Kaiserslautern Rampenlicht gleichmäßig verteilt

So gehört sich ein großes Finale: Am zweiten und letzten Tag des Trippstadter Lichterfests lieferte die Band Brass Machine einen krönenden Abschluss. Gewohnt gekonnt hüllten die Musiker um Jens Vollmer bekannte Klassiker in frische Gewänder und gaben jedem Titel ihren persönlichen Anstrich. Mit einem abwechslungsreichen Repertoire und durchweg guter Laune trotzte die Band den anfänglichen Regenschauern und kurbelte die Stimmung auf dem Schlosspark-Gelände an.

Nachdem Andreas Bourani die Veranstaltung am Freitag mit einem großartigen Auftritt eröffnete, galt es am Samstag eine Schippe draufzulegen. Und wer, wenn nicht das elfköpfige Ensemble von Brass Machine, könnte dieser Aufgabe gerecht werden? Mittlerweile darf die Kombo wohl getrost als Standardbesetzung und neben Illumination und Feuerwerk als jährlicher Höhepunkt des Trippstadter Lichterfests bezeichnet werden. Schließlich hat die Band alle drei Feste musikalisch begleitet und dabei in Sachen Energie und Kreativität nichts eingebüßt. Dieser Samstag war allerdings in zweierlei Hinsicht ein besonderer. Erstens feierte die Truppe 13-jähriges Bestehen. Zwar kein rundes Jubiläum, aber doch ein beachtliches. Und zweitens drohte der Regenschauer vor Beginn des Konzerts die bis dahin ausgelassene Stimmung zu kippen. Der Platz vor der Bühne und die Tische waren wie leer gefegt und das einzige, was die Musiker von der Bühne aus zu sehen bekamen, war ein Meer von Regenschirmen. Getreu dem Motto „the Show must go on“ animierte Sänger Christian Stockert die Anwesenden dazu, gegen den Regen anzufeiern und machte es vor. Gewohnt spektakulär gingen die Musiker zu Werke. Die Erkennungsmelodie der amerikanischen 80er- Jahre-Kultserie „Magnum“ gab wie üblich den Startschuss und ebnete den Weg für ein großes Repertoire aus brillant arrangierten Coverversionen – von Amy Winehouse’ „Valerie“ über Whams stimmungsvolles „Wake me up before you go go“ bis hin zum opulenten „Lady Marmelade“. Der Regen war schnell vergessen, die Besucher strömten in Richtung Bühne und erste Tanzwütigen legten eine flotte Sohle auf das nasse Gras. Die 13 Jahre Routine waren keinem der Bandmitglieder anzusehen, weder den Instrumentalisten noch den Vokalisten. Christian Stockert, Sonja Volz, Melissa Könnel und Manuel Lothschütz lieferten sich wie immer einen regelrechten Wettstreit in Sachen Bühnenpräsenz und warfen alles in den Ring: Ungebremste Ausdauer und Stimmgewalt, gepaart mit humorvollen Schlagabtauschen zwischen den Songs, machten es unmöglich, einen Publikumsliebling zu ermitteln. Genau das scheint aber die Magie der Gruppe auszumachen. Hier wird das Rampenlicht gleichmäßig aufgeteilt und sich als großes Ganzes positioniert. Stockert glänzte mit seiner meisterlichen Interpretation von Peter Gabriels „Sledge Hammer“, die fast schon als seine persönliche Königsdisziplin bezeichnet werden kann. Sonja Volz trieb ihre Reibeisenstimme durch das rockige „Like the way I do“ von Melissa Etheridge zur Höchstleistung. Lothschütz zollte John Miles’ Evergreen „Music“ mit einem Gesang, der bis in die höchsten Oktaven reichte, Tribut. Und Könnel wickelte die Anwesenden mit dem James-Bond-Klassiker „Goldfinger“ buchstäblich um den Finger. Die Instrumentalisten konnten da nicht anders, als sich bei jedem Solo an Exzellenz zu steigern. Jens Vollmer bewies eine eiserne Lunge und wälzte sich mit dem Saxophon durch jeden existierenden Ton. Und sobald Eddie Gimmler an der Gitarre herumphrasierte, herrschte kollektives Staunen unter den Gästen. Mit diesem Genuss für Augen und Ohren neigte sich das dritte Lichterfest dem Ende und machte jetzt schon Lust auf nächstes Jahr.

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