zu sehen. Dabei kommt, so die Einschätzung von Alexandra Bill, städtische Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, durchaus Verblüffendes zum Vorschein.

Diese Aktion des Bildungsbüros beweist, dass die junge Generation weitaus tiefgreifendere und bedeutendere Werte hat, als viele ihr zugestehen. „Mir ist wichtig, viel zu lernen“, „Meine Oma ist mir sehr wichtig“ oder „Mir ist wichtig, nicht allein zu sein“. All das sind Dinge, die die Kinder und Jugendlichen der Stadt beschäftigen und für sie eine besonders wichtige Rolle spielen – gerade in der aktuellen Situation. Und all diese Dinge haben sie in farbenfrohen Kunstwerken zusammengetragen.

„Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, welche Werte uns vereinen – abseits der Sprache, Traditionen und Herkunft“, erklärt Bill. Aus diesem Grundgedanken sei Ende 2019 die Veranstaltungsreihe „Werte und Gemeinschaft in Kaiserslautern“ entstanden, die mit vielen Programmpunkten die vereinenden Werte der multikulturellen Gesellschaft in den Fokus rückt. Dabei hätten eigentlich viele persönliche Begegnungen stattfinden sollen. Doch dann kam Corona – und die Begegnungen mussten digital abgehalten werden.

Ohne Vorgaben von Erwachsenen drauflosgemalt

Sich begegnet wurde aber trotzdem. Beispielsweise im digitalen Erzählsalon „Kultur als konstituierendes Element der Völkerverständigung – Über Migration, Integration und Identitäten“. Den Abschluss dieser Reise bildet nun die Ausstellung, bei der über 50 Kinder und Jugendliche aus der Stadt zwischen drei und 18 Jahren teilgenommen haben. „Wir dachten uns, dass auch die Kleineren sich mit der Frage beschäftigen sollten, was ihnen wichtig ist und wie sie leben möchten“, so Bill.

Ohne jegliche Vorgaben durch Erzieher oder Eltern durften die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen – „völlig intuitiv, auf Papierbögen oder Leinwänden, mit Buntstiften oder Fingerfarben“, bestätigt Bill. „Und es ist toll und teilweise erstaunlich, was die Kinder sich haben einfallen lassen“, lobt sie. Entstanden sind sieben Kategorien, in denen sich die Wünsche der jungen Künstler bewegen: Familie, Freundschaft, Liebe, gemeinsame Zeit, Bildung, Bewegung und Ernährung. Wieder bei der Oma übernachten zu dürfen, Kontakt mit Freunden und Schulkameraden zu haben, mehr Zeit mit den Eltern zu verbringen und eine friedliche, harmonische und coronafreie Welt zu genießen – das ist den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen mehr wert als beispielsweise ein neues Handy. „Ich wusste vorab nicht genau, was bei der Aktion herauskommen würde. Deshalb war es auch für mich selbst eine Überraschung. Aber die Ausstellung zeigt deutlich, dass es unabhängig von der Herkunft der Kinder, von deren Muttersprache und deren Kultur vereinende Werte gibt. Also so unterschiedlich sind wir gar nicht“, lautet das Fazit der Bildungskoordinatorin.

Eine Ausstellung ist zwar wegen der Pandemie nicht möglich, aber es gibt einen virtuellen Rundgang auf der Webseite des Bildungsbüros, erläutert Bill: „Damit die Kinder eine Wertschätzung dafür bekommen, dass sie ihre Gedanken in bunten Farben mit uns geteilt haben.“ Und auch in musikalischen Farben. Denn der Hintergrund-Song zum Rundgang ist ebenfalls aus der Aktion heraus entstanden – eingesungen und gerappt von den Kindern der Kita „Mobile“.

Info

Alle Bilder sind digital unter www.kaiserslautern.de/sagmalwas zu sehen.
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