Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg: In der Wirklichkeit gelandet

Michel Reitemann (schwarzes Trikot) hatte gegen Hanau einen schweren Stand.
Michel Reitemann (schwarzes Trikot) hatte gegen Hanau einen schweren Stand.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass dieses Jahr für den TuS Dansenberg kein Platz im vorderen Tabellendrittel drin ist, so wäre dieser mit der dritten Niederlage aus den vergangenen vier Spielen am Samstag erbracht worden. Beim 17:26 (7:13) gegen die HSG Hanau lief die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Frank Müller ab Mitte der ersten Halbzeit vergeblich einem Rückstand hinterher, weil es im Spiel nach vorne an Einfallsreichtum mangelte.

Dass Trainer Frank Müller nach den Ausfällen von Neuzugang Mihail Ivanov (Bänderriss im Fuß), Kapitän Sebastian Bösing (Schultereckgelenkssprengung) und Rückraumspieler Marco Holstein nur neun Feldspieler zur Verfügung standen, machte die Aufgabe gegen den ambitionierten Tabellenzweiten natürlich nicht einfacher. Bei einer konsequenteren Chancenverwertung wäre beim Comeback von Torben Waldgenbach dennoch mehr drin gewesen. Der von einem Mittelhandbruch genesene Rückraumspieler erzielte bei seiner Rückkehr vier Treffer und war damit der erfolgreichste Schütze seiner Mannschaft. Michel Reitemann, der im Trikot des TBV Lemgo bereits Erstligaluft schnupperte, konnte den Ausfall von Bösing weder im Angriff noch in der Abwehr auch nur ansatzweise kompensieren, auch über die Außen gelang den Schwarz-Weißen so gut wie nichts. Das Angriffsspiel war über weite Strecken zu pomadig, Überraschungsmomente die Ausnahme. Dansenberg war zu leicht auszurechnen, spielte oft nach Schema-F. Selbst von der Siebenmeterlinie (1/4) glückte so gut wie nichts.

„Wir hatten einfach nicht die Qualität, um den gegnerischen Torhüter zu überwinden. Das muss man ganz klar so sagen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft hier bei einigen Spielern eine viel zu große Lücke. Wenn man in 25 Minuten nur vier Tore wirft, dann hat das nichts mit Pech zu tun, das ist dann eher eine Frage der Qualität. Jetzt gilt es so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, stellte Teammanager Alexander Schmitt nach der deutlichen Niederlage klar. Immerhin: Die Abwehr stand.

Schwache Chancenverwertung besiegelt Niederlage

Bis zum Stand von 4:6 (19.) war alles offen, dann zog Hanau auf 13:7 (30.) davon. Ihre stärkste Phase hatten die Dansenberger unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als sie mit einem 4:1-Lauf auf 11:14 (38.) verkürzen konnten. Ein von Frederick Lüpke parierter Siebenmeter eröffnete dem TuS die Chance, den Rückstand mit dem nächsten Angriff auf zwei Tore zu verkürzen. Die Chance, das Momentum zu ihren Gunsten zu drehen, wurde leichtfertig vertan: Statt 12:14 hieß es keine halbe Minute später 11:15 (38.). Von nun an spielten nur noch die Gäste, die, ohne dabei zu glänzen, über 19:13 auf 22:14 (50.) davonzogen. Dass die Schwarz-Weißen im Vergleich zur 19:36-Pleite im Hinspiel diesmal mit einem blauen Auge davonkamen, war nur ein schwacher Trost.

„Wir sind heute mal wieder an uns selbst gescheitert, vor allem an der Chancenverwertung. Das hat sich durch das ganze Spiel gezogen. Am Ende hat dann auch die Kraft gefehlt. Mit der Defensive war ich bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden“, analysierte Trainer Frank Müller.

Im letzten Spiel vor der Winterpause bekommen es die Westpfälzer am Samstag (20 Uhr) mit ihrem oberen Tabellennachbarn HSG Rodgau Nieder-Roden zu tun. Ein Sieg in eigener Halle ist Pflicht, wenn man nicht endgültig in den Abstiegskampf hineingezogen werden möchte.

So spielten sie

TuS Dansenberg: Fielder/Lüpke (Tor), Waldgenbach (4), Serwinski (3/1), Claussen (3), Reitemann, Steinführer (je 2), Biagui, Dietrich, T. Holstein (je 1), Dettinger

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